Ab über die Wellen: Der neue Pumptrack in Saal begeistert Jung und Alt

Von Alexandra Nurtsch · 18. Oktober 2025 um 19:00

Seit Ende der Sommerferien herrscht auf dem Areal Nahe der Schule und der B16 in Saal im Landkreis Kelheim Hochbetrieb, denn der Pumptrack fertig. Nicht nur die Mitglieder des Rollsportvereins sind glücklich.

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Konzentriert beugt sich ein Junge über den Lenker seines Mountainbikes, stößt sich mit seinen Füßen ab und schon beginnt die rasante Fahrt über die Wellen. Ein paar Meter weiter lässt sich gerade ein Mädchen auf ihrem Rad durch eine Steilkurve gleiten und ein Junge saust mit seinem Laufrad über die Asphaltbahn. Seit einigen Wochen herrscht auf dem Areal unterhalb der Schule in Saal Hochbetrieb, denn der Pumptrack ist fertig.

Auf einer Fläche von rund 3000 Quadratmetern entstand in den Sommermonaten eine Anlage für Anfänger wie auch Fortgeschrittene auf dem Mountainbike oder BMX, mit Laufrad, Inliner oder Scooter. Selbst Rollstuhlfahrer können den Pumptrack nutzen, der rund 630.000 Euro gekostet hat. 200.000 Euro der Kosten werden über das EU-Förderprogramm Leader gefördert.

Beschilderung zum Pumptrack und Hecken fehlen noch

„Der Pumptrack wird sehr gut angenommen. Ich bin begeistert“, freut sich Bürgermeister Christian Nerb. Was noch fehlt, sind die Streuobstwiese, die am Rand des Pumptracks angelegt werden soll, die Hecken für den Lärmschutz und die Beschilderung für die barrierefreie Zufahrt über den Generationenpark zum Pumptrack.

Die Mitglieder des RSV Saal freuen sich mit Bürgermeister Christian Nerb (r.) und Vorsitzendem Ulrich Köglmaier (2.v.r.) über den neuen Pumptrack. - Foto: Nurtsch

Schon im Jahr 2014 hatten sich Saaler Jugendliche mit ihrem Wunsch nach einem Pumptrack in einem Brief an den Bürgermeister gewandt – und stießen auf offene Ohren. Ein erster Standort am Sportplatz zerschlug sich, doch die Jugendlichen blieben hartnäckig.

Mit der Gründung des Rollsportvereins (RSV) Saal 2021 nahm das Projekt wieder Fahrt auf, bis schließlich im Juli dieses Jahres mit den Arbeiten am Gelände begonnen wurden. Innerhalb drei Wochen war der Pumptrack fertig. „Es lief alles reibungslos“, sagt Nerb. Unweit der Tennisplätze und des Bewegungsparks entstand ein Treffpunkt für Jugendliche und Familien.

Schwungvoll geht es über die Wellen. - Foto: Nurtsch

Die Patenschaft für die Anlage hat der RSV übernommen. „Es war uns wichtig, dass auf dem Pumptrack jeder fahren kann, vom Rollstuhl- über Scooter-, bis hin zum Mountainbike- und Dirtbikefahrer“, sagt Ulrich Köglmaier, der mit Sebastian Bezold die Doppelspitze des Vereins bildet.

„Gewinn für die Region“

Köglmeier ist von der Anlage begeistert. Sie sei abwechslungsreich und könne gar nicht langweilig werden. Für Anfänger stehe der Kidspumptrack bereit, der Jumploop sei für Fortgeschrittene und Mutige geeignet. „Die Anlage ist ein Gewinn für Saal und die ganze Region. Die Kinder bewegen sich an der frischen Luft und sitzen so weniger am Computer oder am Handy“, sagt Köglmaier. Durch die abgerundeten Kanten sei die Anlage nicht sehr verletzungsträchtig. Jedoch sollte man sich der Risiken bewusst sein und sich an die Regeln halten.

Die Anlage ist ein Gewinn für Saal und die ganze Region. Die Kinder bewegen sich an der frischen Luft und sitzen so weniger am Computer oder am Handy.“Ulrich Köglmaier, Vorsitzender RSV Saal

Zweimal in der Woche trainiert der RSV, dienstags die technisch versierteren Fahrer und donnerstags die Anfänger. Doch die Radsportbegeisterten sind fast täglich auf der Anlage, Jung wie Alt. „An die 30 Leute sind immer hier“, sagt Köglmaier.

Zu ihnen zählen auch Luca, Lorenz, Anna und Lina. „Es macht einfach Spaß“, sind sie sich einig. Vor allem das Springen hat es ihnen angetan. „Das ist echt ein gutes Gefühl“, sagt die elfjährige Lina. Für Luca und Lorenz könnte es noch mehr Sprungmöglichkeiten geben. „Da hinten wäre doch noch Platz“, sagt der 14-jährige Luca und deutet zum Rand der Anlage.

Luca, Lorenz, Anna, Lina und Loris sind gern und oft am Pumptrack. - Foto: Nurtsch

Auch Loris ist begeistert, auch wenn er es wegen seiner Arbeit oft nur einmal in der Woche auf die Anlage schafft. „Hier kannst du Ausdauer und Koordination trainieren“, sagt der 26-Jährige, der schon seit vielen Jahren Mountainbike und BMX fährt. Sein Urteil zur Anlage fällt kurz und bündig aus: „Mega!“, sagt er, während die anderen vier schon wieder ihre Runden auf dem Pumptrack drehen.

Im Frühjahr soll hier richtig gefeiert werden. Dann ist die Einweihung des Pumptracks geplant, mit einer großen Party.

Betreuer gesucht und neues Angebot: Das ist der RSV Saal

Der Rollsportverein (RSV) Saal wurde im Jahr 2021 gegründet und zählt derzeit 65 Mitglieder, darunter 40 Kinder und Jugendliche. Einige sind überregional erfolgreich. Der Verein trainiert dienstags und donnerstags und sucht Trainer und Betreuer. Als Betreuer geht es darum, die Gruppe bei einer Tour nach hinten abzusichern.

Mutige Sprünge auf dem Pumptrack - Foto: Nurtsch

Nächstes Jahr soll eine Skater-Gruppe für Scooter, Inliner und eben alles, was kein Fahrrad ist, starten, wie Köglmaier sagt. Ein Trainer für die Gruppe steht bereits fest. Wer Interesse an der Skater-Gruppe hat oder als Trainer oder Betreuer den Verein unterstützen möchte, melden sich über das Kontaktformular auf der Homepage des Vereins www.rsv-saal.de.

Am verkaufsoffenen Sonntag am 26. Oktober bietet der RSV am Pumptrack einen Kaffee- und Kuchen-Verkauf an. Mitglieder sind vor Ort und zeigen ihr Können.