Ritterkranzl Furth im Wald: Große Emotionen und überraschende Abschiede

Das Ritterkranzl im Saal des Tagungszentrums ATT bildet den krönenden Abschluss der Drachenstichsaison. So auch in diesem Jahr: Noch einmal feierten alle Beteiligten zusammen mit dem Ritterpaar Antonia Buschek und Tobias Jelinek. Es war ein Abend voller Emotionen und Dankbarkeit.
Schon der Sektempfang zur Begrüßung war herzlich und gelöst. Es wurde gelacht, umarmt und zugeprostet. Das Ritterpaar sympathisch wie immer und voll in seinem Element. Genau davon sprach im Anschluss auch Bürgermeister Sandro Bauer. Den Applaus, den die beiden bei ihrem Einzug in den Saal erhalten haben, zeige deutlich, dass Antonia und Tobias die Herzen, nicht nur der Spielschar, sondern aller im Sturm erobert haben. „Vielen Dank für die Leistung, die ihr dieses Jahr erbracht habt.“
Chillig aber konzentriert
Die Art der beiden Hauptdarsteller habe sich auch hinter der Bühne bemerkbar gemacht. Es herrschte Konzentration und Ernsthaftigkeit, gleichzeitig war es sehr „chillig“. Stellvertretend für alle Familienmitglieder und Freunde dankte Bauer Antonias Mama Marion und Tobias Lebensgefährtin Elena für die Unterstützung der beiden.
Sichtlich gerührt war die diesjährige Ritterin: „Es war ein mega krasses Jahr, der Wahnsinn, was hier immer wieder auf die Bühne gebracht wird“, schwärmte sie und ergänzte: „Toll, dass ich dabei war.“ Sie dankte ihren Zofen, die motiviert haben, Stütze waren: „Ihr habt das Jahr für mich wahnsinnig schön gemacht.“ Mit Tränen der Rührung in den Augen bedankte sie sich bei ihren Eltern. „Mama, Papa, ihr seid ein Fundament, ohne euch wäre nichts gegangen.“ Antonia schloss viele namentlich in ihre Ausführungen ein: Familie, Vereine, Frisörin und Kostümkammer, die alle dazu beigetragen haben, ihr ein unvergessliches Jahr zu schenken. Ein besonderer Gruß ging an Regisseur Alexander Etzel-Ragusa: „Wahnsinn, was du aus uns rausgeholt hast.“
Jelinek entschuldigt sich
Natürlich hatte auch Tobias Jelinek eine lange Liste von Freunden dabei, die ihm geholfen haben, die Festspielzeit zu meistern. Allen voran Peter Macharowsky. Tobias hatte sich am ersten Festspielwochenende an der Hand verletzt, der Physiotherapeut habe ihn kurzfristig schmerzfrei gemacht. Eine Entschuldigung ging mit einem Grinsen an die Drachenmannschaft. Stellvertretend sagte er zu Thomas Rossmann: „Sorry, dass ich die Fanny so hergehauen habe.“ Zu den beiden Reittrainern Willi Späth und Julia Kaufmann meinte er: „Danke, dass ihr mich so gut vorbereitet habt.“ Viele weitere helfende Hände, zum Beispiel bei der aufwendigen Ritterdekoration am Haus, blieben nicht unerwähnt. Zum Schluss bedankte er sich bei seiner Lebensgefährtin Elena Obermeier. Sie habe sich monatelang um alles gekümmert. Diese Anspielung auf ihre Schwangerschaft löste Bauer auf, als er sagte: „Seit Kurzem sind sie zu dritt.“
Nach den Verabschiedungen und Ehrungen, bei denen zahlreiche Blumensträuße, Bilder und andere Präsente überreicht wurden, konnte die Feier durchstarten. Die Küche orchestrierte gewohnt souverän das Restaurant Siegls. Die Band Route 1234, in der Markus Späth, zweimaliger Ritter in den Jahren 2011 und 2012, den Bass zupft, sorgte für die musikalische Unterhaltung. Zu Beginn des Festes schickte die Band das noch amtierende Ritterpaar mit dem Song „You know me“ von Robbie Williams zum Eröffnungstanz. Der zweite Tanz des Abends war, wie immer, für die ehemaligen Ritterpaare reserviert, bevor dann auch alle anderen das Tanzbein schwingen durften.








Sandro Bauer: „Es war mir eine Ehre“
1990 war er Ritter, seit 2007 mimt er den Chamerauer, jetzt ist Schluss: Sandro Bauer gibt die Rolle ab. In Erinnerung bleiben anstrengende aber schöne Jahre, eine tolle Zeit, vor allem auch mit seinen Ritterinnen. Zu sehen, wie sich die jungen Frauen während der Festspielzeit entwickeln, hat ihn immer besonders beeindruckt und gefreut. „Es war mir eine Ehre“, sagte er zum Schluss.
Heinz Winklmüller: Wehmut ist auch dabei
Nach 50 Jahren aktiver Schauspielzeit und zuletzt seit 2016 in der Funktion des Inspizienten, zieht sich Heinz Winklmüller aus der ersten Reihe des Drachenstichs zurück. Bürgermeister Sandro Bauer bedauerte den Schritt, sagte aber, Winklmüller werden nicht sang und klanglos verschwinden. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte der scheidende Inspizient, dass er seine Karriere beendet, aber bei einem Neuen auf Wunsch noch in der Einarbeitungsphase mithelfen würde.