Investitionen und ein Präzedenzfall: In Waldmünchen nickt der Bauausschuss elf Anträge ab

Die neuste Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend im Waldmünchner Rathaus liefert vor allem eine neue Erkenntnis: Es gibt noch Bürger und Unternehmen, die bereit sind, im Altlandkreis zu investieren. „Das können wir nur unterstützen“, sagte Bürgermeister Markus Ackermann. Und die Stadträte sahen das ähnlich und stimmten allen Anträgen zu.
Gleich zu Beginn der Sitzung ging es los mit einem Bauantrag, der als exemplarisch für einige behandelte Anträge an diesem Abend stehen könnte. In der Gemarkung Geigant soll ein bereits bestehendes Gebäude saniert und aufgestockt werden – so zumindest der Antrag auf Bauvorbescheid.
Bürgermeister Ackermann lobte die Investition als eine „tolle Sache“. Und auch Peter Fellner, Mitarbeiter des städtischen Bauamts, gab seinen Segen: „Von unserer Seite steht dem Antrag überhaupt nichts entgegen.“ Der Bauausschuss stimmte dem Vorhaben dementsprechend geschlossen zu.
Auch die Stadt macht was
Aber nicht nur die Bürger, sondern auch die Stadt Waldmünchen will sanieren und investieren. Unter anderem soll das alte Waldmünchener Feuerwehrhaus der Gemarkung Höll Platz für einen Neubau machen.
„Das alte Feuerwehrhaus ist einfach nicht mehr zeitgemäß“, meinte Bürgermeister Ackermann. Es sei geplant, den Neubau mit einer neuen Sirenenanlage auszustatten.
Und auch kurzem Zweifeln im Bauausschuss nach ausreichenden Parkmöglichkeiten vor Ort nimmt Bürgermeister Ackermann schnell den Wind aus den Segeln: „Das ist überhaupt kein Problem.“ Ohnehin seien viele andere Möglichkeiten geprüft worden, aber der bisherige Standort habe sich nach langer Überlegung durchgesetzt. Trotz der Zustimmung im Bauausschuss bleibt das neue Feuerwehrhaus laut Ackermann erst einmal eine „Zukunftsvision“. Der Grund: „Die Finanzierung ist erst im nächsten Haushalt Thema.“
Bauamt-Mitarbeiter Fellner stellte noch einen weiteren Bauantrag vor, der im Bauausschuss auf viel Zuspruch stieß: Im Ortsteil Hocha ist ein Abriss geplant. „Das bestehende landwirtschaftliche Gebäude soll zu einer Zimmerei mit Büros werden“, so Fellner. Die Nutzungsänderung sei nach Ansicht des Bauamts zulässig. Für Bürgermeister Ackermann ein wichtiges Signal auch an andere Betriebe. „Wir sind froh, wenn Unternehmen bei uns investieren“, sagte er. Der Ausschuss befürwortete das Vorhaben.
Mehr Redebedarf gab es beim nächsten Bauantrag. In der Gemarkung Rannersdorf ist laut Fellner ein neues Einfamilienhaus direkt neben dem Elternhaus geplant. „Das Problem hier ist, dass sich der geplante Neubau im Außenbereich befindet“, erklärte er. Die Lösung könne ein Dranhängen des Hauses an die bestehende Ortschaft sein.
Das entsprechende Verfahren hört laut Bürgermeister Ackermann auf den Namen Bauturbo und könne eine Umsetzung mit dem Segen der Gemeinde trotzdem ermöglichen. „Das ist ein echter Präzedenzfall“, so Ackermann und ergänzte: „Wir müssten dann bei ähnlichen Fällen natürlich auch ähnlich urteilen.“
Abwägung beim Bauturbo
Eine Abwägung sei in diesem Fall nötig. „Im Grunde ist es eine Stärkung, auch wenn die Ortsfläche größer wird.“ Am Ende gab vor allem eine Sache für Bürgermeister Ackermann den Ausschlag: „Wir wollen ja, dass auch die jungen Leute auf dem Dorf bleiben und das hier ist so ein Fall.“
Aus diesem Grund stelle er sich hinter den Antrag. Und auch der restliche Bauausschuss hatte nichts gegen das Vorhaben einzuwenden. Der Antrag wurde einstimmig verabschiedet.
Es war eine kurze und unaufgeregte Sitzung des Bauausschusses. In rund 30 Minuten wurden insgesamt elf Anträge ohne Gegenstimme abgenickt.