Zustand wichtiger Brücken in Burglengenfeld ist teils besser als erwartet

Mit einer Information über den Zustand der Umgehungsstraßen-Brücken hat Stadtbaumeister Franz Haneder kürzlich im Bauausschuss in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) für Erleichterung gesorgt. Seinen Worten zufolge haben drei von fünf Überführungen die jüngste Hauptprüfung mit der Gesamtnote 2,5 überstanden. Folglich brauche man sich aktuell keine zu großen Sorgen um die Verkehrssicherheit zu machen. Und doch gilt es, die Nachricht kritisch zu hinterfragen.
Denn: Welchen Wert hat eine Durchschnittsnote für Bauwerke dieser Art? Ist eine Kette nicht nur so stabil wie ihr schwächstes Glied? Und: Hatte Haneder nicht schon vor Jahren die Naabbrücke der Ortsumfahrung als Schwachstelle ausgemacht – und deshalb für die Sanierung angemeldet?
Bereits seit 2021 auf der To-do-Liste
Tatsächlich steht die 1978 errichtete Konstruktion, die auch die Mossendorfer Straße überspannt, seit 2021 auf der Liste der Tiefbauprojekte, bei denen nach Expertenmeinung Handlungsbedarf besteht. Kämmerin Elke Frieser hatte deshalb schon damals für erste Arbeiten 260 000 Euro einkalkuliert, für das Jahr darauf noch einmal eine Viertelmillion. Es geht also nicht nur um Kleinigkeiten.
Das hätte eine gewisse Logik, denn zuvor war die sogenannte Flutbrücke, ebenfalls Teil der Ortsumfahrung, umfangreich saniert worden. Die Überführungen sind in etwa gleich alt und unterliegen derselben Beanspruchung, die laut Haneder laufend zunimmt.
„Der Einfachheit halber“ Note 2,5
Dann aber wurde die Stadt von ihrer Geldnot gebremst. Die Sanierung der Naabbrücke wurde mehrfach verschoben, wohl wissend, dass dadurch der Aufwand und damit die Kosten nur weiter steigen würden. Gleichzeitig wollte der Stadtbaumeister allerdings auf Nummer sicher gehen und veranlasste ein Gutachten außer der Reihe. Niemand sollte von einer plötzlichen Sperrung überrascht werden.
Weil das Ergebnis der Tragfähigkeitsberechnung erst kürzlich mitgeteilt worden sei, sah sich Haneder veranlasst, die Mandatsträger nun spontan über den Zustand der Brücken insgesamt zu informieren, erklärt der Stadtbaumeister auf Nachfrage. Der Einfachheit halber nannte er in der Sitzung die Gesamtnote 2,5.
Einzelfahrt mit Last von bis zu 100 Tonnen erlaubt
Diese ergibt sich seinen Worten zufolge wie folgt: Die Brücke über die Holzheimer Straße wurde von Sachverständigen mit 2,5 bewertet; die erst vor wenigen Jahren sanierte Flutbrücke sogar mit 1,7. Und die Überfahrung der Mossendorfer Straße schnitt immerhin mit einer 3,0 ab.
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Die Ermittlung der zulässigen Lasten habe darüber hinaus ergeben, dass die Brücken eine Einzelfahrt mit bis zu 100 Tonnen aufnehmen können. Üblich seien 40 Tonnen. Die Substanz sei also solide, urteilt Haneder. Allerdings gelte es zu beachten, dass Schwerverkehr heutzutage auch Maschinen und Geräte mit sich führe, die 200 Tonnen und mehr erreichten.
„Alle drei Brücken sind derzeit verkehrssicher“, fasst der Stadtbaumeister zusammen. Die Stadt verfolge die Zustandsentwicklung gleichwohl kontinuierlich und plane „vorausschauend notwendige Maßnahmen, um die Bauwerke langfristig zu erhalten“. Die Kommune sei gut beraten, für die nächste Sanierung Rücklagen zu bilden, mahnt Haneder. Die Kosten könnten, bis es soweit sei, die Millionen-Marke erreichen.
Wegen der Finanzlage ist ständig neu abzuwägen
Umso mehr drängt sich die Frage auf, weshalb nicht schon jetzt mehr Druck auf den Stadtrat, der das benötigte Geld bewilligen müsste, ausgeübt wird. Haneder begründet dies mit der allgemein angespannten Finanzlage der Kommune, die dazu zwinge, Dinge immer wieder neu abzuwägen.
Sollte sich der Zustand der Naabbrücke jedoch plötzlich deutlich verschlechtern, so wie es seinerzeit bei der Flutbrücke der Fall gewesen sei, würde er sofort Alarm schlagen und die Räte in die Pflicht nehmen. Haneder wörtlich: „Da können Sie sicher sein.“