Gemeinderat Saal beschließt Friedhofsänderung, Erfrischungsgeld-Erhöhung und mehrere Investitionen

Von Andreas Loscher · 10. Oktober 2025 um 05:00

Der Gemeinderat Saal hat in seiner jüngsten Sitzung zahlreiche Beschlüsse gefasst. Künftig dürfen unter anderem Grabeinfassungen entfernt werden, Wahlhelfer bekommen mehr Geld und in Wasserleitungen, Spielplätze sowie Sportanlagen wird investiert.

Der Gemeinderat Saal hat in seiner jüngsten Sitzung zahlreiche Entscheidungen getroffen – von der Änderung der Friedhofssatzung über höhere Entschädigungen für Wahlhelfer bis hin zu Investitionen in Leitungen, Spielplätze und Sportanlagen.

Wer ein Grab auf einem Friedhof im Gemeindegebiet pflegt, hat es künftig leichter: Bald dürfen Einfassungen von Erdgräbern entfernt und die Grabflächen mit Rasen angesät werden. Der Grabstein bleibt aber weiterhin Pflicht.

Grabstein muss bleiben

„Das wurde von Angehörigen immer wieder gewünscht“, sagt Bürgermeister Christian Nerb (FW). „Viele wollen das Grab Angehöriger behalten, schaffen die Pflege aber nicht mehr.“ Der Rasen wird von der Gemeinde gemäht. Die neue Regelung tritt zum 1. November 2025 in Kraft.

Ein weiterer Beschluss betrifft die Kommunalwahl im März 2026: Das sogenannte Erfrischungsgeld für Wahlhelfer steigt von 60 auf 100 Euro. Bei einer möglichen Stichwahl gibt es 50 Euro, Ersatzhelfer erhalten 20 Euro. „Das ist vor allem eine Frage der Wertschätzung“, sagt Nerb. Zwar habe es in Saal bislang keine Probleme gegeben, genug Helfer zu finden, „aber auch bei uns wird es schwieriger“. Einige Gemeinderäte hätten sogar eine höhere Entschädigung vorgeschlagen, doch der Bürgermeister mahnt Augenmaß an: „Es soll ein Ehrenamt bleiben, auf das man auch stolz sein darf.“

Deutlich soll auch bald in die Infrastruktur investiert werden. Der Gemeinderat beauftragte ein Ingenieurbüro mit der Planung für die Erneuerung der Wasserleitung in der Regensburger Straße zwischen Bahnübergang und Auffahrt zur B16. An der 640 Meter langen Gussleitung aus dem Jahr 1935 nagt der Zahn der Zeit. Die Gelegenheit sei nun günstig, erklärt Nerb: „Weil ohnehin gesperrt ist, nutzen wir das für etwas Positives.“ Die Umsetzung ist für die erste Hälfte 2026 vorgesehen.

Neue Geräte für Spielplätze

Auch der Verkehr war Thema: Die Unterführung unter der B16 an der Rothe Marter Straße wird künftig für Kraftfahrzeuge aller Art gesperrt. Die Verbindung zur Donau war bisher nur für Anlieger zugelassen, wurde aber häufig von Ausflüglern genutzt. Wegen der geringen Durchfahrtsbreite und Beschwerden von Anwohnern habe der Gemeinderat nun die Konsequenz gezogen, so Nerb. Autos sollen künftig über die Hafenstraße fahren, der Tunnel bleibt Fußgängern und Radfahrern vorbehalten.

Für Kinder wird es erneuerte Spielgeräte geben. Nach einer Prüfung der Spielplätze werden in die Jahre gekommene Anlagen ersetzt. Insgesamt investiert die Gemeinde rund 22.000 Euro.

B16-Unterführung an der Rothe Marter Straße: nur noch für Fußgänger und Radfahrer - Foto: Loscher

Am Sportplatz steht zudem die Sanierung der 100-Meter-Laufbahn an. Risse und Unebenheiten schränkten die Nutzung zuletzt schwer ein. Für rund 22.000 Euro wird die Laufbahn mit Tennenbelag (roter Sand) erneuert. Eine teure Tartanbahn sei nicht sinnvoll bei der doch eher geringen Nutzung, so Nerb. Die restlichen 300 Meter der Laufbahn und die Weitsprunganlage sollen im kommenden Jahr folgen.

Schließlich beschloss der Gemeinderat, die Energieagentur Regensburg mit der Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung zu beauftragen. 32.000 Euro kostet das. Sie soll aufzeigen, wo künftig Fernwärme im Gemeindegebiet sinnvoll ist und wo nicht.