Die Stadt Neunburg hat Vorbildfunktion beim klimagarechten Waldumbau

Von Ralf Gohlke · 22. November 2025 um 15:00

Die Stadt Neunburg (Landkreis Schwandorf) hat Modellcharakter beim notwendigen Umbau ihrer Wälder angesichts des Klimawandels. Das bescheinigten den Verantwortlichen Fachleute von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Sie stellten den Stadträten bei der jüngsten Sitzung Ergebnisse ihrer Untersuchungen über die Bodenverhältnisse im Spitalwald vor.

Der historische Sitzungssaal im Rathaus war am Donnerstagabend nahezu ausgelastet: Bei den Besuchern handelte es sich um Teilnehmer und Verantwortliche der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die sich im Rahmen einer Projektwoche auf wissenschaftlicher Basis intensiv mit den Bodenverhältnissen im Spitalwald beschäftigt hatten. Diese Ergebnisse sollen beim Umbau der städtischen Wälder in klimaverträgliche Bestände einfließen.

Die Bodenverhältnisse wurden intensiv untersucht

Ein wichtiger Teil dabei ist die Bodenbeschaffenheit im Hinblick auf das EU-Umwelt- und Klimaprojekt „Future Forest“ sowie die Schaffung von Monitoring- und Pflegekonzepten, um Fortschritte langfristig zu sichern. Eine erste Zusammenfassung der Ergebnisse vermittelte dem Stadtrat Professor Stefan Wittkopf.

Obwohl hier bereits gute Vorarbeit durch das Einbringen von Laubgehölzen geleistet wurde, zeige die Untersuchung, dass nur ein relativ geringer Anteil der Flächen die höchste von vier möglichen Bewertungsstufen erreichen würde. Die Hälfte der Gesamtfläche gehöre eher zur niedrigsten Stufe, sagte Wittkopf.

Anhand von zum Teil aufwendigen Grafiken erläuterte Professor Stefan Wittkopf (r.) und Geschäftsleiter Georg Keil dem Stadtrat die Ergebnisse der Projektwoche im Spitalwald. - Foto: Ralf Gohlke

Bewertet worden seien unter anderem Baumartenmischung, Humusform, vertikale Struktur, Naturverjüngung, Totholzanteile und Bodenbiologie. Die Untersuchung habe deutliches Entwicklungspotenzial aufgezeigt. Als „immens wertvoll“ erachtete Alwin Kleber, der die örtliche Forstverwaltung vertrat, die Ergebnisse. Franz Rösl von der IG gesunder Boden ergänzte die Ausführungen noch einmal im Hinblick auf die Bedeutung des Waldes und seiner Böden für den Trinkwasserbestand. Daher sprach er dem Vorgehen der Stadt Neunburg erneut Modellcharakter zu.

Entscheidungen waren an diesem Punkt noch nicht zu fällen. Der Stadtrat begrüßte aber die Erkenntnisse im Sinne einer nachhaltigen, klimaangepassten und bodendiversitätsfördernden Entwicklung der Waldbewirtschaftung, auch unter Berücksichtigung ökonomischer und sozialer Aspekte.

14 Maßnahmen für die Städtebeauförderung gemeldet

Als Teilnehmer am Programm zur Städtebauförderung muss die Stadt Neunburg alljährlich ihren Bedarf für Projekte in den kommenden Jahren anmelden. Abgerufen werden sollen Mittel aus den Förderprogrammen „Lebendige Zentren“ und „Innen vor Außen“, wobei die Meldung unverbindlich ist.

Aufgelistet wurden 14 Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 2,8 Millionen Euro an förderfähigen Kosten für 2026. Einstimmig wurde die Bedarfsanmeldung abgesegnet. Größte Posten sind die Sanierung der Ortsstraße „Rahm“, die Barrierefreiheit im alten Rathaus sowie ein privates Vorhaben am „Ackerbürgerhaus“. Ein Teil der Beträge ist bereits bewilligt.

Landratsamt hat den Haushalt ohne Forderungen nach Änderungen genehmigt

Als „erfreulich, wenn es auch etwas gedauert hat“, wertete Bürgermeister Martin Birner (CSU) die Genehmigung des städtischen Haushaltes „ohne Änderungsforderungen durch das Landratsamt“. In der Sitzungsvorlage erinnerte Kämmerer Michael Haßfurter noch einmal an die beschlossenen Maßnahmen zur Konsolidierung. Er sprach aber ebenso die seit Jahren herrschende, mangelnde Finanzausstattung der Kommunen und deren zusätzliche Belastung durch steigende Bezirks- und Kreisumlagen sowie überproportionale Preissteigerungen an.

Eher Formsache waren die Beschlüsse für eine Umschuldung eines Darlehens der Freizeit GmbH und eine Ergänzung zum Bebauungsplan „Wohnanlage Forstmeisterberg“.

Einstimmig verabschiedet wurde zudem der Antrag für einen neuen Versorgungsvertrag des Marienheimes mit den Landesverbänden der Pflegekassen. Dieser ergab sich aus der Anhebung der Zahl von Pflegeplätzen von bisher 83 auf künftig 98 nach Abschluss der Arbeiten zur Erweiterung.