Tour de France für besseres Bussystem: Regensburger Delegation in Straßburg, Nancy und Metz

Von Heike Haala · 8. November 2025 um 05:00

In Metz staunten die Mitglieder einer Regensburger Delegation, zu der Stadträte sowie Mitarbeiter der Stadt und des Stadtwerks gehörten, nicht schlecht. Tausende Sensoren sorgen in der französischen Stadt dafür, dass die Ampeln den Bussen vorrangig grünes Licht geben und diese so schneller vorankommen. Und dann heißt dieses Verkehrssteuerungssystem auch noch fast wie Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD), die ebenfalls Teil dieser Delegation war: Gertrude.

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Von Montag bis Mittwoch war die Gruppe mit etwa 35 Teilnehmern in Straßburg, Metz und Nancy, um dort höherwertige Bussysteme zu testen. Derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie, ob so etwas auch hier denkbar wäre. Nach ihrer Rückkehr berichten die Stadträte von einer hochinteressanten Reise.

Gertrude gibt grünes Licht

Helene Sigloch, Grünen-Stadträtin und OB-Kandidatin, hat Gertrude beeindruckt. „Auf den Bildschirmen konnte man in Echtzeit sehen, wo Autos und wo Busse unterwegs sind und wie die Ampeln den Bussen automatisch grün anzeigen“, berichtet sie. BSW-Stadträtin Irmgard Freihoffer beschreibt den Vorgang im Straßenraum: „Die Ampeln sorgen dafür, dass die Trasse für die Busse frei von Autos ist.“ Lediglich wenn der Stau so lang sein sollte, dass er bis auf die Autobahn reiche, bekomme auch ein Metzer Busfahrer einmal eine rote Ampel zu sehen, ergänzt Sigloch.

Der Oberleitungsbus – an dieser Stelle mit eingeklappter Oberleitung – hält in Nancy vor der Kathedrale. - Foto: Freihoffer

Die Busse in Metz sind laut Freihoffer lediglich 18 Meter lang gewesen. „Das war ein Hybridsystem, das zum Teil mit Diesel fuhr“, sagt sie. Allerdings seien die Busse durch drei riesige Batterien von je 700 Kilogramm auf dem Dach nicht sehr wendig. „Die Fahrt war so rumpelig wie in der Linie 1 nach Prüfening“, erklärt Freihoffer. Die eigene Spur, auf denen die Busse laut Maria Simon, Stadträtin und Fraktionsvorsitzende der Grünen, zu 90 Prozent unterwegs sind, mache das System aber schnell, ergänzt sie. Es gebe große Türen und Rampen, die Passagiere ausfahren, was Umstiege beschleunige.

Die vollelektrischen Gefährte mit Oberleitung in Nancy haben es laut Freihoffer auf eine Länge von 24 Meter gebracht. „Die schauen zumindest aus wie eine Straßenbahn“, erklärt sie. Aber auch diese Fahrt habe sie als sehr unruhig wahrgenommen. Der Straßenbelag habe für Erschütterungen gesorgt. SPD-Stadtrat Klaus Rappert dagegen beschreibt das Fahrgefühl in Nancy als angenehm. Auch Sigloch empfand diese Fahrt als ruhig. Allerdings könnten mit diesen Bussen im Vergleich zu einer Straßenbahn lediglich die Hälfte oder ein Drittel weniger Passagiere Platz finden, sagt Sigloch.

Der Bus in Metz - Foto: Tanja Bauer

Ob sie die Busse in Straßburg als höherwertig empfindet, nur weil sie so deklariert werden, da ist sich Freihoffer noch nicht sicher. Immerhin seien auch sie lediglich 18 Meter lang, haben zwar größere Fenster, aber nur teilweise eigene Trassen, berichtet sie.

Großes Manko im Vergleich zu einer Stadtbahn ist für Simon, dass es für derlei Systeme keine Förderung geben soll. Benedikt Suttner (ÖDP) macht keinen Hehl daraus, dass er der ehemals geplanten Stadtbahn noch nachtrauert. Er habe deutlich gesehen, woran es hakt und was mit eigenen Busspuren möglich ist. „Der Bus ist schneller, wenn er eine eigene Spur hat“, sagt er. Ihm ist wichtig, dass in Regensburg nun schnell umsetzbare Themen angepackt werden. Und bei den Busspuren ist er sich sicher: „Da können wir jetzt auch schon rangehen.“

Ebenso macht Rappert deutlich, dass hier in seinen Augen nach der zweitbesten Lösung gesucht wurde. Die Beste ist auch für ihn noch immer die gescheiterte Stadtbahn. Die Systeme, die er in Frankreich gesehen habe, verbrauchen laut Rappert mehr Platz und könnten zudem weniger Passagiere transportieren als es auf der Schiene möglich wäre. „Die Flächen müssen zudem vollversiegelt sein. Rasengleis geht da nicht“, erklärt der Stadtrat.

Die CSU war mit auf der Tour

Für CSU-Stadträtin Bernadette Dechant war die Fahrt hochinteressant: „Uns ist bewusst, dass auch in Regensburg etwas passieren muss, um weiter erreichbar zu sein“, sagt sie.

Die Oberbürgermeisterin spricht in einer Pressemitteilung des Stadtwerks von neuen neue Perspektiven für einen attraktiveren, höherwertigen ÖPNV für Regensburg durch die Exkursion. Dabei sei auch deutlich geworden, wie wichtig eine sorgfältige Planung des gesamten Straßennetzes sei, und dass es hierfür intelligente und zeitgemäße Planungs- und Steuerungstools brauche. Nun gehe es darum, zu prüfen, welche Ansätze auf Regensburg übertragbar sein könnten. Stadtwerk-Geschäftsführer Manfred Koller ergänzt: „Mir zeigen die vorgestellten höherwertigen Bussysteme, dass das auch für Regensburg plan- und umsetzbar sein kann. Es war wichtig, sich die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten vor Ort und im Echtbetrieb anzusehen.“