Altes Kreuz über Umwege wieder ins Leonhardi-Kirchlein Furth im Wald heimgekehrt

Mit dem Erwerb eines Originalkreuzes hat der Heimatforscher Werner Perlinger der Kirchengemeinde einen großen Dienst erwiesen, da ist Pfarrer Karl-Heinz Seidl sicher.
Perlinger erwarb Ende Januar diesen Jahres ein Kruzifix mit den Maßen 138 cm/68 cm. Das geschnitzte Kreuz soll im ehemals bis 1930 am Bayplatz gestandenen Leonhardikirchlein gehangen haben.
„Überliefert ist, dass die Inneneinrichtung im Jahr 1894 maßgeblich erneuert wurde“, sagt Perlinger. 1930 musste das Kirchlein demnach dem zunehmenden Verkehr weichen und wurde am Bleichanger an der Eschlkamer Straße neu aufgebaut und 1931 benediziert. Dabei sei von der Einrichtung von 1894 hauptsächlich der jetzige Altar übernommen worden. Daher sei es gut möglich, dass einzelne kleinere Gegenstände der Einrichtung in private Hände gelangten und dort zunächst verblieben. Perlinger weiter: „Im Jahr 1985 erwarb ein Straubinger Antiquitätenhändler aus einem Further Privathaus mehrere religiöse, künstlerisch anspruchsvolle Gegenstände. Darunter dürfte auch dieses Kreuz gewesen sein, das eine Further Bürgerin später gekauft hat.“
Wie der Heimatforscher weiter berichtet, wollte sich die Familie von dem Kreuz trennen, gleichzeitig sollte es in Furth im Wald bleiben. Daher erwarb Perlinger das Kreuz für den Betrag von 200 Euro. Vom Stil her dürfte das Kreuz noch vor 1900 geschaffen worden sein. Im Rahmen eines Pressetermins konnten Seidl, Perlinger und Lutz Hastreiter, dessen Familie sich um die kleine Kirche kümmert, zeigen, wo das Kreuz seine neue Heimat gefunden hat. Auf Perlingers Wunsch an der linken Seitenwand. „Es gehört einfach hierher“, freut sich Furths Stadtpfarrer. Wie Hastreiter erklärt, ist das Kreuz diebstahlsicher angebracht. Wer es bewundern möchte, kann das täglich ab acht Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit tun. Am Rande der Veranstaltung zogen Seidl und Hastreiter auch ein kleines Landesgartenschaufazit. „So viele Menschen hat die Kirche noch nie gesehen“, freute sich Furths Stadtpfarrer. Der Kirchenpfleger habe in den letzten Wochen viel Zeit darauf verwendet, alles wieder auf Hochglanz zu polieren. Übrigens, klärt Hastreiter auf, handelt es sich bei dem Bauwerk tatsächlich um eine kleine Kirche und nicht um eine Kapelle. Das hänge wohl unter anderem mit dem Umstand zusammen, dass das Leonhardikirchlein nicht nur für private Andachten genutzt wird.