Toter Wolf: Es bleiben Fragen nach der Herkunft und den rechtlichen Folgen

Von Stefan Weber · 17. November 2025 um 17:26

Nachdem am Wochenende bekanntgeworden ist, dass Polizei und Staatsanwaltschaft im Fall des tot am Osser im Landkreis Cham aufgefundenen Wolfes mittlerweile gegen den im LBV engagierten Mann ermittelt, der das Tier der Polizei übergeben hatte, stellen sich am Montag weitere Fragen: Woher weiß die Polizei, dass das Tier in Tschechien und nicht auf der deutschen Seite des Grenzberges verendet ist? Wie geht der LBV intern mit dem Vorwurf um? Und: Welche rechtlichen Folgen könnte die Angelegenheit haben?

Video ansehen

Die erste Frage kann ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz auf Nachfrage unseres Medienhauses klären. Dass das Tier auf tschechischer Seite gelegen hatte, bevor es auf der anderen Seite der Grenze am Osser gefunden wurde, hätten Zeugenbefragungen ergeben. Mit den Kollegen aus Tschechien seien die Ermittler auch vorher bereits in Kontakt gewesen, da geklärt werden müsse, aus welcher Population der tote Wolf stamme.

Die zweite Frage nach den internen Folgen ist nicht so einfach zu klären: Weder das in Verdacht geratene LBV-Mitglied ist am Montag telefonisch zu erreichen, noch der Pressesprecher des Landesbundes für Vogelschutz. Letzterer hatte erklärt: Selbst wenn das Tier über die Grenze bewegt worden sein sollte, handele es sich lediglich um eine Ordnungswidrigkeit.

Eine Aussage zur rechtlichen Bewertung, der die Jäger-Kreisgruppe Bad Kötzting widerspricht: Man stehe im Kontakt mit Kollegen in Tschechien, wo von einer Strafverfolgung wegen der Aneignung des Tieres auszugehen sei. Darüber hinaus sei im oberen Böhmerwald kein Wolfsrudel bekannt, was zweifelhaft mache, dass der Wolf aus der Region gestammt habe.