Neue Hauptattraktion und neuer Chef: In der Höllohe bei Teublitz gibt es mehrere Veränderungen

Von Martin Kellermeier · 21. November 2025 um 13:30

Der Wild- und Freizeitpark Höllohe bei Teublitz ist eines der Aushängeschilder des Landkreises Schwandorf. Jetzt hat das beliebte Ausflugsziel eine neue Hauptattraktion: Drei Auerochsen sind dort eingezogen und ziehen alle Blicke auf sich. Und auch im Hintergrund gab es eine Veränderung: Mit dem 26 Jahre alten Lukas Reichl aus Neunburg hat die Höllohe einen neuen Chef bekommen.

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Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling (CSU) war beim Pressetermin am Mittwochnachmittag bestens gelaunt, gab es doch schließlich etwas zu feiern. Und die Höllohe ist ohnehin einer der Lieblingsorte des Kreischefs. Immer wieder sieht man den 50-Jährigen hier mit seinen Hunden bei einem Spaziergang.

Am Mittwoch also wurden die drei neuen Auerochsen der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach mehreren Jahren an Planung und Bauzeit sind die Rinder kürzlich in der Höllohe eingezogen. Ihre Eingewöhnungszeit ist bereits vorbei. Die Tiere sind nun für die Familien zu sehen. Ihre Gehege befindet sich gleich gegenüber vom Auslauf der Ziegen.

Der Einzug der Auerochsen geht laut Landratsamt auf die Initiative des Höllohe-Fördervereins zurück, der viel Geld in die Ansiedlung der Rinder investiert hat. 120.000 Euro flossen unter anderem in den Bau des etwa zwei Hektar großen Geheges.

Der letzte Auerochse in freier Wildbahn starb 1627

Der Auerochse, die Wildform des Hausrinds, kam ursprünglich in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordamerikas vor. Der letzte Auerochse ist 1627 ausgestorben. Die nun in der Höllohe beheimateten Rinder sind Nachfahren der Abbildzüchtungen der Gebrüder Heck. Diese machten es sich laut Landratsamt ab den 1920er Jahren zum Ziel, aus unterschiedlichen Rinderrassen – darunter Steppenrinder, Hochlandrinder und spanische Kampfrinder – ein Abbild des ausgestorbenen Auerochsen zu züchten. Das Ergebnis sind Heckrinder, die als sehr robust gelten und sich so gut für die ganzjährige Freilandhaltung eignen. Sie werden daher auch häufig in der Landschaftspflege eingesetzt.

Die Rinder sind beeindruckend. - Foto: Jonas Neubauer

Damit die Auerochsen nicht wieder von der Bildfläche verschwinden, wurde der Verein zur Förderung der Auerochsenzucht (VFA) gegründet. Auch die Höllohe ist seit 2023 Mitglied in dem Zusammenschluss, der sich den Erhalt und die Zucht der Auerochsen zur Aufgabe gemacht hat.

Im Landkreis Schwandorf will man seinen Teil zur Erhaltung der Tierart beitragen. Im Sommer soll zu den drei weiblichen Tieren noch ein Stier stoßen und für Nachwuchs sorgen. Bis dahin halten die sechs Jahre alte Leitkuh Luma sowie die beiden Färsen Luja (36 Monate alt) und Luani (34 Monate alt) allein die Stellung im Gehege, das 2026 noch gesegnet werden soll. Die Namen der Tiere erklären sich übrigens durch ihren Herkunftsort: Die drei Rinder stammen vom Zuchtstandort Michael Mages in Lückenrieth bei Leuchtenberg im Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Äpfel sind die Leibspeise der neuen Höllohe-Bewohner

Landrat Thomas Ebeling zeigte sich begeistert von den neuen Auerochsen. „Das sind wirklich beeindruckende Tiere“, sagte er im Gespräch mit der MZ. Er sei sich sicher, dass nun viele Besucher die Neuankömmlinge begutachten wollten. Ebeling selbst kam beim Pressetermin am Mittwoch den Auerochsen ganz nah und durfte sie sogar mit Äpfeln, ihrer Leibspeise, füttern. „Das war schon ein Privileg“, sagte der Landrat. Vor allem die langen Hörner der Tiere seien mehr als sehenswert.

Das sind wirklich beeindruckende Tiere. Sie haben sehr lange Hörner.Thomas Ebeling, Landrat des Landkreises Schwandorf

Ähnlich angetan äußerte sich Georg Duschinger, Vorsitzender des Höllohe-Fördervereins. „Endlich haben wir es geschafft“, sagte er und blickte zufrieden ins Gehege mit den drei Auerochsen.

Nicht nur die Rinder hatten beim Pressetermin ihren ersten großen Auftritt. Auch der neue Leiter der Höllohe, der 26 Jahre alte Lukas Reichl aus Neunburg, stellte sich erstmals den Fragen der anwesenden Journalisten. Der Verwaltungswirt hat Ende August die Aufgaben von Stefan Jahreiß übernommen. Zuvor war er bereits ein Jahr dessen Stellvertreter.

Neuer Höllohe-Chef hatte schon als Kind viel mit Tieren zu tun

Tiere sind dem jungen Mann, der 2017 als Dualer Student am Schwandorfer Landratsamt startete, nicht fremd. Als Kind war er regelmäßig auf dem Bauernhof seiner Großeltern und wuchs mit Kühen, Gänsen und Hühnern auf. Reichl bezeichnet sich selbst als Naturliebhaber. „Ich bin gern und viel draußen“, sagte er. Die Höllohe sehe er nicht nur als Tierpark, sondern auch als Erholungsgebiet.

Die Ponys finden ihren neuen Chef schon mal super: Lukas Reichl aus Neunburg folgt auf Stefan Jahreiß. - Foto: Jonas Neubauer

Die Einrichtung ist laut ihres neuen Leiters für die Zukunft gut gerüstet. „Der Landkreis hat in den vergangenen Jahren viel Geld investiert“, erklärte er und nannte beispielsweise den Bau des neuen Multifunktionsgebäudes samt Kiosk als wichtigen Meilenstein.

Auf dieses gute Fundament wolle er nun aufbauen und die Höllohe weiterentwickeln. Es seien vor allem viele kleinere Baustellen, die ihn in der kommenden Zeit beschäftigen werden. Der Zaun des Wildschweingeheges müsse erneuert werden, und der Bauerngarten mit seinen vielen Kräutern sollte neu angelegt werden. Auch das Thema Umweltbildung wolle er vorantreiben.

Wilder Advent lockt am 22. November in die Höllohe

• Veranstaltung: Am Samstag, 22. November, findet von 14 bis 20 Uhr die Veranstaltung „Wilder Advent“ im Wild- und Freizeitpark Höllohe statt.

• Angebot: Es gibt herzhafte Spezialitäten und süße Leckereien. Ein Nikolaus verteilt Geschenke. Wer will, kann mit einer Taschenlampe die Höllohe im Dunkeln erkunden.