So will das Bistum Regensburg den Pfarreien im Raum Kelheim unter die Arme greifen

Im Dezember öffnet in Elsendorf eine neue Einrichtung. Dort können sich Priester, Kirchenpfleger und Pfarrsekretärinnen aus dem ganzen Dekanat und darüber hinaus Hilfe holen.
Die katholische Kirche muss sich für die Zukunft rüsten. Die Zahl der Gläubigen schrumpft, der Priester-Nachwuchs aus der Region ebenfalls. Entsprechend werden die Pfarreien-(Gemeinschaften) größer. Seelsorger und Engagierte vor Ort müssen immer mehr Aufgaben schultern. Seit einiger Zeit arbeitet die Diözese Regensburg daran, administrative Last von den Schultern der Seelsorger zu nehmen, sagt Kelheims Dekan Georg Birner. Deshalb wird in Kürze eine neue Institution im Landkreis angesiedelt.
Dieser Artikel könnte Sie auch interessieren: Fünfmal vorweihnachtliches Glück: Die Christkindlmarkt-Saison in Abensberg startet
Im seit Spätsommer 2025 leerstehenden Pfarrhof von Elsendorf wird am 9. Dezember Domkapitular Johann Ammer das Dienstleistungszentrum Elsendorf einweihen. Es soll Pfarrer, Pfarrbüro-Mitarbeiter, Kirchenpfleger und weitere vor Ort Engagierte bei der Verwaltungsarbeit entlasten. Von der Buchhaltung bis hin zu Arbeitsverträgen etwa, so Birner.
Im Rahmen der pastoralen Planung, die seit 2022 läuft, denke man beim Bistum auch über Möglichkeiten der Pfarreien-Unterstützung nach. Seit 2022 ist Georg Birner Dekan des neuen Dekanats Kelheim. Zuvor hatte es im Landkreis zwei gegeben – Kelheim und Abensberg-Mainburg.
Das neue Angebot ist freiwillig, sagt Georg Birner. Pfarreien(-Gemeinschaften), die gut aufgestellt seien, so wie seine in Abensberg, könnten weiter alles selbst vor Ort erledigen. Wer sich aber im Wust an Aufgaben und immer mehr rechtlichen Vorgaben Hilfe wünscht, kann das Angebot der Verwaltungskoordination nutzen. Einige Pfarreien wie Hienheim oder Neustadt nutzten die Möglichkeit bereits.
Seit November 2024 gibt es ein Dienstleistungszentrum in Regensburg, seit September 2025 ein weiteres in Steinbühl bei Bad Kötzting. Bis Ende 2027 sollen bistumsweit 13 solcher Zentren entstehen.
Nachdem Elsendorfs Pfarrer Albert Vogl Ende August in Ruhestand gegangen war, standen entsprechend große Räume zur Verfügung. Dekan Birner regte in Regensburg an, diese für ein Dienstleistungszentrum zu nutzen. Denn den Engagierten in den Pfarreien vor Ort wolle man den weiten Weg nach Regensburg ersparen. Es sollen dezentrale Stellen der Verwaltungskoordination entstehen. Das Bistum stimmte zu. Das Zentrum in Elsendorf soll künftig für die Pfarreien im Dekanat Kelheim und im Nachbardekanat Geisenfeld-Pförring zuständig sein.
„Koordinierung bedeutet Unterstützung“, betont Dekan Birner. Man denke aber auch noch einen Schritt weiter. Auch sogenannte Verwaltungsleitungen sollen eine Option sein und sind es teils bereits im Bistum im Einsatz. Diese übernehmen quasi als ständige Vertretung des Kirchenvorstands alle Verwaltungsaufgaben einer Kirchenstiftung und damit auch die Verantwortung. Priester seien in diesem Fällen allein in der Seelsorge tätig.
Während das Angebot im Landkreis Kelheim noch weitgehend neu ist, spielt laut Dekan Birner Pfarreien-Unterstützung – in unterschiedlicher Ausprägung – bereits in 362 Kirchenstiftungen im Bistum eine Rolle.