Was Urlauber am Landkreis Kelheim lieben - und was die Touristiker für 2026 planen

Gastwirte, Vermieter und Vertreter von Kommunen blickten auf die Saison 2025. Florian Best, der Geschäftsführer des Tourismusverbands, stellte Projekte für das kommende Jahr vor. Oldtimer und Wellness sollen dabei eine besondere Rolle spielen.
Das Jahr 2025 sei aus touristisch-wirtschaftlicher Sicht solide verlaufen. Keine Rekordsaison, aber man könne zufrieden sein, verkündete der Vorsitzende des Tourismusverbandes, Landrat Martin Neumeyer, bei der Mitgliederversammlung am Mittwoch.
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Aber Tourismus sei nicht nur eine Branche, sondern gehe alle etwas an. Denn auch die Gastronomie und der Einzelhandel stünden in direktem Zusammenhang mit der Branche und profitierten von den Besuchern. „Wo es keinen Tourismus gibt, leidet auch die Gastronomie und der Einzelhandel. Wo Tourismus ist, ist auch Leben und Bewegung“, sagte Neumeyer. Auch der Arbeitsmarkt und die lokale Wirtschaft stünde in direktem Zusammenhang mit der Tourismusbranche.
Urlaubsverhalten verändert
Er bezeichnete es außerdem als Privileg, dort zu wohnen, wo andere Urlaub machen. „Wir haben etwas anzubieten!“, betonte Neumeyer und appellierte an die anwesenden Mitglieder, stolz auf eine solche Region zu sein. Das Urlaubsverhalten der Deutschen habe sich aber generell gewandelt. Früher seien Besucher neun bis zehn Tage geblieben, heute blieben sie deutlich kürzer, meist nur ein Wochenende.
Wir leben in einer Region, wo andere Urlaub machen.Martin Neumeyer, Vorsitzender des Tourismusverbands
Florian Best, Geschäftsführer des Tourismusverbands im Landkreis Kelheim, erklärte, dass die Hauptzielgruppe im Landkreis Kelheim daher Tages- und Wochenendbesucher seien. Die Zahl der Kurzurlauber sei aber noch weit von derjenigen vor Corona entfernt. Erfreulich sei aber, dass die Aufenthaltsdauer im Landkreis Kelheim seit 2024 (3,4 Tage) konstant geblieben sei.
Laut dem Jahresbericht des Kreisgeschäftsführers für 2025 wurden insgesamt 4,6 Millionen touristische Aufenthaltstage im Landkreis Kelheim verzeichnet. Weil Fernreisen immer teuerer werden, steigt das Interesse an der hiesigen Region, sagte Best. Der Trend gehe daher zu mehreren Kurzreisen statt einer großen Reise im Jahr.
Seit Corona erfreue sich vor allem das Wandern wieder großer Beliebtheit. Daher habe man bereits damit begonnen, die Wanderwege des Landkreises neu zu beschildern. Außerdem sollen Podcasts und Videos über die Wanderwege des Jurasteigs für neuen Schwung in der Region sorgen.
Darüber hinaus soll auch dem derzeitigen Trend des Gravelbikens, eine erweiterte Form des Mountainbikens Rechnung getragen werden. Für diese Spezies der Fahrradfahrer sollen Strecken in erster Linie auf den Jurahochflächen im Bereich Riedenburg/Painten/Kelheim und in der Hallertau ausgewiesen werden. Zudem konnte Florian Best aufzeigen, dass die Lenkung der Mountainbiker in dem sensiblen Gebiet rund um den Donaudurchbruch und dem Weltenburger Berg wirke. Hier wurde 2025 das Wegenetz der Kelheimer „Ur-Trails“ ausgewiesen.
Reiseinspiration auf Social Media ist die Welt von heute.Florian Best, Geschäftsführer des Tourismusverbands
Ausbauen will man auch die Präsenz in den Sozialen Netzwerken. Das soll für mehr Medienpräsenz sorgen. „Reiseinspiration auf sozialen Netzwerken ist die Welt von heute“, sagte Florian Best. Aus diesem Grund wurden auch Themenjahre für die Region bestimmt, durch die neue Zielgruppen erreicht werden sollen.
Während im Jahr 2025 ein Hauptaugenmerk auf die „Architektur in Bayerns Herzstück“ gelegt wurde, soll 2026 unter dem Motto „Tief durchatmen. Kraft tanken. Wohlfühlen“ stehen und den Fokus vor allem auf den Wellness-Faktor der Region legen. 2026 besteht der Tourismusverband seit 25 Jahren.
Neue Zielgruppen zu erschließen funktioniert aber offenbar auch anders - mit Oldtimern. Das erste „Oldtimer-Weekend Altmühltal & Hallertau“ im April 2025 wurde laut Best ein Highlight des Jahres. Besucher aus ganz Deutschland seien nach Kelheim gekommen. An diesen Erfolg will man 2026 mit dem zweiten Oldtimer-Wochenende vom 10. bis 12. April anknüpfen.
Großes Projekt in Ostbayern
Nachhaltigkeit wird ein immer wichtigeres Thema. Best stellte in diesem Zusammenhang das vor Kurzem angelaufene Projekt „Ostbayern natürlich“ vor, an dem zehn Landkreise – von Tirschenreuth über Cham und Deggendorf bis nach Rottal-Inn und Kelheim – beteiligt sind. Es läuft bis 2028. Konkret sollen Nachhaltigkeitscoaches in der Region eingesetzt werden und unter anderem Betriebe für das Thema sensibilisieren.
Die Mitglieder stimmten dem Haushalt für 2026 einstimmig zu. Eric Devesa wurde als Vertreter eines nicht wirtschaftlichen Vereins einstimmig in die Vorstandschaft gewählt.
Der Verband verzeichnete 2025 sechs Austritte. Er zählt aktuell 247 Mitglieder.
Die Finanzen
• Einnahmen: Die meisten Einnahmen generiert der Tourismusverband aus Zuschüssen des Landkreises (445.000 Euro) und Mitgliedsbeiträgen (100.000 Euro).
• Ausgaben: Die Personalkosten stellen mit 370.000 Euro den größten Faktor dar. Für das Projekt Jurasteig, Wanderoffensive„ sind 50000 Euro eingestellt.
• Rechnungsprüfung: Für das Jahr 2024 stellte Rechnungsprüfer Dr. Benedikt Grünewald einen Verlust von rund 35000 Euro fest. Auch im kommenden Jahr sei weiterhin mit Verlusten zu rechnen, sagte er.