Spielmannszug Grenzfähnlein Furth im Wald hat jetzt eine größere Heimat

Von Alexander Frimberger · 16. November 2025 um 19:00

Groß, modern und funktional. Die neu gestalteten Räumlichkeiten des Spielmannszugs Grenzfähnlein können sich sehen lassen. Zur Einweihung der Proberäume am Samstag, die auch als Treffpunkt dienen, waren viele Gratulanten gekommen.

Keine Frage, der Musikanten-Verein genießt eine Sonderstellung in Furth im Wald. Gegründet 1957, hat er über die 68-Jahre seines Bestehens erst vier Vorsitzende gehabt.

Erfolg braucht Raum

Das spreche für Kontinuität und gute Arbeit, sagte Bürgermeister Sandro Bauer in seinem Grußwort. Tolle und erfolgreiche Nachwuchsarbeit zeichnen den Verein ebenfalls aus. Weiterer Pluspunkt: Der Musikalische Leiter Hermann Dirscherl und seine Unterstützung Caro Rank leisteten hervorragende Arbeit. Jedes Musikstück werde zum Genuss, die einzelnen Gruppen eilten von Erfolg zu Erfolg.

Allein acht erste Plätze bei den Bayerischen und Deutschen Meisterschaften gab es in diesem Jahr, wie der Vereinsvorsitzende Tobias Späth in seiner Begrüßung zu Beginn ausführte. Dank dieser neuen Räumlichkeiten konnte man sich aber nicht nur intensiv und komfortabel auf die Erfolge vorbereiten, „sondern wir haben auch ein Ausbildungsheim geschaffen, das Treffpunkt für über 220 Musiker ist.“ Mit eingeschlossen sei der Akkordeonclub, der ebenfalls im oberen Stockwerk über der Drachenhöhle untergebracht ist.

Querflötenklänge zum Auftakt und zum Abschluss - Foto: Alexander Frimberger
Zahlreiche Gratulanten waren gekommen - Foto: Alexander Frimberger
Bürgermeister Sandro Bauer bei seinem Grußwort - Foto: Alexander Frimberger
Max Schächtl gratuliert auch - Foto: Alexander Frimberger
Max Schächtl gab dem Verein ein Motto mit auf den weiteren Weg. Das bekommt einen prominenten Platz, versprach Späth. - Foto: Alexander Frimberger
Dr. Michael Rummel (li.) und Thomas Bauer - Foto: Alexander Frimberger
Das frisch geweihte Kreuz wird aufgehängt - Foto: Alexander Frimberger

Neben zahlreichen Sponsoren und Unterstützern seien es vor allem unzählige Stunden handwerkliche Eigenleistung gewesen, die zur Vollendung der Aufgabe geführt hätten. Besonders verdient gemacht hätten sich dabei Markus und Simon Albrecht, Gerhard Kastner, Nicolas Traurig, Manfred Siegl, Ralph Multerer, Thomas Kaufmann und Andreas Roder. „Durch ihre tatkräftige Hilfe wurde ein wichtiger Grundstein für die nächsten Jahrzehnte gelegt“, so Späth. Mit dem erweiterten Raum habe man nun optimale Bedingungen für die weitere Vereinstätigkeit, denn es gebe mehr Platz, bessere Akustik und Ausstattung, sowie einen Ort der Begegnung, „an dem Musik und Freundschaft Hand in Hand gehen.“

Neben weiteren Überbringern von Glückwünschen und Grußworten trat auch Ehrenvorsitzender Max Schächtl ans Mikrofon. Als zweiter Vorsitzender des Fördervereins hatte er unter anderem ein Motto für die Zukunft mitgebracht. In großen Lettern prangt an den Wänden des Vereinsheims in Zukunft: „Blau und Weiß ein Leben lang. Euer Förderverein Grenzfähnlein.“ Abschließend segneten der evangelische Stadtpfarrer Dr. Michael Rummel und Diakon Thomas Bauer noch die neu gestalteten Räume.

Das Wandern war der Grenzfähnlein Lust

Andreas Roder, langjähriger Vorsitzender des Spielmannszugs Grenzfähnlein, gab im Rahmen der Einweihung der neu gestalteten und erweiterten Proberäume einen Einblick in die lange und bewegte Geschichte des Vereins.

Der erste Probenplan vom 2. Dezember 1957, der nur drei Wochen nach Gründung des Vereins erstellt worden war, belegt, dass zu dieser Zeit vor allem im Stadtturm geprobt wurde. „Schaut man heute auf den Stadtturm – und zwar in den Raum, wo die Uhr hängt –, kann man kaum glauben, dass hier proben möglich war.“ War es aber, denn schon nach vier Wochen intensiven Übens hatten die Fanfaren ihren ersten Auftritt in Furth im Wald.

Der ersten Station, die schnell zu klein war, folgte eine Odyssee durch die Räumlichkeiten der Drachenstadt. Die Further Schulen wurden genauso genutzt wie das Kreisjugendheim oder die Festhalle. 1968 erfolgte der Umzug in das sogenannte Bienenhaus, in dem vorher die Polizeidienststelle untergebracht war. Ab 1977 wurde in der heutigen Drachenhöhle ein Lager für Instrumente eingerichtet. 1986 hatte demnach Max Schächtl, der zu dieser Zeit Vorsitzender und Stadtrat war, die Idee, die Halle als neue Heimat zu nutzen. Ab 1987 erfolgte der Umbau mit Maßnahmen wie Einbau von WC und Heizung. 1990 zog man in die halbfertigen Räume um, 1992 konnte nach fünf Jahren Bauzeit Einweihung gefeiert werden. Im Zuge der Sanierung der Drachenhöhle plante man ab April 2024 den neuerlichen Umbau mit Erweiterung.