„Stark betrunken“: Sprayer geben zu, Denkmal für Nazi-Opfer in Regensburg beschmiert zu haben

Vor wenigen Tagen wurde eine Gedenkstele am St.-Georgen-Platz in Regensburg beschmiert. Nun haben sich die Sprayer auf Instagram gemeldet – mit einer denkbar kuriosen Ausrede.
Die Gedenkstätte in Sichtweite der Donau soll an Zeugen Jehovas erinnern, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. An ihr wurden unlängst zwei Graffiti-Schriftzüge angebracht. „Nö“ und „SVR“.
Regensburger Sprayer-Kollektiv: „Verantwortlicher war stark betrunken“
Am Dienstagabend meldete sich nun das „NÖ Kollektiv“ auf Instagram zu Wort. Dort bekannte sich die Sprayer-Gruppe zu dem Vorfall. Die Stele sei im Namen des Kollektivs vor einer Woche beschmiert worden. Wörtlich schreibt die Gruppe: „Die verantwortliche Person war zu diesem Zeitpunkt stark betrunken und war sich der Bedeutung der Stele nicht bewusst.“ Die Person habe die Gedenkstätte als Werbetafel aufgefasst.
Das sei trotzdem keine Rechtfertigung, schreibt die Gruppe weiter. „Wir haben eine Verantwortung und sind uns dieser auch bewusst.“ Die Gruppe möchte sich hiermit bei allen Zeugen Jehovas, allen Opfern des Nationalsozialismus und allen anderen, die sich durch das Tag verletzt fühlen, um Entschuldigung bitten. Man stehe als Kollektiv, genauso wie SVR, klar gegen Faschismus und jede Form der Diskriminierung. „Deshalb versprechen wir, dass derartiges Verhalten nie wieder vorkommen wird.“
Regensburger Kollektiv beschmiert Denkmal für Nazi-Opfer und will weiter antifaschistische Kunst schaffen
Die Gruppe hoffe auf Verzeihung. „Wir werden auf jeden Fall weiter antifaschistische Kunst schaffen und uns gegen Faschisten stellen“, schreibt das Sprayer-Kollektiv und schließt mit: „Ruhe in Frieden an alle Opfer des Nationalsozialismus und Freiheit für alle politischen Gefangenen.“
Nach Bekanntwerden des Graffitis hatte die Polizei Ermittlungen eingeleitet. Diese laufen nach wie vor gegen Unbekannt, sagte Sprecher Markus Reitmeier der MZ am Mittwochmorgen.
Graffiti auf Denkmal für Nazi-Opfer in Regensburg: Stadt hat Graffiti entfernt
Die Schmierereien sind indes schon wieder weg: Die Stadt hat das Graffiti wie angekündigt in den vergangenen Tagen entfernt – diesmal ohne die Stele in Gänze zu entfernen.
Das war schon einmal nötig. Vor einigen Jahren hatten Fans des SSV Jahn Regensburg die Gedenkstätte mit einem Graffiti beschmiert.