Burglengenfeld lässt sanierungsbedürftige Naabbrücke extra untersuchen

Von Thomas Rieke · 19. September 2024 um 11:00

Der Einsturz der Carolabrücke in Dresden hat bundesweit für Bestürzung gesorgt. Viele Menschen fragen sich seitdem: Wie groß ist die Dunkelziffer maroder Überführungen im Land? Auch in Burglengenfeld gibt es eine Brücke, die seit Jahren saniert werden sollte. Doch die Stadt hat immer wieder umdisponiert.

Konkret geht es um die Naabbrücke der Ortsumfahrung, die 1978 errichtet worden ist. Ähnlich wie bei der nur wenige hundert Meter entfernten Flutbrücke wurde bei ihr vor längerer Zeit festgestellt, dass Handlungsbedarf besteht. Das liegt nicht nur am Alter des Bauwerks. Gründe sind nach Meinung eines Experten vor allem auch die Folgen der gewachsenen Beanspruchung. Sowohl die Zahl der Fahrzeuge als auch das Gewicht derselben habe stetig zugenommen.

Kämmerin hatte bereits Mittel eingeplant

Die Flutbrücke wurde mittlerweile mit großem Aufwand ertüchtigt (MZ berichtete). Bei der Naabbrücke hat sich indes bisher nichts getan. Dabei ist sie bereits seit 2021 Gegenstand eines ehrgeizigen Sanierungsprogramms der Stadt. Kämmerin Elke Frieser hatte damals für erste Arbeiten 260 000 Euro einkalkuliert, für das Jahr darauf noch einmal eine Viertelmillion.

Die finanziellen Schwierigkeiten der Kommune, die sich unter anderem wegen des Ausfalls fest eingeplanter Fördermittel in Höhe von 3,7 Millionen Euro verschärften und die bis heute zu einem strengen Sparkurs zwingen, führten jedoch dazu, dass das Brückenprojekt mehrfach geschoben worden ist. Auch der Haushalt des laufenden Jahres sah dafür keine Mittel mehr vor.

In Regensburg gibt es gleich eine ganze Reihe von Brücken, die saniert werden müssen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Anfang 2023 machte Stadtbaumeister Franz Haneder allerdings deutlich, dass er das Thema keinesfalls auf die leichte Schulter nimmt, im Gegenteil: Zusätzlich zur obligatorischen Hauptprüfung, die für 2024 im Kalender steht, beantragte er eine weitere Untersuchung, und zwar nicht nur für die eine Brücke, sondern für alle drei Naabüberführungen, für die Burglengenfeld zuständig ist.

Im Fokus soll dabei die Frage stehen, ob die Bauwerke dem Schwerlastverkehr noch vollumfänglich gewachsen sind oder ob man über eine Tonnagebeschränkung nachdenken muss.

Pressestelle: Zusatzprüfung hat besonderen Schwerpunkt

Ulrike Pelikan-Roßmann, Pressreferentin der Stadt, bestätigte, dass der Auftrag für dieses Gutachten vergeben sei. Weshalb dies nicht schon 2023 geschehen ist, konnte sie nicht klären. Zu groß seien aktuell urlaubs- und krankheitsbedingt die Lücken im Rathaus. Überflüssig geworden sei die Zusatz-Prüfung aber trotz der Hauptuntersuchung, die bis Ende Oktober abgeschlossen sein soll, nicht, weil unterschiedliche Verfahren zu unterschiedlichen Schwerpunkten zur Anwendung kämen. Unbeantwortet blieben auch die Fragen, ob es die Verantwortlichen der Stadt mittlerweile bereuen, die Brückensanierung nicht früher in Angriff genommen zu haben. Denn die Kosten dürften sich seit 2021 stark erhöht haben. Ob die Maßnahme nun für den kommenden Haushalt angemeldet wird, ließ sich ebenfalls nicht in Erfahrung bringen.

Bürgermeister beruhigt: „Kein Grund zur Sorge“

Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) äußerte sich eher allgemein und teilte über die Pressestelle mit: Für alle Brücken, für die die Stadt die Unterhaltslast trage, würden die gesetzlichen Prüfungsintervalle regelmäßig durchgeführt. Daher bestehe „keinerlei Grund zu irgendwelchen Sorgen“. Die Notwendigkeit, die Naabbrücke zu sanieren, sei unbestritten. Die Maßnahme werde, „sobald es möglich ist“, vorgenommen. Die Feststellung, dass Sanierungsbedarf an einer Brücke besteht, bedeute im Übrigen nicht, dass diese akut von Einsturz gefährdet sei und unverzüglich gesperrt werden müsse, betont Gesche weiter.

Dies würden auch die regelmäßigen Gutachten bestätigen. Und das sei auch einer der Gründe gewesen, weshalb die Maßnahme 2023 erneut geschoben worden sei. Die Dringlichkeit sei eben noch nicht gegeben gewesen.