Neunburger Festspielverein steht vor immenser Herausforderung

Von Ralf Gohlke · 18. November 2025 um 05:00

Der Festspielverein Neunburg vorm Wald (Landkreis Schwandorf) steht vor der größten Herausforderung seit seinem Bestehen. 2026 kommt ein völlig neues Stück auf die Bühne im Schlosshof. Am Sonntag stellten der neue Autor, Jürgen von Bülow, und das Regieteam mit Karin Michl und Verena Hergl das Buch vor, das nun in seiner ersten Form vorliegt.

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Zentrales Thema bleibt die historische Schlacht von 1433, bei denen die Oberpfälzer Ritter, unter Beteiligung von Neunburger Bürgern, die Hussiten bei Hiltersried schlagen konnten. Was neu ist, sind die Geschichten um das Geschehen herum.

Blick auf den genaueren Inhalt

Wie der ausführlichen Inhaltsangabe zu entnehmen ist, stehen die persönlichen und privaten Schicksale in der Neunburger Region in enger Verbindung zur Historie. Zu Beginn beobachten die oberpfälzischen Kundschafter Wolfer und Lenz die Grenzregion und entdecken dabei ein unerwartet großes Hussitenheer, das nach wochenlangen Beutezügen erschöpft ist und noch keine Wagenburg errichtet hat.

Während dessen entfaltet sich das Alltagsleben auf dem Marktplatz, bei dem viele Figuren in das Stück eingeführt werden. Dazu gehört der Ritter Rüdiger Warberger, der als brutal und machthungrig dargestellt wird und mit ihm sein Scherge Klemm. Zentrale Figuren sind zudem Ida, die Tochter eines angesehenen Kaufmannes, die sich gegen den Willen ihrer Eltern in Jakob, einen jungen, tüchtiger Wagner verliebt hat. Sie soll jedoch mit dem Ritter Warberger vermählt werden, was nicht ohne Konflikte bleibt.

Es war eine spannende Versammlung des Festspielvereins anlässlich der Vorstellung des neuen Stücks, zusammen mit Oliver Cieslik, Matthias Eckel-Binder, Jürgen von Bülow, Karin Michl, Verena Hergl und Martin Birner (v. r.). - Foto: Ralf Gohlke

Zwischen Jakob und Ida entwickelt sich eine heimliche Beziehung. Doch Klemm beobachtet sie und berichtet Warperger, der Jakob zu hassen beginnt. Zur gleichen Zeit findet in der Burg des Pfalzgrafen eine entscheidende Beratung statt. Pfalzgraf Johann und seine Frau Beatrix sind sich uneinig, ob man die Hussiten angreifen oder ziehen lassen soll.

Riskanter, aber taktisch geschickter Plan

Die Pfalzgräfin warnt vor Krieg und betont das Leid der Bevölkerung, doch der Pfalzgraf fürchtet, dass die Hussiten jeden Sommer aufs Neue in die Oberpfalz einfallen werden, wenn man sie nicht stoppt. Der Ritter Hindschi Pflug schlägt einen riskanten, aber taktisch geschickten Plan vor. Der Angriffsbefehl wird schließlich gegeben.

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Zügig und lautlos marschieren die oberpfälzischen Truppen zum Feind. Ida folgt ihnen heimlich, um Jakob zu warnen – denn sie fürchtet Warpergers Rache mitten im Chaos einer Schlacht.

In der Schlacht von Hiltersried gelingt den Oberpfälzern tatsächlich ein Überraschungssieg. Der Kampf ist blutig; am Ende liegen die Hussiten besiegt am Boden. Die Schlacht endet mit einem militärischen Sieg, aber mit unermesslichen menschlichen Verlusten.

Das Stück soll eindrücklich zeigen, wie Glaubenskriege und Machtansprüche das Leben unschuldiger Menschen zerstören. Dabei sollen die beiden Seiten der Hussiten und der Oberpfälzer nachvollziehbar in ihren Handlungen dargestellt werden.

Karin Michl und Verena Hergl (v. l.) skizzierten die eine oder andere Figur, die den langjährigen Darstellern einiges an Veränderung abverlangen werden. - Foto: Ralf Gohlke

Details erläuterten Matthias Eckel-Binder, Oliver Cieslik, Karin Michl und Verena Hergl. Der neue Autor, Jürgen von Bülow nahm per Video-Konferenz am Geschehen teil. Matthias Eckel-Binder stellte ihn als eine Mischung „aus einem Berliner und einer Fränkin“ vor. Er selbst meinte: „Als Stuttgarter etwas für die Oberpfalz schreiben zu dürfen, interessiert mich aus ganz persönlichen Gründen: Meine Mutter kommt aus Gmünd, nördlich von Würzburg, und ich hab viel Verwandtschaft in Bamberg und gebe Workshops in verschiedenen Teilen von Bayern.“

Bürgermeister Birner: Die Spannung steigt

Eindrucksvoll sind seine Tätigkeitsfelder als Regisseur, Drehbuchautor (unter anderem für Marienhof, Tigerentenclub), Autor zahlreicher Theaterstücke, zu denen „Das Gespenst von Canterville“ oder „Sherlock Holmes – Tod im Nebel“ gehören, sowie einiger Bücher.

„Uns erwartet eine herausfordernde und spannende Saison, die aber auch Spaß machen kann“, fasste Karin Michl zusammen. „Der Spannungsbogen steigt“, sagte auch Bürgermeister Martin Birner (CSU) in einem Grußwort, auch wenn noch viel Arbeit auf alle zukommen werde.