Kochen wie die Oma: Evi Lemberger stellt in Lam Buch mit Rezepten der Großmutter vor

Von Maria Frisch · 20. November 2025 um 17:00

Zwölf Jahre nach den ersten Gedanken, ein Buch mit den Kochrezepten der Großmutter herauszugeben, konnte Evi Lemberger das Projekt – dank der Förderung durch das Künische Gebirge und der Unterstützung durch ihre Familie und Freunde – in einer limitierten Auflage umsetzen. Aus der ursprünglichen Idee, ein Buch über ihre Großmutter zu schreiben, entwickelte sich eine Hommage an die Familie Lemberger oder die „Kadei“, wie der Volksmund sie nennt.

Die offizielle Buchveröffentlichung fand am Samstag im Gasthof „Zum Kirchenwirt“ statt. Das Drei-Gänge-Menü wurde nach Kochrezepten aus dem Buch „Frieda – s‘Essn im Lebn“ zubereitet. Dazwischen streute Evi Lemberger Lesungen ein.

Ihre Großmutter stammte aus einem Wirtshaus und hat im Lam in ein Wirtshaus eingeheiratet. „Auch Mama ist Köchin, Papa war Koch und mein Bruder ist aktuell der Wirt und Koch“, schilderte die Autorin ihre Beweggründe. Um Oma Frieda nicht zu sehr bei gemeinsamen Sitzungen zu strapazieren, legte ihr die Enkelin nahe, alles aufzuschreiben, was ihr über ihre Rezepte und die „oide Zeit“ einfiel.

Für mich war es das größte Geschenk, dass das Buch so großen Anklang fand.Evi Lemberger, Herausgeberin des Buches

Als Evi Lemberger 2013 von ihrem Englandaufenthalt zurückkehrte, präsentierte Oma Frieda ein volles Heft mit Aufzeichnungen. „Es war faszinierend“, schilderte Evi Lemberger ihre ersten Leseproben. Die Vorbereitungen kamen ins Rollen. „Es wurde tatsächlich eine großartige Gemeinschaftsleistung“, ist Evi Lemberger in der Nachbetrachtung froh über die Unterstützung. „Drei Wochen lang kochten Oma und Mama jeden Tag für das Vorhaben und ich fotografierte die Gerichte“, blickte Lemberger zurück. Eigentlich hatte sie sich den 95. Geburtstag der Großmutter für die Vollendung zum Ziel gesetzt. „Leider ist Oma Frieda kurz zuvor verstorben“, erzählte die Fotografin.

Zu einer Herausgabe brauche man finanzielle Mittel und bestenfalls ein Team von Helfern. Alles in allem war eine zeitlang nicht vorhanden. 2025 nahm sich Evi Lemberger ein Herz und reichte um eine Förderung über das Künische Gebirge ein. Die Zusage einer Teilfinanzierung bedeutete aber, sich mit der limitierten Fertigstellung bis September zu sputen. „Es war eine intensive Zeit, die ich nur mit der Hilfe von vielen Leuten schaffte“, blickte Evi Lemberger dankbar zurück und nannte die hauptsächlichen Helfer, Cousine Annette mit Mann Michael Kah.

Sehr gut geschmeckt haben die Speisen laut übereinstimmender Meinung im proppenvollen Raum. - Foto: Maria Frisch

Die Hauptpersonen standen am Samstagabend noch in der Küche: Rita Lemberger, Rita Brandl und Ulrich Lemberger jun. „Sie waren bereit, sich das Wagnis mit mir anzutun“, lobte sie ihr Kochtrio. Nicht mehr dabei sein konnte der verstorbene Papa Ulrich Lemberger, der seinem Sohn noch die originale Herstellung des Presssacks lehrte. Mit einer Kostprobe dieser Traditionsspeise ging es los. Nach und nach wurden Grießnockerlsuppe in Gemüsebrühe, das Lingerl oder wahlweise Krautnudeln aufgetragen. Zum Nachtisch zauberte die Küche Bavesen bzw. Sterz mit Apfelmus. „Für mich war es das größte Geschenk, dass das Buch so großen Anklang fand“, bekräftigte Evi Lemberger nebenbei.

■ Person: Frieda Lemberger war Köchin, Wirtin und Großmutter (1918 - 2013)

■ Buchinhalt: Das Kochen von Frieda Lemberger war geprägt von Einfachheit, Sparsamkeit und regionalen Zutaten.

■ Kaufpreis: Das Werk „Frieda – s‘Essn im Lebn“ mit 224 Seiten im Hardcover kostet 24,90 (bei Versand plus Porto). Man kann das Buch auch bei Ulrich Lemberger im Gasthof „Zum Kirchenwirt“ oder im örtlichen Buchhandel erwerben.