Taxi Schmidbauer übergibt nach 43 Jahren an Burglengenfelder Unternehmen

Die Firma Taxi und Krankentransporte Schmidbauer in Nittenau und Bruck besteht seit 1982. Zum Jahresende wird der Familienbetrieb aus dem Landkreis Schwandorf an die 1234 Taxi und Omnibusunternehmen GmbH mit Sitz in Burglengenfeld übergeben. Das bewährte Angebot werde man beibehalten, versichert der baldige neue Inhaber Christoph Riedl (35).
Beide Standorte bleiben erhalten, ebenso werden die 37 Mitarbeiter übernommen. Durch die Vergrößerung des Unternehmens erwartet Riedl positive Synergieeffekte. Künftig sind an allen Standorten insgesamt rund 100 Mitarbeiter tätig.
Mit einem Auto angefangen
Dieter Schmidbauer freut sich, das nach seinen Worten wirtschaftlich gesunde Taxi- und Krankentransportunternehmen in erfahrene und zuverlässige Hände zu übergeben. „Meine oft langjährigen Kunden liegen mir am Herzen. Für sie wird sich nichts ändern“, betont er.
Sein Onkel Werner Schmidbauer hatte die Firma einst mit nur einem Auto in Bruck begonnen und stetig erweitert. Anfangs nahm er die Kundenanrufe noch in seinem Wohnzimmer entgegen. 1997 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder Dieter eine GmbH in Nittenau; ein Jahr später besaß die Firma bereits drei Taxis. Mit dem Bau der damaligen Josef-Wolf-Klinik in Nittenau kaufte man zusätzlich ein Rollstuhlfahrzeug – als erster Taxiunternehmer im Landkreis Schwandorf.
Das Unternehmen wuchs stetig weiter. Im Jahr 2007 übernahm der jetzige Besitzer Dieter Schmidbauer den Betrieb in Nittenau von seinem Onkel Dieter und 2008 den Betrieb in Bruck von seinem Onkel Werner – gemeinsam mit dem treuen Fahrer Alois, der bis heute zuverlässig unterwegs ist.
Für alle Mitarbeiter sei ihre Tätigkeit weit mehr als nur ein Beruf, sagt Schmidbauer. „Mit Leib und Seele sind wir Taxifahrer. Wir kennen unsere Kunden oft sehr gut. Wir sind Kummerkasten, Beichtstuhl, Zuhörer und fast schon Psychologe.“ Vor allem bei Kranken- und Dialysefahrten entstünden häufig vertraute Beziehungen, da man die Fahrgäste oft über viele Jahre begleite. Gerade deshalb müsse man besonders behutsam mit den Menschen umgehen. Zwar werde die Privatsphäre stets respektiert, doch ein freundliches „Wie geht’s?“ sei für viele schwerkranke Menschen oft der Anlass, sich den Kummer von der Seele zu reden.
Wir kennen unsere Kunden oft sehr gut. Wir sind Kummerkasten, Beichtstuhl, Zuhörer und fast schon Psychologe.Dieter Schmidbauer, Unternehmer
„Bargeld- oder Discofahrten“ hingegen würden immer seltener. Hin und wieder bringe man eine ältere Dame zum Friseur oder zum Einkaufen. Freundlicher Zusatzservice – etwa das Tragen der Einkaufstüten ins Haus oder das Abholen von Patienten direkt an der Klinikstation – sei für die Fahrer selbstverständlich. Die Mitarbeiter seien längst auch untereinander befreundet. In Nittenau gehören die gelben Autos inzwischen längst zum Stadtbild.
All dies solle erhalten bleiben und sei auch seine Firmenphilosophie, versichert Riedl. „Das ist vor allem der Grund, weshalb wir unseren Betrieb in ein erfahrenes und erfolgreiches Oberpfälzer Unternehmen übergeben“, erklären Dieter Schmidbauer (63) und seine Frau Maria Schmidbauer (62). „Unsere Kunden werden wie gewohnt bedient.“ Für Riedl bedeute die Erweiterung „doppelte Tradition“ – er trage ein großes Verantwortungsbewusstsein für die Belange und Bedürfnisse der Menschen in der Region.
Künftig verfügt das Unternehmen über 45 Fahrzeuge: Taxis, moderne Omnibusse für Linien-, Schul- und Reiseverkehr, Kleinbusse sowie Rollstuhlfahrzeuge und Transporter. Damit können in Nittenau neben Taxi- und Krankenfahrten auch individuelle Transportlösungen für Gruppen, Schulen und Ausflüge angeboten werden. „Wir reagieren zukunftsorientiert und flexibel“, sagt Riedl, der seit 14 Jahren selbst leidenschaftlich Taxi und Bus fährt. „Man lernt immer wieder nette und interessante Menschen kennen. Nun wollen wir den Menschen in der gesamten Region Mobilität bieten.“
Immer mehr ältere Personen
Der Bedarf sei vorhanden: Es gebe immer mehr ältere Personen, die Krankenfahrten benötigen. Die bekannte Telefonnummer in Nittenau bleibt vorerst erhalten, erklärt Riedl.
Auch das Unternehmen in Burglengenfeld blickt auf eine lange Tradition zurück. Oliver Ehrenreich, der Stiefvater von Christoph Riedl, gründete es 1999 mit einem einzigen Bus. Schon vor vielen Jahren hatten sich Dieter Schmidbauer und Oliver Ehrenreich bei einer Versammlung der Taxi-Interessengemeinschaft kennengelernt und wurden Freunde. Umso mehr freuen sich beide Familien über die gelungene Übernahme. Die gemeinsame jahrzehntelange Erfahrung verbinde sie.