100 Prozent: CSU Cham steht geschlossen hinter Bürgermeister Martin Stoiber

Mit Rückenwind schickt die CSU Amtsinhaber Martin Stoiber ins Rennen ums Bürgermeisteramt. 47 von 47 anwesenden Christsozialen nominierten ihn am Mittwoch für die Wahl am 8. März 2026.
Große Spannung versprach die Versammlung der Ortsverbände Cham, Untertraubenbach und Windischbergerdorf im Randsbergerhof zwar nicht, trotzdem mussten zusätzliche Stühle geholt werden, damit alle Mitglieder und Gäste Platz fanden. Ihre Motivation war klar: Rückenwind für Martin Stoiber (44), der 2020 zum ersten Mal das Bürgermeisteramt für die CSU in Cham geholt hat.

Der Rathauschef erinnerte an den erfolgreichen Wahlkampf 2019/2020 („rund 3000 Hausbesuche“) – und daran, dass sich die Welt seitdem verändert habe. Stichworte sind Corona, Ukraine-Krieg und das Erstarken antidemokratischer Kräfte. Trotz ungünstiger äußerer Bedingungen zog Stoiber eine rundweg positive Bilanz seiner Amtszeit. Ein Schlüssel zum Erfolg für ihn: Offenheit. „Wir müssen immer ehrlich sagen, was geht, und auch, was nicht geht.“ Dieser Weg sei auch der richtige, um Populisten von rechts und links zu begegnen.
Dendorfer nennt Stoiber einen „Förderhai“
Cham sei in guter Verfassung, so Stoiber. Hierzu tragen sprudelnde Steuereinnahmen dank guter Unternehmen, aber auch das erfolgreiche Anzapfen staatlicher Förderprogramme bei, so Stoiber. Sein Stellvertreter Walter Dendorfer nannte den Bürgermeister deshalb einen „Förderhai“.
Cham zähle bei 18 000 Einwohnern 17 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, berichtete Stoiber. Die Stadt sei schuldenfrei und verfüge über eine Rücklage von 20 Millionen Euro. Die sei nötig, denn es stünden weitere Millionenprojekte ins Haus: Sanierung der Grundschule, Ausbau des Glasfasernetzes, ein weiteres Gewerbegebiet, Hochwasserschutz, zweiter Bauabschnitt für das Pflegeheim St. Michael, ein zweites Gebäude für den Technologie-Campus.
Der sei ein „zentrales Element“ für Stadtenwicklung und Wirtschaft, sagte der Bürgermeister. Man gehe davon aus, dass bis zu einem Fünftel der Studierenden in der Region bleiben. Für sie, aber auch für die einheimischen jungen Familien gelte es, Wohnraum und Bauplätze zu schaffen. „Junge Leute brauchen Bauland“, sagte Stoiber. Dies binde die Menschen ebenso an die Region wie gute Arbeitsplätze oder Freizeitangebote.
Kommt am Markplatzt eine Erlebnisbibliothek?
Der Raushauschef machte sich auch für den Handel in Cham stark. Mit Blick auf den Marktplatz sagte er: „Wenn es die Wirtschaft nicht regelt, dann müssen wir als Stadt investieren.“ Es könne sein, dass sich die Kommune dort ein oder zwei Gebäude sichere. Als mögliche Nutzungen nannte er eine Erlebnisbibliothek, Pop-up-Flächen oder Gastronomie.
Wenn es die Wirtschaft nicht regelt, dann müssen wir als Stadt investieren.
Martin Stoiber zu Leerständen am Marktplatz
Stoiber vergaß nicht, eine Lanze für die Ortschaften und das Ehrenamt zu brechen, besonders für die Feuerwehr. Die übernehme nicht nur die Aufgabe der Gefahrenabwehr, sondern sei ein wichtiger Treffpunkt für die Menschen.
Das Bürgermeisteramt sei für ihn „Herzenssache und Leidenschaft“, sagte der Politiker und warb bei Parteifreunden und Bürgern um Unterstützung bei der Wahl am 8. März. Sein Ziel: „Gemeinsam mit dem Stadtrat Cham jeden Tag ein bisschen besser machen.“
„Der absolut geeignete Kandidat“
Zuvor hatten der 2. Bürgermeister Walter Dendorfer, Vorsitzender der Chamlandfraktion im Stadtrat, und CSU-Fraktionschef Günther Lommer Amtsinhaber Stoiber zur Wiederwahl vorgeschlagen. „Er ist der absolut geeignete Kandidat“, sagte Dendorfer. Stoiber nehme die Bürger mit, zudem sorge er im Stadtrat durch Absprachen mit allen Fraktionen im Vorfeld dafür, dass viele Beschlüsse einstimmig oder mit großen Mehrheiten gefasst würden.
Günther Lommer gestand, dass er den Kandidaten Stoiber vor sechs Jahren kritisch gesehen habe. „Heute gebe ich zu, dass ich mich noch nie so sehr getäuscht habe.“ Er sei seit 42 Jahren Stadtrat, noch nie habe es so viel Spaß gemacht.

Die 47 anwesenden CSUler sahen es wie Dendorfer und Lommer und stellen sich in geheimer Abstimmung zu 100 Prozent hinter Stoiber. Geleitet wurde die Wahl vom CSU-Kreisvorsitzenden Dr. Gerhard Hopp. Auch der hatte zuvor die Arbeit des Chamer Bürgermeisters gelobt. Die Kommunalwahl am 8. März 2026 sei ein echter Test, so Hopp: „Wie stabil sind wir in Bayern aufgestellt?“ Man müsse zusammenhalten. „Das hat uns als CSU im Landkreis Cham immer ausgezeichnet“, sagte Hopp.
Bislang ist Martin Stoiber der einzige Bewerber ums Bürgermeister in Cham. Die Freien Wähler sondieren laut Fraktionschef Frank Aumeier noch und werden sich erst zu einem späteren Zeitpunkt äußern. Auch die SPD hat sich laut Fraktionsvorsitzender Claudia Zimmermann noch nicht entschieden, mit welcher personellen Aufstellung sie in die Kommunalwahl 2026 geht.