Politik macht man nicht bei Lanz? Dann geht Tanja Schweiger eben zu Illner

Popcorn her, Maybrit Illner läuft! Und mit welch innovativem Sendungstitel köderte uns die ZDF-Talkerin am Donnerstagabend wieder: „Stadt, Land, Angst – steigt Deutschland ab?“ In den Sesseln diskutierten sich die Köpfe heiß: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Grünen-Vorsitzender Felix Banaszak, eine Strafrechtsprofessorin, irgendein Chefredakteur und – huch – Tanja Schweiger.
Ein Talkshow-Auftritt unserer Landrätin überrascht nicht – vor allem nicht, wenn es laut Sendungsankündigung um „Sorgen um die Zukunft der Wirtschaft und vor zu viel Zuwanderung“ geht. Das Traum-Talk-Tandem bildete Schweiger allerdings mit Markus Lanz. Warum die Untreue? Vielleicht nahm Schweiger die warnenden Worte von Patrick Grossmann ernst, ihrem CSU-Kontrahenten bei der Landratswahl. Der stichelte im Wahlkampf, Kommunalpolitik werde nicht bei Markus Lanz gemacht. Gut, geh’ ich halt zu Illner, mag sich Tanja Schweiger gedacht haben.
Der Kolumnist steckt in der misslichen Lage, diese Zeilen vor Ausstrahlung der Sendung schreiben zu müssen. Inhaltliche Details sind hier also nicht zu erfahren. Einen Punktsieg darf man Schweiger dennoch schon attestieren – nicht gegen ihre Mit-Diskutanten oder Patrick Grossmann, sondern gegen eine andere medienwirksame Politikerin: Sahra Wagenknecht. Während die bei Lanz jammerte, sie werde kaum noch eingeladen, sitzt Schweiger fest im Talkshow-Sessel.