Container wurden zur Müllkippe: BRK-Bereitschaft Nittenau stoppt Altkleidersammlung

Sperrmüll, verschimmelte Lebensmittel, Messer und sogar Glasscherben: In Nittenau im Landkreis Schwandorf hat die BRK-Bereitschaft immer mehr Abfall in ihren Altkleidercontainern gefunden – und sie deshalb nun abgebaut. Auch bei der Kolpingkleiderkammer kämpft man mit Müllproblemen.
Rund 25 Jahre lang hatte die BRK-Bereitschaft Nittenau in der Stadt gebrauchte Textilien gesammelt. Doch aufgrund der jüngsten Entwicklungen sei nun Schluss damit, heißt es in einer Mitteilung der Bereitschaft.
Ursprünglich sei die Altkleidersammlung in den Containern als Hilfsangebot für Menschen in Not gedacht gewesen. Doch immer häufiger seien Gegenstände eingeworfen oder abgestellt worden, die mit einer Kleiderspende wenig bis nichts zu tun gehabt hätten – nicht nur verschmutzte oder unbrauchbare Textilien, sondern beispielsweise auch defekte Elektrogeräte. „Das ist nicht nur respektlos, sondern auch gefährlich für unsere Helferinnen und Helfer, die die Container leeren müssen“, sagt Bereitschaftsleiter Martin Frey.
Mehrfach auf Missstände in Nittenau hingewiesen
In den vergangenen Monaten hatte die BRK-Bereitschaft in den sozialen Medien mehrfach auf die Missstände hingewiesen und die Bürger zu mehr Disziplin und Rücksichtnahme aufgerufen – ohne Erfolg.

Auch wirtschaftlich lohne sich der Aufwand nicht mehr, heißt es von Seiten des Nittenauer BRKs. Der Erlös liege derzeit bei lediglich 50 Euro pro Tonne Altkleider und damit deutlich niedriger als früher. In Abstimmung mit der Stadt Nittenau und dem Landratsamt Schwandorf solle nun eine alternative Lösung für die Altkleidersammlung in Nittenau gefunden werden.
Das ist nicht nur respektlos, sondern auch gefährlich für unsere Helferinnen und Helfer, die die Container leeren müssen.Martin Frey, Leiter der BRK-Bereitschaft Nittenau
Eine Anlaufstelle für alle, die weiterhin gut erhaltene Textilien spenden oder günstig erwerben wollen, ist die Kleiderkammer der Kolpingsfamilie Nittenau im Regenweg 24. Die Einrichtung gibt es seit elf Jahren – und auch hier wird mittlerweile eine Menge Unbrauchbares einfach vor der Tür abgestellt. Kolpingsvorsitzender Werner Weindler kann manchmal nur noch den Kopf schütteln, wenn er zur Kleiderkammer kommt.
Bauhof ist oft das Ziel von Werner Weindler
Eigentlich sollten Spenden hier nur zu den Öffnungszeiten mittwochs und freitags von 15 bis 16.30 Uhr abgegeben werden. Doch daran halten sich so manche Bürger nicht. „Ich habe erst jetzt wieder zwei Anhänger voll Müll auf den Bauhof fahren müssen“, ärgert sich Weindler. Sogar einen Gasgrill, der voller Fett gewesen sei, habe er abtransportiert. „Eigentlich könnte ich mir gleich einen Schlüssel für unseren Bauhof geben lassen“, sagt er.
Trotz solcher Probleme denkt man bei Kolping nicht daran, die Kleiderkammer zu schließen. Denn durch den günstigen Verkauf der gesammelten Kleider an Menschen aus der Region habe man in den vergangenen Jahren rund 76 000 Euro an Organisationen, Vereine oder private Hilfsprojekte spenden können.
Allerdings wird es bei der Kleiderkammer laut Weindler aus Altersgründen personell allmählich eng. Die jüngste Helferin sei mittlerweile 66 Jahre alt. Über neue Freiwillige für die Kleiderkammer würde man sich deshalb bei der Kolpingsfamilie sehr freuen. Interessierte können sich bei Weindler unter Telefon (0 94 36) 81 66 melden.