Wegen 68 Euro ausgeraubt: Amtsgericht Neumarkt verurteilt zwei junge Männer

Von Heike Regnet · 21. November 2025 um 17:00

Es sollte eigentlich ein schöner Abend werden. Auf dem Rückweg aus dem Italienurlaub noch ein Stopp in Nürnberg, bevor es nach Hause geht. Doch diese Nacht, die am Freitag am Amtsgericht Neumarkt aufgerollt wurde, wird allen Beteiligten unvergesslich bleiben.

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So spielten sich im Juli letzten Jahres in einer Seitenstraße Szenen wie im Krimi ab. Wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung mussten sich nun zwei junge Männer verantworten. Die beiden sollen um 1.15 Uhr ihr Opfer in eine Seitenstraße gelockt und unvermittelt angegriffen haben. Faustschläge ins Gesicht, Fußtritte in den Rücken, als der andere bereits am Boden lag, ehe sie ihm die Bauchtasche mit 68 Euro, Handy und Ausweispapieren stahlen.

Eine Frau hatte die Szene beobachtet, rief die Polizei und die Täter wurden gefasst. Als nun die Rechtsanwälte Dr. Markus Meier und Shervin Ameri um ein Rechtsgespräch vorab baten, stimmte Richter Marcel Dumke zu. Nach der gut halbstündigen Unterbrechung räumten die Angeklagten die Taten ein. Zugeschlagen habe aber nur einer von ihnen, der andere stahl die Tasche. Es sei eine spontane Tat gewesen. Man habe den anderen erst kurz zuvor kennengelernt und plötzlich hatte einer aus der Gruppe die Idee, die Tasche zu klauen. Was dann geschah, tue den Angeklagten „unheimlich leid“, betonten die Verteidiger, ehe es die beiden 20-Jährigen auch selbst bekräftigten. Dass es ein riesiger Fehler war, sei ihnen bewusst. Sie hätten zuvor viel Wodka getrunken. Probleme Zuhause und der Alkohol seien wohl die Gründe für die Tat.

Angeklagte zeigten vor Gericht Reue

Der Geschädigte, der heute in Düsseldorf lebt, war als Zeuge geladen. Dass er zusammengeschlagen wurde, habe ihn noch lange beschäftigt. Die Schläge und Tritte waren schmerzhaft, einen Arzt habe er aber nicht aufgesucht. Der Angriff auf ihn kam völlig unvermittelt. Aufrichtig entschuldigten sich die beiden Angeklagten. „Dass ich Probleme Zuhause habe und das an einem anderen auslasse, ist ein No-Go. Ich versuche alles, das wiedergutzumachen“, so der Mandant von Rechtsanwalt Ameri, der dem Geschädigten eine finanzielle Entschädigung anbot. „Was wir gemacht haben, das ging überhaupt nicht“, sagte der zweite Angeklagte, der sich ebenfalls reumütig entschuldigte.

Wegen eines weiteren Diebstahls mit Körperverletzung musste er bereits im Mai eine Woche Dauerarrest antreten. Für ihn forderte die Staatsanwältin nun vier Wochen Dauerarrest und 80 Arbeitsstunden, für den zweiten Täter zwei Wochen Dauerarrest und 700 Euro. Die Verteidiger unterstrichen, dass es eine spontane Tat gewesen sei und die Angeklagten intensiv bereuten.

Richter Dumke urteilte schließlich auf drei Wochen Dauerarrest und 100 Arbeitsstunden für den einen sowie eine Woche Arrest und 1000 Euro – zahlbar an den Geschädigten – für den anderen.