Alwin Ferstl ist neuer Leiter der Grund- und Mittelschule - Er will gestalten

Von Bettina Gröber · 4. Oktober 2025 um 19:00

Alwin Ferstl hat sich einiges vorgenommen – als neuer Leiter der Grund-und Mittelschule in Saal a.d. Donau will der 52-Jährige nicht verwalten, sondern gestalten: „Ich möchte neue Impulse setzen.“ Gleichzeitig wolle er seine Erfahrungen einbringen.

25 Jahre war Alwin Ferstl im Schulamtsbezirk Neumarkt tätig – erst als Lehrer, dann als Rektor. In den letzten sechs Jahren hat er in Neumarkt die Mittelschule West geleitet: „Das war eine erfolgreiche Zeit mit einem guten Team“, blickt Ferstl zurück. Dennoch habe er eine neue Herausforderung gesucht – und sie in Saal gefunden. „Die Stellenaufschreibung war 100 Prozent auf mich zugeschnitten“, sagt der Pädagoge.

Auch das schulische Angebot in Saal a.d. Donau passt gut zu den Schwerpunkten, die Alwin Ferstl bereits in der Vergangenheit gesetzt hat. So gibt es zwei Deutschklassen für Kinder mit Migrationshintergrund und zwei Vorbereitungsklassen, die innerhalb von zwei Jahren zur Mittleren Reife führen. „Das ist für ausländische Schülerinnen und Schüler eine echte Chance“, ist Alwin Ferstl überzeugt.

In den Deutschklassen wird es demnächst eine eigene pädagogische Unterstützungskraft für Kinder ohne Alphabetisierung – also ohne Kenntnisse im Lesen und Schreiben – geben. Nicht wenige ausländische Jungen und Mädchen hätten auch keinerlei Schulerfahrung. Sie „mitzunehmen“ und in die Gemeinschaft einzuschließen ist erklärtes Ziel des neuen Schulleiters. Auch das Miteinander von Grund-und Mittelschule ist ihm wichtig. Daher gefalle es ihm, dass beide Bereiche in Saal räumlich nicht voneinander getrennt seien. 456 Schülerinnen und Schüler sind es insgesamt, die hier unterrichtet werden.

456 Schülerinnen und Schüler zählt die Grund-und Mittelschule in Saal a.d. Donau. - Foto: Bettina Gröber

Die Lehrerinnen und Lehrer in Saal hat Alwin Ferstl bislang sehr positiv erlebt: „Ich bin sehr gut aufgenommen worden und inzwischen gut in Saal, im Landkreis Kelheim und in Niederbayern angekommen“, freut er sich. Er sehe die hiesige Schule als „Raum, um in die Zukunft zu denken und innovative Dinge anzugehen“. Und er ist überzeugt: „Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung schaffen wir das.“ Eine Schule der Zukunft sei nichts, was a priori festgelegt werden könne, „sie entwickelt sich im Prozess“. Weil dazu die Lehrkräfte entscheidend beitragen, sei es ihm gerade in den ersten Wochen wichtig gewesen, gut zuzuhören, Gespräche zu suchen, „hineinzuwachsen“. Auch seitens der Gemeinde erkennt Alwin Ferstl viel Unterstützung für die Schule. Ein Beispiel: Der Schwimmunterricht in der Grundschule wird durch einen Bademeister begleitet, den die Kommune finanziert. Auch seitens des Bezirks Niederbayern gebe es Förderung.

An die eigene Schulzeit erinnert sich Alwin Ferstl gern: „Da gab es viele Geschichten, die haften geblieben sind.“ Nicht zuletzt habe er am Gymnasium in Parsberg seine Frau kennengelernt. Mit ihr und zwei der drei Kinder lebt der 52-Jährige in Laaber. Der älteste Sohn studiert und absolviert derzeit ein Auslandssemester. Seine Familie sei auch sein wichtigstes „Hobby“, lacht Alwin Ferstl. Außerdem ist er bekennender und aktiver Fan der Regensburger Eisbären und geht regelmäßig zu Spielen „seines“ Teams.

Nachdem der Start an der neuen Wirkungsstätte geglückt ist, freut sich Alwin Ferstl auf alles, was weiter kommt, und ist prinzipiell optimistisch: „Ich sehe alles sehr positiv.“ Diesen Enthusiasmus will der Schulleiter auf alle übertragen, mit denen er zusammenarbeitet. Das Ideal: „Die Kinder sollen sich in der Schule geborgen fühlen, und die Lehrerinnen und Lehrer sollen gerne zur Arbeit kommen.“