Automatenläden: 24/7 ist ab Sonntag in Regensburg vorbei

Die Stadt hat seit Dienstag eine neue Ladenschlussverordnung, einen Tag nach der Veröffentlichung im Amtsblatt ist diese in Kraft getreten. Für Betreiber von personallosen Mini-Supermärkten bedeutet das, dass sie an diesem Sonntag um 0 Uhr ihre Läden schließen müssen, weil diese an Sonn- und Feiertagen ab sofort nur von 8 bis 16 Uhr geöffnet haben dürfen. Das soll die Anwohner entlasten.
Seit August hat Bayern ein eigenes Ladenschlussgesetz. Seitdem dürfen bayerische Kommunen die Öffnungszeiten von „personallos betriebenen Kleinstsupermärkten“ an Sonn- und Feiertagen auf acht zusammenhängende Stunden einschränken, was Regensburg mit seiner im Oktober vom Stadtrat beschlossenen Ladenschlussverordnung tut. Betroffen sind Läden „mit einer unmittelbar dem Verkauf dienenden Grundfläche von bis 150 Quadratmeter, in denen kein persönlicher Kundenkontakt stattfindet und die Auswahl, Übergabe und Bezahlung der Waren mittels eines oder mehrerer Warenautomaten oder mittels Selbstbedienung erfolgt“. Die Stadtverwaltung hatte diese Regelung vor mehr als drei Wochen dem Stadtrat vorgeschlagen, weil sich immer wieder Anwohner über nächtlichen Lärm und die Vermüllung der Umgebung beschwert hatten.
Grüne gegen Einschränkung
Die Grünen sprachen sich in der Debatte dagegen aus, Stadtrat Stefan Christoph kritisierte die neue Regelung als „Placebo“. Die Brücke-Fraktion, die sich lange für Auflagen für Automatenläden eingesetzt hatte, begrüßte sie dagegen ausdrücklich. Die Läden, die kaum Personalkosten hätten, hielten auch die Mieten künstlich hoch, so Florian Rottke.
In den vergangenen Jahren genehmigte die Stadt immer wieder neue Automatenläden. In der Altstadt gibt es sechs, die vor allem Getränke, Snacks und E-Zigaretten verkaufen. Dazu kommen Mini-Supermärkte mit unterschiedlicher Ausrichtung in den Stadtvierteln. Wie viele es genau sind, ist auch der Stadt nicht bekannt. Sprecherin Juliane von Roenne-Styra sagt: „Von den Regelungen werden circa zehn bis 15 Automatenläden betroffen sein.“ Überwacht würde die Umsetzung im Zuge von Kontrollen der Stadt beziehungsweise der Polizei.
Furcht vor Umsatzeinbußen
Betreiber von Automatenläden hatten die Einschränkungen vor der Entscheidung des Stadtrats harsch kritisiert, sie befürchten heftige Umsatzeinbußen. Denis Pintarelli, der vor elf Jahren mit dem Temla in der Gesandtenstraße den ersten personallosen Mini-Supermarkt in der Altstadt eröffnete, beklagt etwa: Ihm und seinen Kollegen werde vieles vorgeworfen, was das Nachtleben insgesamt mit sich bringt. Im Temla laufe „in der Regel alles ruhig und geordnet“. Er beschäftige ohnehin einen Wachdienst. Ein Mitarbeiter werde nun am Sonntag um 0 Uhr „ins Geschäft gehen und die Leute bitten, rauszugehen“. Auch werden die Automaten so programmiert, dass sie dann nichts mehr verkauften. Wenn die Kunden kooperativ seien, könne der Laden eventuell auch ohne Personaleinsatz öffnen und schließen. Ob er rechtlich gegen die neue Regelung vorgehen könne, bringe er gerade bei seinem Anwalt in Erfahrung.
Timo Haardörfer, Chef der dreimal in der Altstadt vertretenen Ladenkette 24Sieben-Shop, sagt dagegen: „Wir werden auf jeden Fall etwas dagegen machen.“