Burglengenfelds Vermögensetat schrumpft auf 3,5 Millionen – Brückensanierung erneut geschoben

Von Thomas Rieke · 13. März 2025 um 17:00

Der finanzielle Spielraum der Stadt Burglengenfeld ist wie befürchtet sehr eng geworden. Der Entwurf des Vermögenshaushalts für 2025 drückt dies deutlich aus. Er umfasst nur noch 3,462 Millionen Euro. Für wichtige Dinge, wie die Sanierung der Naabbrücke, die auch die Mossendorfer Straße quert, steht erneut kein Geld zur Verfügung.

Und so beschränkte sich die Investitionsübersicht, die am Mittwoch (12. März) im Finanzausschuss Seite für Seite besprochen wurde, auf vergleichsweise wenig Aufregendes. Im Folgenden versucht die Redaktion zu veranschaulichen, wofür dieses Geld verwendet werden soll.

Allgemeine Verwaltung: 45 000 Euro investiert die Stadt heuer in neue EDV-Hardware. Wegen der Umstellung auf Windows 11 müssen Sachbearbeiter-PCs teils ausgetauscht werden. 20 000 Euro werden für die Ausstattung eines Besprechungszimmers zur Verfügung gestellt. Auch ein Büro erhält für 4000 Euro neue Möbel. Auf einem Teil des Dachs der Verwaltung soll eine PV-Anlage installiert werden. Kostenpunkt: 40 000 Euro.

Brandschutz: Um dem Feuerwehrbedarfsplan gerecht zu werden, sind auch in den kommenden Jahren diverse Ausgaben zu berücksichtigen. Das Gerätehaus der FF Burglengenfeld wird um zwei Stellplätze vergrößert. Allein die Planung schlägt heuer mit 50 000 Euro zu Buche. Die FF Dietldorf erhält bekanntlich für rund 430 000 Euro ein neues Einsatzfahrzeug. Heuer sind dafür 281 000 Euro veranschlagt. Um für die FF Pottenstetten ein neues Gerätehaus errichten zu können, ist zunächst ein Grunderwerb vorgesehen. Die Kämmerin plante dafür 180 000 Euro ein.

Auch das könnte Sie interessieren: Am 11. März legte Kämmerin Elke Frieser die Eckdaten des Haushalts für 2025 vor und erläuterte dem Finanzausschuss die wesentlichen Zahlen aus dem Verwaltungsetat.

Schulen: Für den längst vollendeten Erweiterungsbau der Grundschule, der knapp 16 Millionen gekostet hat, werden der Stadt heuer weitere 1,14 Millionen Euro zugewiesen. Die neuen Ausgaben sind dagegen Peanuts: zum Beispiel 10 000 Euro für ein digitales Klassenzimmer. Mit 30 000 Euro soll das Mobiliar des gebundenen Ganztags in der Mittelschule ergänzt werden. In diesem Zusammenhang wurde bekannt, dass sich Rektor Michael Chwatal für seine Schüler dringend einen attraktiveren Pausenhof wünschte. CSU-Fraktionschef Michael Schaller legte dafür ein gutes Wort ein. Stadtbaumeister Franz Haneder versicherte: „Wir werden was entwickeln“. Die Dreifachturnhalle wird heuer mit zeitgemäßem Licht ausgerüstet. 63 000 Euro liegen dafür parat.

Kulturpflege: Das Oberpfälzer Volkskundemuseum erhält für 17 000 Euro neue Regale, und die Leiterin der Stadtbibliothek darf sich freuen, dass für die Fortsetzung der Modernisierung 40 000 Euro bereitgestellt werden. Die Hälfte ist durch einen Zuschuss abgedeckt.

Denkmalschutz: Nach wie vor wird an der Umgestaltung der Freiflächen am Galgenberg gearbeitet. Heuer gibt’s dafür 40 000 Euro.

Jugendarbeit und Spielplätze: Mit einem Kostenaufwand von 23 000 Euro wird der Spielplatz in Hub erneuert.

Kinderbetreuung: Die beiden geplanten neuen Kinderhäuser, die im Baugebiet Hussitenweg und am Kreuzberg entstehen sollen, tauchen auch 2025 im Haushaltsentwurf der Stadt nicht auf. Die Begründung von Kämmerin Elke Frieser: Heuer verursachten diese Vorhaben, die die Stadtbau GmbH umsetzen soll, noch keine Zahlungsverpflichtungen. – Für die kürzlich eröffnete Großtagespflege „Dschungelbande“ gibt es einen Zuschuss von 8000 Euro. Der städtische Josefine- und Louise-Haas-Kindergarten benötigt 108 neue Stühle und einen Teppich. Kostenpunkt: 15 000 Euro.

Sportanlagen: Der Bolzplatz am Lanzenanger soll sukzessive aufgewertet werden, etwa durch Umkleidekabinen und eine gebrauchte Flutlichtanlage. Dafür sind 20 000 Euro eingeplant. Für das Minispielfeld im Naabtalpark werden zwei Tore angeschafft, und zwar unzerstörbare. An den bisherigen wurden laut Haneder immer wieder die Netze zerschnitten. Der robustere Ersatz kostet 14 500 Euro. Das Flussbad an der Naab soll endlich ein Beachvolleyballfeld erhalten. 6000 Euro sind dafür fällig.

Altstadtsanierung: Die Fronfeste beschäftigt die Stadt nun schon mehrere Jahre. Der Gesamtbedarf liegt bei weit über zwei Millionen Euro. Heuer sollen für restliche Gewerke 265 000 Euro zur Verfügung gestellt werden.

Straßen: Die 2024 geschobene Sanierung der Umgehungsstraße zwischen Hussitenweg und Baumarkt-Kreisel kostet 145 000 Euro und soll heuer erledigt werden. Zur Freude von BFB-Rat Hans-Edmund Glatzl, der in der Max-Schulze-Straße zuhause ist, wird ein Teilstück eben dieser Straße heuer saniert. 150 000 Euro hat die Kämmerin dafür in das Zahlenwerk integriert. 140 000 Euro sind für ein Teilstück der Goethestraße vorgesehen. Mit 95 000 Euro schlägt die bereits 2024 realisierte Querungshilfe in der Kallmünzer Straße zu Buche. Auch an die Umlandgemeinden wurde gedacht: Für Arbeiten an der Ortsstraße in Höchensee stellte die Kämmerin beispielsweise 70 000 Euro in den Plan ein.

Weiter geschoben wurde indes die Sanierung der Naabbrücke, die auch die Mossendorfer Straße quert. Um auf Nummer sicher zu gehen, hat der Stadtbaumeister das Bauwerk 2024 extra unter die Lupe nehmen lassen. Akuter Handlungsbedarf besteht demnach nicht. Allerdings wird es eine Belastungsbeschränkung auf 100 Tonnen geben. Die Frage Glatzls, ob die Maßnahme durch die Verzögerung nicht noch teurer werde, bejahte Haneder. 2023 war der Kostenaufwand mit 830 000 Euro angegeben worden.

Die Max-Schulze-Straße wird saniert. 150 000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Foto: Rieke
Die FF Pottenstetten erhält ein neues Gerätehaus. Heuer wird dafür ein Grundstück erworben. Foto: Rieke
An der Attraktivität des Parks am Galgenberg wird weiter gefeilt. Foto: Rieke
Die Mittelschule wünschte sich einen attraktiveren Pausenhof, muss aber noch warten. Foto: Rieke
Die Sanierung der Fronfeste ist in Burglengenfeld ein Dauerthema. Heuer werden dafür weitere 265 000 Euro zur Verfügung gestellt. Foto: Rieke
Dieser Teil des Rathauses wird mit einer PV-Anlage bestückt. Foto: Rieke