Von Erzhäuser über Pissau bis Neunburg: Neue Wasserleitung bringt Sicherheit

Ziemlich genau vor einem Jahr begann die Firma Steininger aus Neunburg im Auftrag des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Nord-Ost-Gruppe (NOG) damit, die rund 3,35 Kilometer lange Wasserleitung vom Pumpwerk in Erzhäuser bis zum neuen Hochbehälter in Pissau zu erneuern. Vor kurzem wurden die Fertigstellung der beiden Teilabschnitte des Wasserleitungsbaus – von Erzhäuser über den Hochbehälter in Pissau und von dort bis Neunburg – und der Zusammenschluss an der Nahtstelle beider Leitungen mit einem kleinen Festakt gefeiert.
NOG-Verbandsvorsitzender Klaus Zeiser stellte heraus, dass es sich nicht nur wegen der Gesamtlänge der Leitung von rund 7,2 Kilometer und der Gesamtkosten in Höhe von rund 2,2 Millionen. Euro, die mit rund 875.000 Euro durch das Land Bayern gefördert werden, um eine nicht alltägliche Baumaßnahme handle. Sie sei auch etwas Besonderes, weil mit dieser „überragend wichtigen Hauptleitung die Versorgungssicherheit für viele Bürger im Verbandsgebiet gewährleistet werden kann“.
Mit Pflug, Fräse und Bagger wurden Leitungen verlegt
Diplom-Ingenieur Wolfgang Vetter vom planenden Ingenieurbüro Weiß erläuterte, dass im Rahmen des Wasserleitungsbaus zugleich auch Leerrohre für ein Steuerkabel mitverlegt worden seien. In beiden Abschnitten seien die Leitungen dem Gelände und Boden angepasst mit verschiedenen Techniken eingebracht worden, entweder mit Pflug, Fräse oder Bagger. Im Bauabschnitt 2 kam bei den drei Straßenquerungen auch das sogenannten Pressbohrverfahren zum Einsatz, um die Straße nicht aufgraben und für den Verkehr sperren zu müssen. Vetter dankte den beteiligten Firmen und den Wassermeistern der NOG für die harmonische Zusammenarbeit und stellte lobend fest, dass die Arbeiten unfallfrei vonstatten gingen und es keine Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben habe.
Einzig in Obererzhäuser bei der Abzweigung der Neuen Straße in Richtung Kipfenberg zum Wasserwerk sei es zu zwei Zwischenfällen gekommen, die für etwas Verzögerung sorgten, so Vetter auf Nachfrage der MZ. Im Boden sei man auf mehrere Fremdleitungen gestoßen, die so nicht eingeplant gewesen seien und die eine Umlegung der neuen Leitung erforderlich machten. Außerdem habe es einen Wasserrohrbruch in der Parallel-Leitung vom Wasserwerk nach Egelsried gegeben, der die abschüssige Staatsstraße 2398 teilweise etwas unter Wasser gesetzt und die Mitarbeiter der NOG damals bis weit nach Mitternacht in Atem gehalten habe.

Firmenchef Siegfried Wagner hob die herausfordernde Stumpfschweiß-Technik hervor, mit der die Kunststoffrohre in einem Zelt, dass vor Witterungseinflüssen und Temperaturschwankungen schützen sollte, zu rund 250 Meter langen Leitungen zusammengefügt wurden. Die Chefs der ausführenden Firmen, Wagner und Anton Steininger jun., lobten die gute Zusammenarbeit und stellten heraus, dass man sich bei Bedarf sogar gegenseitig ausgeholfen habe
Die neue 7,2 Kilometer lange Wasserleitung wurde in zwei Teilabschnitten gebaut. Das Teilstück, mit dem vor etwa einem Jahr begonnen wurde, erstreckte sich vom Hochbehälter fast bis zu Staatsstraße 2398, wo es dann in südlicher Richtung abzweigte und parallel zur St2398 bis zur Abzweigung der SAD40 nach Pissau verlief. Nach einer kurzen Winterpause wurden die Arbeiten entlang der ehemaligen Straße von Neunburg nach Bodenwöhr über den Eichelberg weiter bis zum Ortseingang von Pingarten fortgesetzt. Von dort aus ging es weiter in Richtung Erzhäuser, wo die Leitung in Richtung Kipfenberg zum Wasserwerk abzweigt.
Arbeiten in den zwei Bauabschnitten liefen parallel
Die Firma Wagner begann dann Ende Februar mit dem zweiten, knapp 3,9 Kilometer langen Bauabschnitt in Richtung Neunburg, der zunächst parallel zur St 2398, entlang der ehemaligen Straße von Bodenwöhr nach Neunburg, über den sogenannten Wutzelskühner Berg verlief, dann entlang des Wirtschaftswegs zwischen dem Plattenberg und dem Pfieferlberg bis zur St2151 und dann an der Amberger Straße und am KZ-Friedhof entlang bis zum Druckminderschacht in Wilbersdorf am Ortseingang von Neunburg.
Die neue Trasse verläuft nunmehr zum Großteil unmittelbar parallel zu bestehenden Orts- bzw. Staatstraßen und bestehenden Wirtschaftswegen. Der neue Leitungsdurchmesser liegt zwischen 315 und 355 Millimeter .
1,6 Millionen Kubikmeter Wasser aus fünf Brunnen
• Brunnen: Das gesamte Wasser der Nord-Ost-Gruppe (NOG) wird aus fünf Brunnen gewonnen. Drei davon liegen in den Erzhäuserner Mahdwiesen, einer etwas weiter südlich davon im angrenzenden Waldstück Postholz und der fünfte im Postloher Forst.
• Verteilung: Das Wasser wird zum Maschinenhaus in Erzhäuser gepumpt, wo es aufbereitet und dann entweder in der neuen Leitung Richtung Neunburg zum neuen Hochbehälter in Pissau oder zum Hochbehälter in Egelsried weitergepumpt wird.
• Versorgung: Mit einer Jahresförderleistung von circa 1,6 Millionen Kubikmeter versorgt der Zweckverband rund 15.000 Menschen aus den fünf genannten Brunnen und einen Großteil davon über die Neunburger Leitung, die erneuert und jetzt fertiggestellt wurde.