Sie sind Neunburgs Vorbilder und Mutmacher: Mehr als 30 Bürger für Engagement geehrt

Von Ralf Gohlke · 12. November 2025 um 05:00

Die Ehrenmedaille der Stadt Neunburg ist, nach dem Ehrenbürgerrecht, die zweithöchste Auszeichnung, die gemäß der offiziellen Ehrenordnung an eine Einzelperson für besondere Verdienste verliehen werden kann. Seit Sonntag verfügt die Pfalzgrafenstadt über einen neuen Ehrenmedaillen-Inhaber.

Voraussetzung, um mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet werden zu können, sind laut Paragraf vier der städtischen Ehrenordnung „hervorragende Verdienste“. Diese erfüllt Johann Eckl. Beim alljährlichen Ehrenamtsabend wurde die Auszeichnung dem ehemaligen Stadt- und Kreisrat der Freien Wähler überreicht. Der Akt bildete den Höhepunkt der Veranstaltung im historischen Schlosssaal, bei der erneut Personen für ihr herausragendes Engagement im Bereich Sport, Kultur, Soziales oder Gesellschaftliches geehrt wurden.

Ein stiller Motor der Gemeinschaft

„Heute stehen sie im Mittelpunkt – Menschen, die mit ihrem freiwilligen Einsatz unsere Stadt nicht nur mitgestalten, sondern mit Leben erfüllen“, betonte Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU). Ihr Einsatz sei ein stiller Motor der Gemeinschaft, zuverlässig, kraftvoll und leider oft auch unbeachtet. An diesem Abend sollte er sichtbar werden.

Johann Eckl trug sich auch ins Goldene Buch ein. Ihm gratulierten Richard Tischler, Margit Reichl, Martin Birner und Martin Scharf (v. r.).

Egal ob im sozialen Bereich, mit kulturellen Projekten, im Sport und Traditionsvereinen oder der Organisation von Veranstaltungen, sie alle würden laut Birner dazu beitragen, dass die Stadt mehr sei als nur ein Ort zum Wohnen. Die zu Ehrenden machten sie zu einem Ort des Miteinanders, der Teilhabe und der gelebten Verantwortung. Ehrenamt bedeute, Zeit zu schenken, ohne einer Gegenleistung zu erwarten. Es bedeute, mit Herz und Haltung für etwas einzustehen, dass vielleicht sogar größer sei als man selbst, so der Rathauschef.

Sie alle würden dies tun, mit Ausdauer, Kreativität und einem tiefen Sinn für Gemeinschaft, stand für Birner fest. Letztendlich sei dieser Einsatz nicht nur wertvoll, sondern unverzichtbar.

Nicht unerwähnt ließ der Bürgermeister, dass alle zusätzlich Brückenbauer zwischen den Generationen, verschiedenen Interessen und Lebensweisheit seien. Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftlicher Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeit mehr sei, seien ehrenamtlich Tätige ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Solidarität und Mitmenschlichkeit gelebt werden könne. „Sie geben unserer Stadt ein Gesicht, ein menschliches, zugewandtes und hoffungsvolles“, betonte Birner und fügte an: „Sie sind das Herz und die Seele unserer Stadt, als Vorbilder, Mut- und Möglichmacher.“

Ein Bläserensemble der Stadtkapelle, unter der Leitung von Andreas Königsberger, umrahmte den Ehrenabend. - Foto: Ralf Gohlke

Der Landtagsabgeordnete Martin Scharf (FW) zeigte sich ebenfalls beeindruckt von der Vielfältigkeit der Tätigkeiten, die zur Ehrung anstanden. „Den Dank für ihre Engagement kann man nicht oft genug wiederholen“, meinte er. Das es gelegentlich über den Beruf und die Familie hinausgehe, sei es dennoch in jedem Fall wert. Im Vorgriff auf die Ehrung von Johann Eckl würdigte er bereits dessen 23-jährige Tätigkeit im Stadtrat und bei den Freien Wählern.

Jeder Zweite ist engagiert

Stellvertretender Landrat Richard Tischler (FW) meinte, die Stadt mit ihren Ehrenamtsträgern sei Vorbild für Viele. Er zitierte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der erklärt hatte, dass in Bayern schon jeder Zweite ab 14 Jahren in einem Ehrenamt tätig sei. Insgesamt würden jährlich 710 Millionen Stunden ehrenamtlich geleistet, was schlicht nicht bezahlbar wäre. Ganz wichtig sei dazu der Beitrag, Menschen in Not zu helfen oder vor Vereinsamung zu bewahren.

Nachdem die Vertreter der Vereine gewürdigt waren, stand noch die Verleihung der Ehrenmedaille für Johann Eckl an. Ihm bescheinigte der Bürgermeister außergewöhnliches Engagement, Herz und Verstand, Beharrlichkeit, aber auch Bescheidenheit in seinem Einsatz für die Stadt. In 23 Jahren aktiver Mitgestaltung habe er sich stets mit Sachverstand und Verantwortungsgefühl für das Wohl der Stadt eingesetzt. Dies galt sowohl für den Stadtrat als und in verschiedenen Ausschüssen, immer geprägt von der Stimme des Bürgers im Ohr, mit klarer Haltung, Sachverstand und Konstruktivität. Die Auszeichnung solle Ausdruck sein, dass sein Wirken sichtbar Spuren hinterlassen habe.

Diese Bürger wurden von der Stadt ausgezeichnet

• 1. FC Neunburg: Turnen – Margot Köppl und Rosa Schafbauer; Stockschützen – Margit Graf, Max Weindler, Christa Junglas, Josef Junglas, Erwin Weingärtner, Gertraud Schwindler, Johann Schwindler, Andreas Dirnberger und Josef Zimmermann

• FF Penting: Johann Keilhammer, Christopher Jeter, Michael Vitzthum, Peter Weiß, Markus Vitzthum, Jürgen Keilhammer, Alexander Scheuerer, Michael Meier, Markus Rösch und Manfred Keilhammer

• FF Kröblitz: Stephan Demuth

• Kunstverein Unverdorben: Gabriele Irlbacher und Dana Ettl

• Chor Contigo: Jürgen Zach

• VdK: Barbara Bäumler, Hildegard Maderer, Beate Beinhölzl, Richard Wurmstein, Siegfried Götz und Georg Demleitner

• Rutengänger Lehrpfad u.a.: Karl Dietl

• Yachtclub: Franz Graf

• Jagdgenossenschaft Stockarn: Herbert Bauer

• Deutsche Meisterin im Reiten: Isabella von Wenz Niederlahnstein