Freie Wähler Cham lüften Geheimnis: Eidenhardt fordert Stoiber heraus

Es war ein gut gehütetes Geheimnis, das die Chamer Freien Wähler am Freitag gelüftet haben: Christian Eidenhardt wird Bürgermeisterkandidat der Partei bei der Kommunalwahl am 8. März 2026. Der 38-Jährige blickt auf ein bewegtes Leben zurück.
Weil der gebürtige Waldmünchner seit vielen Jahren bei den Festspielen aktiv ist, lagen Trenck-Wortspiele beim Pressetermin vor dem Biertor auf der Hand. Dabei war es Eidenhardt und seinen Parteifreunden wichtig, dass der Pandur diesmal in friedlicher Absicht kommt und die Stadt „nach vorne bringen will“. Er sei einer, der anpackt, betonte der 38-Jährige. „Wir Freien Wähler versprechen nur, was wir auch umsetzen können.“
Andreas Geiling, Stadtrat und Ortsvorsitzender der FW, nannte „Eide“ den perfekten Kandidaten, der für Ehrenamt, Sport, Inklusion, Familie und Wirtschaft stehe. Es sei seiner Partei und Fraktion wichtig gewesen, dass die Bürger auch bei der kommenden Wahl eine echte Auswahl hätten.
Bekannt als ASV-Sprecher im Stadion und in der Halle
Eidenhardt ergänzte mit Blick auf die lange Liste seiner sportlichen Aktivitäten, dass er das Ehrenamt seit Jahren lebe – als Aktiver, als Trainer, als Funktionär. Bekannt ist er auch als Stadionsprecher der Kicker und als Hallensprecher der Handballer des ASV Cham, in dessen Präsidium Eidenhardt engagiert ist. Dabei sei er im Verein wie in der Politik als Teamspieler unterwegs.
Der FW-Kandidat sei „bekannt wie ein bunter Hund“, attestierte Dr. Charly Vetter, Stadtrat und Ex-MdL. Es sei sicher nicht leicht, den Amtsinhaber aus dem Sattel zu heben, doch Eidenhardt habe „sehr gute Chancen“ und die Chamer eine echte Auswahl.

Ex-Bürgermeisterin Karin Bucher teilte mit, dass bei ihrer Wahl weder Parteizugehörigkeit noch Sachkenntnis entscheidend seien. Wichtig sei ihr: „Was ist das für ein Mensch? Kann ich ihm vertrauen?“ Eidenhardt könne man „absolut wählen“, so Bucher. Zudem habe er bewiesen, dass er sich von ganz unten wieder zurückkämpfen kann.
Dem 38-Jährigen, der seit langem bei Schierer arbeitet, war im Jahr 2011 eine Ader im Kopf geplatzt. Er lag im Koma und musste rund ein Jahr im Krankenhaus verbringen. „Damals wurde mir eine Überlebenschance von fünf Prozent gegeben. Die Chance, Bürgermeister zu werden, ist deutlich höher“, scherzte Eidenhardt. „Ich habe keinen Druck, denn den schwersten Kampf habe ich schon hinter mir.“
Auch schon mal in Vilzing ausgeholfen
Eidenhardt sei ein Mann, der Menschen zusammenbringe, sagte Bucher. Als Beweis erwähnte sie, dass der Kandidat als Sprecher bei der DJK Vilzing ausgeholfen habe, obwohl sich die Huthgartenkicker und der ASV ja nicht immer grün sind.
Auch Christian Schindler, FW-Kreisvorsitzender und Kandidat für das Amt des Landrats, rührte die Werbetrommel für Christian Eidenhardt, der ein „Macher und Mensch“ sei, von seinen Erfahrungen und Erinnerungen zehre und für die Anliegen anderer immer ein offenes Ohr habe. „Ein Bürgermeister muss mit beiden Beinen im Leben stehen“, sagte Schindler. Er sei glücklich, dass die Freien Wähler einen Bewerber ins Rennen schicken, der viele wichtige Themenfelder abdecke.
„Ich will ansprechbar sein.Christian Eidenhardt
Eidenhardt, der sich schon vor seiner Erkrankung 2011 bei den Freien Wählern in Waldmünchen engagiert hat und seit 2012 in Cham wohnt, betonte, dass er kein Bürgermeister sein wolle, bei dem die Menschen Berührungsängste haben müssen. „Ich will ansprechbar sein“, sagte er. Offizielle nominiert werden soll Eidenhardt bei einer Versammlung am 2. Dezember um 19 Uhr im Hotel am Regenbogen.
Inklusion liegt ihm am Herzen
Inhaltlich hat sich der Bewerber noch nicht allzu weit aus dem Fenster gelehnt, wohl aber betont, dass ihm Inklusion am Herzen liege. Nicht nur Bücherei und Cordonhaus seien nicht barrierefrei zugänglich, auch bei vielen Geschäften und Spielplätzen gebe es noch einiges zu tun. Derzeit arbeite man im Team an einem Mehrjahresplan für Cham. Dabei setze er auf eine Erfahrung, die er in der Folge seiner Erkrankung gemacht habe. Man müsse sich kleine, erreichbare Ziele setzen, sagte er. Sprosse für Sprosse erklimme man eine Leiter am besten und sichersten.
Christian Eidenhardt ist der bislang einzige Herausforderer für Amtsinhaber Martin Stoiber (CSU), der sich im Jahr 2020 in einer Stichwahl gegen den damaligen FW-Bewerber Christian Plötz durchgesetzt hat. Über den aktuellen Rathauschef war Eidenhardt kein negatives Wort zu entlocken. „Wir haben einen integren Bürgermeister, den ich sehr schätze“, sagte er. „Der Stadt geht es gut, vieles läuft auch gut.“
„Wir haben unseren eigenen Weg“
Trotzdem sei es der Anspruch der Freien Wähler, zu zeigen dass man einiges verbessern könne. „Dabei vergleichen wir uns mit niemandem. Wir haben unseren eigenen Weg“, sagte der Bewerber. „Eine eigene Spur kann nur hinterlassen, wer nicht in fremde Fußstapfen tritt.“
Das ist der Bewerber:
Christian Eidenhardt wurde am 14. Januar 1987 geboren und ist in Waldmünchen aufgewachen. Er arbeitet seit 2003 als Groß- und Außenhandelskaufmann bei der Max Schierer GmbH. Er war und ist aktiver Fußballer und Trainer und als Vereinsfunktionär aktiv. Aktuell sitzt er im Präsidium des ASV Cham und ist Sportdirektor der SG Waldmünchen/Geigant. Zudem ist er Stadionsprecher des ASV und Hallensprecher der Chamer Handballer.
2011 platzte bei ihm eine Ader im Kopf (CP – Zerepralparese). Eidenhardt lag im Koma und verbrachte ein Jahr im Krankenhaus. Als Mitglied der CP-Nationalmannschaft absolvierte er drei Welt- und zwei Europameisterschaften. Eidenhardt ist auch Mitglied des Team Bananenflanke und engagiert sich bei der Down-Syndrom-Support-Gruppe. Bei der Trenckfestspielen in Waldmünchen hat er rund 200 Aufführungen absolviert – als Pandur.