Ritterpaar ist auf den Drachenstich Furth im Wald bestens vorbereitet

Auch wenn der Wettergott im Moment nicht so gnädig ist: Am Weinstand auf der Landesgartenschau trifft man auch bei schlechtem Wetter immer liebe Bekannte. Ich habe mich mit dem Ritterpaar Antonia Buschek und Tobias Jelinek auf ein Glas Wein verabredet. Jung, sympathisch, offenherzig – das sind nur drei Attribute, die das Gespräch mit den beiden zu einer unterhaltsamen Begegnung gemacht haben.
Immer mit der Ruhe, den Ausdruck könnte Tobias (26) erfunden haben. Er strahlt eine unglaubliche Ausgeglichenheit aus. „Das treibt mich zur Weißglut, dass er so gechillt ist“, sagt Antonia (23) und lacht. Sie selbst beschreibt sich eher als jemand, der sich über alles Gedanken macht. Doch natürlich verstehen sich beide prima, sind ein gutes Team, das inzwischen bestens aufeinander eingespielt ist. „Wir ergänzen uns, Tobi holt mich runter, wenn ich bei den Proben an mir zweifele“, sagt Buschek. „Geh dua de ned obe, de kinnand es a ned besser“, zitiert sie ihn.
Die ruhige Art hat natürlich noch einen weiteren, entscheidenden Vorteil: Die Pferde Goya und Sam lieben das. Gerade Sam sei ja kein einfacher Charakter. „Als ich das erste Mal in den Stall gekommen bin, hat er direkt zurückgeschreckt,“ erinnert sich Tobias. Irgendwann habe das Pferd schon neugierig rausgeschaut, wenn er im Anmarsch war. Nicht nur das Reiten ist ausschlaggebend, „sondern dass man eine gute Verbindung aufbaut“. Natürlich übt Jelinek beinahe täglich. Magengrummeln vor dem, was kommt, hat er nicht: „Ich hab gewusst, worauf ich mich einlasse.“ Klar, als Sattelbogner und als Gewolf ist er bereits in die Arena geritten. Und bei der Stichprobe vor einiger Zeit auf dem Gelände des Cave Gladium war jeder Wurf ein Treffer.
Auch Antonia ist inzwischen in ihrem Element. Grundsätzlich hat sie sich die Probenzeit schlimmer vorgestellt, allerdings war es für sie anfangs in der Halle schon Arbeit. Seit der Tross auf die Festival-Bühne auf dem Stadtplatz umgezogen ist, steht der Spaß im Vordergrund. Wie jedes andere Ritterpaar vor ihnen, sind auch die aktuellen Hauptdarsteller von der Arbeit ihres Regisseurs Alexander Etzel-Ragusa begeistert. Den Satz, dass er unglaubliche Dinge aus seinen Darstellern herausholt, hört man immer wieder.
Antonia Buschek beschreibt es so: Ragusa möchte, dass seine Darsteller auf jede Situation im Stück so reagieren, als ob sie diese zum ersten Mal erleben würden. Es passiert etwas, darauf sollen die Spieler reagieren. „Antonia, Du weißt schon wieder, was als nächstes passiert, hat Alexander schon häufiger zu mir gesagt.“ Hat sie als Ritterin ein Problem damit, sich so extrovertiert, wie in vielen Szenen notwendig, zu zeigen? Schwer war es anfangs schon. „Aber es tut gut, zum Beispiel bei der Engelsszene, den ganzen Schmerz rauslassen zu können.“

Und ist es ein Problem bei den Szenen, in denen sich das Paar auf der Bühne näher kommt? Beide grinsen und verneinen. „So nahe kommen wir uns ja nicht“, sind sich beide einig. „Wir verstehen uns so gut, da gibt es keine Berührungsängste.“ Außerdem: Die Umarmungen seien dann genau betrachtet doch eher von freundschaftlicher Natur.
Wie reagiert das Umfeld darauf, dass die beiden jungen Leute derzeit die wichtigsten Personen der Stadt sind? Man merkt schon, dass alle sehr freundlich sind. Im Hause Buschek gibt es selbstverständlich derzeit kein anderes Thema. Kein Wunder, schließlich ist Mama Marion Regieassistentin, Papa Helmut arbeitet mit Inspizient Heinz Winklmüller zusammen. Gibt es da beim Abendessen viele Gespräche über das Stück? „Es ist eher so, dass ich Mama frage, von selbst würde sie nichts sagen.“

Konstruktive Kritik nimmt Antonia gerne an. „Meine Befürchtung ist eher, dass Mama nicht so viel Zeit hat , Ritterinmama zu sein.“ Aber auch das wird man hinbekommen. Dann gibt es ja auch noch die neun Zofen, die ihr zur Seite stehen. Freizeit ist dagegen im Moment Mangelware. Wenn doch mal etwas Zeit bleibt, ist Tobias Gärtner, Maurer, Verputzer, Maler, alles in einem.
„Ich kann mir gut selber helfen.“ Ein klarer Vorteil, wenn man gerade ein Haus herrichtet. Bei der Frage nach Urlaub, überrascht er mit der Antwort: „Ich stehe nicht so auf Urlaub, aber ich bin gerne draußen.“ Zum Beispiel mit dem Quad. Urlaub im Hause Buschek ist dagegen schon ein Thema – und zwar im eigenen kleinen Häuschen in Spanien.
Pasta , aber nur vom Papa

Bei der Frage nach dem Lieblingsessen muss der aktuelle Ritter einen Moment überlegen, sagt aber, dass er vor jedem Auftritt etwas im Magen haben muss. Ohne geht nicht. Dann fällt ihm doch noch etwas ein: Schweinemedaillons mit Spätzle und vielleicht eine Weinschorle dazu. Bei Antonia kommt die Antwort aus der Pistole geschossen: „Spaghetti Bolognese, wenn sie Papa macht.“ Dazu gibt es spanischen Rotwein.
Man wünscht beiden Darstellern, dass das Wetter ansprechend ist und alles ohne Komplikationen über die Bühne geht. Genau das wünschen sie sich auch. Aber wird schon klappen, auch weil die ganze Festspielfamilie zusammenhält. Denn die alten Hasen, das finden beide fantastisch, helfen, wo sie können.