„Ungarische Welt“ in Burglengenfeld ist schon wieder zu – gelingt baldige Übergabe?

Viele Stadtbewohner haben es sicher bereits registriert: In der „Ungarischen Welt“, die erst im Juni am Marktplatz in Burglengenfeld im Landkreis Schwandorf eröffnet worden war, sind die Lichter bereits wieder ausgegangen. Theken und Regale sind weitgehend leergeräumt, das große Hinweisschild an der Fassade ist abmontiert. Am 31. Oktober war Schluss.
Das ist verwunderlich und auch wieder nicht: Zum einen war Inhaberin Henrietta Beck voller Energie und mit großen Zielen an den Start gegangen. Mittelfristig konnte sie sich sogar die Zubereitung täglich wechselnder Mittagsgerichte vorstellen. Der Antrag auf Genehmigung soll bereits gestellt gewesen sein.
Zum anderen war jedoch nicht zu übersehen, dass Beck schon wenige Wochen später immer wieder die Öffnungszeiten veränderte, sprich reduzierte. Was ist geschehen? War der Optimismus verfrüht?
Von der Redaktion befragt, redet Henrietta Beck nicht lange um den heißen Brei herum. Mangels Personal wäre sie gezwungen gewesen, selbst länger hinter der Theke zu stehen als es ihr möglich gewesen sei, sagt sie. Gesundheitliche Gründe hätten sie letztlich gezwungen, kürzer zu treten.
Der Laden war ihr zweites Standbein
Die 32-jährige gebürtige Ungarin ist eigentlich examinierte Kinderkrankenschwester. Vor sieben Jahren zog sie wegen besserer Verdienstmöglichkeiten nach Deutschland. Hier fand sie unter anderem in einem Heim eine Stelle als Wohnbereichsleiterin. Parallel dazu versuchte sie jedoch, sich mit einem Feinkostladen ein zweites Standbein aufzubauen.
Zunächst eröffnete sie ein Geschäft in Nittenau, und von dort ging es heuer nach Burglengenfeld, wo sie sich eine höhere Kundenfrequenz erhoffte.
Leerstand an zentraler Stelle
Der Start sei, so berichtet sie, vielversprechend gewesen. Mehrere Kunden hätten sich von dem neuen Angebot ganz begeistert gezeigt und ihre Freude darüber zum Ausdruck gebracht, dass es mitten in der Innenstadt neben dem Biomarkt endlich wieder ein zweites, wenn auch kleines Lebensmittelgeschäft gebe. Damit war auch ein Leerstand an zentraler Stelle verschwunden.
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Nun allerdings wurde Beck durch gesundheitliche Schwierigkeiten ausgebremst. Ihre Zuversicht lässt sie sich aber so schnell nicht nehmen. Überall wachse die Nachfrage nach Spezialitäten aus ihrer Heimat, meint die 32-Jährige.
Neben dem Gebäudeeigentümer aus Schwandorf versucht Beck daher selbst, zeitnah einen Nachmieter zu finden, am besten einen, der bereit ist, in ihre Fußstapfen zu treten. Vielleicht liegen am Marktplatz 17 ja doch bald wieder Salami und geräucherte Schweinshaxen in der Auslage, vielleicht gelingt es, die „Ungarische Welt“ wiederzubeleben.