„Ungarische Welt“ stärkt Nahversorgung in der Burglengenfelder Altstadt

Saftiges Gulasch, würzige Debreziner, pikante Paprika – wer bekommt da nicht sofort Appetit? Und wer denkt da nicht automatisch an Ungarn und seine Steppenlandschaft? Dank Henrietta Beck weht seit kurzem ein Hauch der Puszta durch die Burglengenfelder Altstadt (Landkreis Schwandorf), die damit noch ein Stück internationaler geworden ist.
Die 32-jährige examinierte Kinderkrankenschwester, die aus Budapest stammt, hat eine seit Jahren leerstehende Ladenfläche am Oberen Marktplatz gemietet und darin eine „Ungarische Welt“ eingerichtet. Vor rund sieben Jahren zog es Beck aus beruflichen Gründen nach Deutschland, weil sie hier deutlich mehr verdient. Auch heute arbeitet sie noch in einem Heim als Wohnbereichsleiterin. Als zweites Standbein aber hat sie sich ein Geschäft aufgebaut.
Umzug von Nittenau nach Burglengenfeld
Zunächst versuchte sie damit in Nittenau, wo sie zahlreiche Bekannte und Freunde hat, ihr Glück. Heuer aber entschloss sie sich, nach Burglengenfeld umzuziehen. Hier hofft sie, noch mehr Kundschaft zu erreichen. Ihr Geschäft befindet sich am Marktplatz 17, also in bester Lage. Die Räumlichkeiten waren früher von einem Italiener genutzt worden, der günstigen Mittagstisch anbot, sich dann aber plötzlich zurückzog. Zuvor hatte der Gebäudeeigentümer, der in Schwandorf eine Großmetzgerei besitzt, hier eine Filiale betrieben.
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Wer den neuen Laden betritt, dem sticht die große Kühltheke ins Auge, in der Beck Köstlichkeiten aus der Heimat anbietet, zum Beispiel Herzschinken oder geräucherte Schweinshaxen. Dahinter, an der Wand, hängt ein Regal mit typischen ungarischen Weinen, Likören und Sekt. Ferner gibt es jede Menge haltbarer Ware in Flaschen, Tüten und Dosen oder aus der Tiefkühltruhe.
Gewinn für die Nahversorgung im Zentrum
Laut Beck war der Einstand durchaus vielversprechend. Viele Burglengenfelder hätten sich neugierig umgesehen und sogleich das ein oder andere Schmankerl eingekauft. Eine Seniorin, die kein Auto besitzt und in der Innenstadt wohnt, soll gesagt haben, sie sei ganz glücklich über das neue Angebot an Lebensmitteln, denn diesbezüglich sei das Stadtzentrum seit Jahren nicht mehr gut aufgestellt. Außer dem Biomarkt, den viele Lengfelder ebenfalls sehr schätzen, gibt es keine Alternative.
Ungarische Spezialitäten gewännen in Deutschland immer mehr Anerkennung, meint Beck. Das wolle sie nutzen. Auch ein Verkauf von Waren übers Internet sei angedacht.
Gibt es bald auch warme Mahlzeiten zum Mitnehmen?
Weiteres, großes Ziel der 32-Jährigen sind mittags täglich wechselnde, warme Mahlzeiten. Für knapp unter zehn Euro will sie eine Suppe und ein Hauptgericht zum Mitnehmen anbieten. Von Hähnchenbrustfilet im Speckmantel mit Gemüse und Salzkartoffeln über Rehbraten mit Reis und Röstzwiebeln bis hinzu Palatschinken sei alles denkbar. Allerdings braucht Beck dafür eine Genehmigung vom Landratsamt. Sie ist aber zuversichtlich, dass ihr die Behörde keinen Strich durch die Rechnung machen wird.