Sie war eine der ältesten Katzen: Minka aus Vilzing bei Cham mit 29 Jahren gestorben

Von David Salimi · 11. November 2025 um 05:00

Sie war mehr als nur ein Haustier. Für Familie Zistler aus Vilzing bei Cham war Minka ein stilles Familienmitglied, ein Begleiter durch Generationen – und darüber hinaus vielleicht die älteste Katze Deutschlands. Nun ist die betagte Katzendame im Alter von 29 Jahren und sechs Monaten gestorben.

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Am 22. September musste Minka nach einer rund vierwöchigen Erkrankung eingeschläfert werden, erzählt Claudia Zistler. Eine aufsteigende Lähmung der Hinterläufe habe ihr das Gehen immer schwerer gemacht. Am Tag vor ihrem Tod lag sie noch im Garten, im warmen Sonnenlicht, zwischen Blumen und Gras – ein letztes Mal.

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Ohne zu wissen, dass es die letzten Stunden mit ihrer langjährigen Begleiterin sein werden, nutzte Claudia Zistler den spätsommerlichen Tag mit Minka noch für Erinnerungsfotos – „nichtsahnend, dass wir sie zwölf Stunden später erlösen müssen“, erinnert sich Zistler. Nach der Behandlung durch den herbeigerufenen Tierarzt schlief Minka im Beisein von Claudia und ihrem Mann Andreas friedlich ein. Indes erinnert sich die Familie zurück an die gemeinsame Zeit mit ihrem geliebten Haustier.

Minkas Lebensgeschichte reicht weit zurück – bis ins Jahr 1996. Damals stellte ein Tierarzt in Waldmünchen Minkas ersten Impfpass aus. In jenem Frühjahr kam die kleine schwarz-weiße Katze dort zur Welt. Zunächst lebte sie bei der Großmutter von Andreas Zistler. Nach deren Tod zog sie weiter – erst zur Schwiegermutter und schließlich im November 2018 zu Claudia und Andreas Zistler nach Vilzing. „Für uns war sofort klar, dass sie zu uns gehört“, erinnert sich Claudia Zistler. Immerhin war Minka schon da, als sie ihren Mann kennengelernt hat. Hätten die Zistlers Minka damals nicht zu sich geholt, hätte ihr womöglich das Tierheim gedroht.

Wenige Augenblicke vor dem Abschied: Claudia Zistler hielt Minka nochmals im Arm, während sie auf den Tierarzt warteten. Wenige Zeit zuvor genoss die rüstige Katzendame noch das spätsommerliche Wetter im Garten. - Foto: Familie Zistler

In Vilzing musste sich die damals bereits 22-jährige Katze erst zurechtfinden. Sie suchte sich zunächst im Keller einen Rückzugsort, tastete sich dann langsam vor und erkundete Zimmer für Zimmer. Nach einer Woche hatte sie das Haus erobert – und blieb. Bald auch die Nachbarschaft. „Freigängerin war sie schon immer“, erzählt Zistler. „Und sie hatte ein unglaubliches Vertrauen in ihre Umgebung.“ Nicht selten machte es sich Minka mitten auf der Straße in der Wohnsiedlung gemütlich, unbeeindruckt vom Verkehr.

Für uns war sofort klar, dass sie zu uns gehört.Claudia Zistler

Mit den Jahren wurde sie zur Matriarchin im Hause Zistler. Zwei weitere Katzen und zwei Kinder lebten um sie herum – Minka behielt den Überblick. Beim Füttern hatte sie stets das erste Wort, oder besser: den ersten Bissen. „Minka war unter unseren Katzen die Ranghöchste“, sagt Claudia Zistler. Oft lag sie aber auch nur mitten im Geschehen, ließ sich kraulen oder döste zufrieden, während um sie herum gespielt wurde.

Trotz ihres Alters blieb sie erstaunlich gesund. Nur einmal, vor zwei Jahren, habe man um ihr Leben gebangt, als sie einen Infekt bekam. Doch Minka erholte sich rasch, als wolle sie allen zeigen, dass noch Zeit bleibt. Sie fraß mit gutem Appetit, am liebsten Weißwursthaut, und reagierte sofort, wenn ein verdächtiger Duft aus der Küche kam. Selbst ihre Zähne hatte sie bis zuletzt alle. Einzig bei der eigenständigen Fellpflege hatte die Katzenseniorin Minka manchmal Probleme, was womöglich auf ihre Arthrose zurückzuführen war, berichtete Claudia Zistler vor einem Jahr.

Eine Szene aus vergangenen Tagen: Noch im Oktober 2024 genoss Minka das Leben bei den Zistlers. Vor allem zu den beiden Töchtern der Zistlers, aber auch zu anderen Kindern, suchte Minka stets Kontakt, berichtet Claudia Zistler. - Foto: David Salimi/Archiv

Nach ihrem Tod wurde Minka eingeäschert – wie auch die beiden verstorbenen Hunde der Familie. Ihre Urne steht nun auf der Eckbank im Büro von Andreas Zistler, „neben den Urnen unserer Hunde“, sagt Claudia Zistler. Ein stiller Platz der Erinnerung. Für sie steht fest: „Minka war und bleibt etwas ganz Besonderes. Gerne hätten wir im April ihren 30. Geburtstag gefeiert.“

Minka war und bleibt etwas ganz Besonderes. Gerne hätten wir im April 2026 ihren 30. Geburtstag gefeiert.Claudia Zistler

Doch selbst ohne diesen runden Geburtstag hat Minka ein Alter erreicht, das nur wenige Tiere schaffen. Sie war Zeugin unzähliger Jahre – und für ihre Menschen weit mehr als eine Katze. Sie war die Konstante in einem sich wandelnden Alltag, eine sanfte Erinnerung daran, wie still und beharrlich Leben sein kann.

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Wenn heute im Haus der Zistlers ihre beiden jüngeren Katzen durch die Räume streifen, dann lebt Minka auf eine stille Weise weiter – in Erinnerungen, in Geschichten und in den vielen kleinen Momenten, die sie über fast drei Jahrzehnte hinterlassen hat.

Minkas Urne hat neben den anderen bereits verstorbenen Haustieren einen festen Platz im Hause Zistler. - Foto: Familie Zistler