Markt Schwarzenfeld nimmt neuen Anlauf für Umgestaltung der Miesbergallee

In der jüngsten Sitzung des Marktrats Schwarzenfeld stand ein altbekanntes Thema auf der Tagesordnung. Seit Jahrzehnten gibt es Überlegungen zur Neugestaltung der Miesbergallee. Der letzte Versuch scheiterte am Widerspruch der Bürger. Der neue Anlauf nimmt jedoch allmählich Gestalt an.
Die Derori-Entwicklungs-GmbH aus Regenstauf und das Büro Wild und Wilnhammer erhielten vor etwa einem Jahr gemeinsam den Auftrag für die ersten Planungsleistungen zur Neugestaltung der Miesbergallee. In der Sitzung stellten beide ihre Entwürfe vor.
Von der Nabburger Straße bis zum Restaurant am Miesberg sind die Vorstellungen der beiden sehr ähnlich. Sei es bei der Gestaltung des Parkplatzes, der Straßen oder des Bereichs um die Gaststätte. Erhalten wolle man auf jeden Fall den Charakter einer Allee. Für die Fortsetzung haben beide unterschiedliche Lösungen konzipiert. So sollte die bestehende Straße nach dem Entwurf von Wilnhammer beibehalten, ertüchtigt und verbreitert werden. Bäume müssten eventuell gefällt werden und neu gepflanzt werden. Dietl vom Büro Derori schlägt demgegenüber vor, die Bäume zu erhalten, die bestehende Straße zum Fußweg zurückzubauen und eine neue Straße außerhalb der Allee zu führen.
Entscheidung wurde noch nicht getroffen
Die Räte trafen an diesem Abend keine Entscheidung; man wolle sich die Entwürfe nochmal genauer ansehen. Geklärt wurde von Seiten der Verwaltung vorab, dass jeder der beiden Entwürfe mit Mitteln der Städtebauförderung bezuschusst werden könnte. Dietl wagte es, auf die Frage nach den Kosten, eine erste Zahl zu nennen. 1,9 Millionen Euro würden in etwa Straße, Begrünung und Beleuchtung kosten, aber verschiedene Faktoren seien dabei noch nicht berücksichtigt.
Zu beschließen war danach eine Änderung der Gemeindegebietsgrenzen zwischen Schwarzenfeld und Fensterbach. Grund ist die Grundstücksgrenze, die im Augenblick so verläuft, dass sie nicht erkennbar ist. Durch die Änderung ist der Grenzverlauf in der Natur zu erkennen. Aus dem Markt wurden 0,15 Hektar ausgegliedert und in die Gemeinde Fensterbach eingegliedert. Umgekehrt wurden aus der Gemeinde Fensterbach 1,68 Hektar ausgegliedert und in Schwarzenfeld eingegliedert. Dem konnten sich alle anschließen, der Beschluss war einstimmig.
Der Kommunalwahlkampf wirft seine Schatten voraus. Um wildes Plakatieren, das das Ortsbild stört, zu verhindern, brachte die Fraktion der Freien Wähler einen Antrag ein, mit dem eine Plakatier-Verordnung erreicht werden solle. Katrin Schwarz erläuterte die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um das wilde Plakatieren zu verbieten, da die Parteien vom Gesetzgeber besonders privilegiert sind. Der Markt müsse für diese Zwecke an verschiedenen Stellen Plakatwände aufbauen und den Parteien je nach Größe Flächen zuweisen.
Da ein Plakatier-Verbot alle träfe, müssten für die Vereine eigene Tafeln aufgestellt werden. Einigen Markträten erschien der Aufwand insgesamt zu groß. Entsprechend wurde der Antrag mit 13 gegen sechs Gegenstimmen angenommen.
Antrag auf eine Parcouranlage
Bereits im Jahr 2019 hatte der Jugendbeirat die Errichtung einer Parcouranlage beantragt. Obwohl Förderzusage und Baugenehmigung vorlagen, kam es dennoch nicht zur Verwirklichung, weil jemand gegen das Bauvorhaben klagte. Jetzt hat der Jugendbeirat einen neuen Anlauf genommen. Der neue Standort sollte die Fläche der bestehenden Skateanlage im Sportpark sein. Diese müsste erneuert und um den Parcour erweitert werden. Die Kosten werden auf gesamt 400.000 Euro geschätzt. Im nächsten Schritt müssten Fördermittel aus dem Leader-Programm beantragt werden und entsprechende Eigenmittel im Haushalt 2026 eingeplant werden. Fast alle nötigen Beschlüsse wurden einstimmig gefasst, lediglich bei der Frage, ob man die Karl-Knab-Stiftung finanziell beteiligen sollte, waren vier Räte dagegen.
Die Firma BG Bio-Energie GmbH plant eine Erweiterung ihrer Bioabfallvergärungsanlage in Frotzersricht und hatte dazu beim Landratsamt die nötigen Genehmigungen beantragt. Der Marktrat erteilte nun einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. Wegen der zusätzlichen Belastung für die Zufahrtswege soll eine Sonderbaulastvereinbarung mit der Firma getroffen werden.
Zuletzt die Bekanntgaben des Bürgermeisters: Für den Neubau der Atemschutzwerkstatt und -übungsstrecke wurden folgende Aufträge vergeben: Elektro- und Fernmeldetechnik wurde an die Firma Elektro Hösele GmbH aus Nabburg zum Preis von 375.000 Euro vergeben. Die Sanitärarbeiten gingen zum Preis von 97.000 Euro an die Firma Pregler Heizungsbau aus Schwarzhofen, ebenso der Heizungsbau mit 85.000 Euro.
Kredite von 3,5 Millionen Euro aufgenommen
Bürgermeister Peter Neumeier (ÜPW) informierte über eine Kreditaufnahme in Höhe von gesamt 3,5 Millionen Euro, davon drei Millionen Euro für die Wasserversorgung und 500.000 Euro für den Bereich Abwasserbeseitigung. Der Bahnübergang 48,7 in Irrenlohe wird erneuert. Für den Markt fallen dabei keine Kosten an. Der Bürgermeister wird eine Kreuzungsvereinbarung unterschreiben.
Die Kosten für das neue Feuerwehrfahrzeug LF 20 sorgten in der Vergangenheit bei einigen für Stirnrunzeln. Nun legte die Verwaltung den Verwendungsnachweis vor: Die Gesamtkosten betrugen 633.024,60 Euro, der Eigenanteil beläuft sich auf 457 524,60 Euro. Zuletzt forderte Neumeier die Fraktionen auf, das Photovoltaik-Vorrang-Flächen-Konzept zu erstellen.