Rettung in letzter Sekunde: Further Bankangestellte stoppt dreiste Schockanruf-Masche

Weil sie am Montag schnell und entschlossen handelte, hat eine Bankangestellte im Raum Furth im Wald im Landkreis Cham nach einem sogenannten „Schockanruf“ die Vollendung eines Betrugs verhindert. Das berichtet Erster Polizeihauptkommissar Josef Weindl, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Furth im Wald.
Zum Tathergang sagt Weindl: „Am Montag, 10. November 2025, wurde eine 95-jährige Furtherin Opfer eines sogenannten Schockanrufs. Hierbei wurde der 95-Jährigen am Telefon von mehreren unbekannten Betrügern der Eindruck vermittelt, dass es sich bei den Anrufern um Polizeibeamte handeln würde. Eine männliche Person erklärte der Dame zunächst, dass in ihrer Nachbarschaft gerade ein Einbrecher gefasst wurde.
Opfer handelte aus Angst
Ein in ihrer Straße wohnender Nachbar hatte Glück, weil die Polizei gerade noch seine Wertgegenstände sichern konnte. Ein Mittäter des Festgenommenen sei aber immer noch unterwegs und es ist nicht auszuschließen, dass er demnächst bei ihr einbrechen werde. Im Anschluss gab der Betrüger das Gespräch an eine falsche Kriminalpolizistin weiter, die den Druck auf die betagte Dame weiter erhöhte und sie auffordert zu ihrer Bank zu gehen und ihr erspartes Geld abzuheben. Die Polizei würde dann vorbeikommen und ihre Wertgegenstände und ihr Bargeld in Sicherheit bringen.“
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Nach dem Anruf habe sich die Seniorin, verunsichert über den Anruf und aus Angst um ihr Hab und Gut, zu ihrer Bank in Furth im Wald begeben. Dort wollte sie einen Bargeldbetrag im fünfstelligen Bereich von ihrem Bankkonto abheben. Eine aufmerksame 54-jährige Bankangestellte habe sofort den Verdacht eines perfiden Betrugs zum Nachteil ihrer Kundin geschöpft und die Polizei informiert. „Zur Abhebung beziehungsweise einer Übergabe eines hohen Bargeldbetrags kam es deshalb nicht, so dass die Vollendung dieses Betrugsfalls verhindert wurde“, erläutert Weindl.
Bankangestellte handelt in letzter Sekunde
Beamte der Polizeiinspektion nahmen sich dann um die 95-Jährige an, begleiteten sie nach Hause und klärten sie über die Betrugsmasche auf. Sichtlich erleichtert, dass ihr keine Gefahr droht, bedankte sie sich bei den echten Polizisten für ihre Hilfsbereitschaft und versprach in Zukunft bei solchen Anrufen sofort aufzulegen.
Ihr Bauchgefühl hat sie nicht getäuscht. Sie haben gehandelt und Verantwortung übernommen.Polizeihauptkommissar Josef Weindl über das beherzte Eingreifen der Bankmitarbeiterin
Bei einem persönlichen Gespräch mit der Bankangestellten bedankte sich Weindl bei ihr für deren Unterstützung zur Bekämpfung dieser perfiden Betrugsmasche. Zudem lobte er ihren Spürsinn und ihr hohes Engagement. „Ihr Bauchgefühl hat sie nicht getäuscht. Sie haben gehandelt und Verantwortung übernommen.“
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Laut Weindl werden immer wieder Further Bürger Opfer von sogenannten Schockanrufen oder Anrufen von falschen Polizeibeamten. Insbesondere ältere Menschen übergeben dabei liebgewonnene Schmuckgegenstände oder erspartes Vermögen in Form von Bargeld an die Betrüger. Oftmals erst im Nachhinein erfährt die Polizei durch die Geschädigten oder einer Vertrauensperson von der perfiden Tat.
Die Polizei rät: So lassen Sie Trickbetrügern keine ChanceBei der Erscheinungsform „Falsche Polizeibeamte“ handelt es sich deliktisch um einen „Trickbetrug“.
Häufig nutzen die Täter das sogenannte „Call-ID-Spoofing“. Hierbei wird mittels technischer Manipulation die angezeigte Nummer des Anrufers verändert. Auf dem Display des Angerufenen erscheint auf diese Weise beispielsweise die Telefonnummer der örtlich zuständigen Polizeidienststellen.
Mitarbeiterschulung zeigt Wirkung
Im Fall der Seniorin ging der Betrugsversuch allerdings glimpflich aus. Als die 95-Jährige in der Raiffeisenbank Furth im Wald einen fünfstelligen Betrag abheben wollte, schöpfte eine Mitarbeiterin Verdacht.
„Wir kennen unsere Kunden, die regelmäßig zu uns in die Geschäftsstelle kommen“, stellt Johannes Häusler, Regionaldirektor der Raiffeisenbanken in Furth im Wald und Rötz, klar. Die Kollegin habe den Betrag, den die Seniorin abheben wollte, als „ungewöhnlich für die bisherige Kontoführung“ empfunden. Daraufhin hakte sie genauer nach und rief schließlich die Polizei, weil es sich um einen Schockanruf handelte.
„Die Kollegin hat schnell eins und eins zusammengezählt. Ihr gebührt das ganze Lob. Die beste Schulung ist auch nur etwas wert, wenn sie gut umgesetzt wird“, sagt Häusler. In der Bank in Furth im Wald sei das der erste Betrugsfall dieser Art gewesen.
Wir versuchen, den Betrügern immer einen Schritt voraus zu sein. Die ändern ihre Betrugsmaschen ständig.Johannes Häusler, Regionaldirektor der Raiffeisenbanken in Furth im Wald und Rötz
Geschult werde das Personal mehrmals im Jahr, weil das Thema „präsenter als je zuvor“ sei. Dabei lernten Mitarbeiter, normales Zahlungsverhalten von außergewöhnlichem zu unterscheiden und Schockanrufe zu erkennen. Häusler erklärt: „Wir versuchen, den Betrügern immer einen Schritt voraus zu sein. Die ändern ihre Betrugsmaschen ständig.“
Ihre Kunden sensibilisieren sie – unabhängig vom Alter – mit Aufstellern in ihren Banken. Häusler macht klar: „Bei solchen Anrufen muss man absolute Vorsicht walten lassen und schnell hellhörig werden. Im Zweifelsfall sollten Kunden persönlich in die Bank kommen und nachfragen.“ Falls ein Anruf seltsam wirkt, rät er dazu, aufzulegen. Wenn es sich um eine aufrichtige Angelegenheit handelt, werde es der Anrufer erneut versuchen. Mit Nachdruck macht Häusler klar: „Nie am Telefon irgendwelche persönlichen Daten rausgeben.“
Die Polizei rät daher:
• Seien Sie misstrauisch – gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit!
• Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen zu einem Einbruch in der Nähe!
• Die „echte“ Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen!
• Rufen Sie nie über die am Telefon angezeigte Nummer zurück, sondern fragen Sie beim Notruf 110 nach!
• Verständigen Sie bei verdächtigen Feststellungen umgehend den polizeilichen Notruf 110!