Neuer Radweg zwischen Berg und Lauterhofen: Grunderwerb bleibt Knackpunkt

Das Radwegenetz im Norden der Gemeinde Berg (Landkreis Neumarkt) soll ausgebaut werden. Das Vorhaben machte nun im Berger Gemeinderat Fortschritte, ist aber noch längst nicht in trockenen Tüchern.
Dem Abschluss einer Zweckvereinbarung über den Bau und die Unterhaltung des Geh- und Radweges entlang der Kreisstraße NM 9 ab der Staatsstraße 2240 bei Oberölsbach bis Ballertshofen signalisierte der Gemeinderat am Donnerstag nach einer kurzen Diskussion grünes Licht.
Der Landkreis Neumarkt, der Markt Lauterhofen und die Gemeinde Berg einigten sich, einen einseitigen Geh- und Radweg zu errichten. Für die gesamte Planung, Ausschreibung, Vergabe, Bauüberwachung, Abrechnung und Vertragsabwicklung ist der Landkreis zuständig, während der Grunderwerb, den Bürgermeister Peter Bergler als äußerst schwierig bezeichnete, die beteiligten Kommunen regeln müssen.
Kreiskämmerer überzeugt: Billiger bekommt Berg den Radweg nicht
Die Gesamtkosten der dringend notwendigen Maßnahme, die erheblich zur Sicherheit von Radfahrer und Fußgänger neben der stark frequentierten Staatsstraße und in einem Teil von Stöckelsberg beitragen soll, liegen bei 2,98 Millionen Euro brutto.
Aus dem Sonderprogramm „Radoffensive Klimaland Bayern“ des Bundes wird eine Förderung von 80 Prozent erwartet. Die anteiligen Kosten der beteiligten Gemeinden richten sich entsprechen der jeweilige Länge des Geh- und Radwegs. Der verbleibende Eigenanteil für Berg beläuft sich voraussichtlich noch auf 217 905 Euro für eine Trassen-Länge von 5,2 Kilometern.
Hinzu kommen noch die Kosten für die Grundabtretungen. „Wenn ich allerdings nicht alle Grundstücke bekomme, wird dieser dringend erforderliche Bau nicht zustande kommen“, sagte der Bürgermeister.
LBG-Gemeinderat Hans Fürst bezeichnete die Baumaßnahme, sollte sie kommen, als ein Stück mehr Sicherheit für die Radfahrer und Fußgänger. CSU-Gemeinderat Markus Mederer aus Stöckelsberg, der zudem Kämmerer des Landkreises Neumarkt ist, betonte, dass die Kosten seitens des Landkreises im Haushalt 2026 eingeplant seien. „Einen billigeren Radweg, den der Landkreis Neumarkt mit zehn Prozent finanziert, bekommt die Gemeinde Berg nicht mehr“, sagte Mederer und war etwas verwundert über die Diskussion.
SPD-Gemeinderätin Karin Zaschka wollte wissen, wie hoch die Kosten für die Grundabtretungen der 42 Grundstücks-Eigentümer wären. Das sei laut Bergler Verhandlungssache. Außerdem gebe es Richtwerte für den Erwerb von landwirtschaftlichen Flächen.
Hinweise für Radfahrer am bestehenden Radweg
In Sachen „Radwege in der Gemeinde Berg“ ging Bergler auch auf den kombinierten Rad- und Fußgängerweg von Neumarkt nach Berg ein, der an der Staatsstraße 2240 entlang führt und beim Netto-Verbrauchermarkt endet. „Wir sollten von dort Hinweisschilder für Radfahrer aufstellen, der ihnen die Anbindung zum bestehenden Radweg an der Schwarzach bis nach Meilenhofen und Oberölsbach zeigt.“
Revue passieren ließ der Bürgermeister die zwei vor Kurzem gut besuchten Seniorennachmittage im Gasthaus Knör und im Gasthaus Geier, bei der den Anwesenden ein Fragekatalog vorgelegt wurde, der sich mit dem Thema „Senioren und deren Anliegen in der Kommune“ befasste.
Er erläuterte auch die Vorschläge und Forderungen des Gemeindenachwuchses beim vierten Jugendforum, das unter dem Motto „Gemeinsam weiterdenken – realistische Projekte entwickeln“ in der Mehrzweckhalle des Sport- und Kulturzentrums im Beisein der Jugendbeauftragten des Gemeinderats sowie Luisa Hofmann von der Kommunalen Jugendarbeit (KOJA) des Landkreises und der gemeindlichen Berger Jugendpflegerin Selina Donhauser abgehalten wurde. „Alle geforderten Wünsche der Kinder und Jugendlichen können wir allerdings nicht umsetzen“, betonte Bergler.