Krones-Vorstandschef mit Klartext Richtung Regierung: „Die sollen endlich mal machen“

Von Christian Eckl · 8. November 2025 um 10:00

Der Krones-Vorstandmit Sitz in Neutraubling (Landkreis Regensburg) präsentiert zum Wochenende hervorragende Zahlen aus dem dritten Quartal. Christoph Klenk, der sich mit politischen Aussagen normalerweise sehr zurückhält, hat im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern eine klare Botschaft für die Regierung. Gleichzeitig erklärt er, wieso Krones so erfolgreich ist.

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„Die sollen endlich mal machen“, sagt Christoph Klenk im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. Normalerweise ist der Vorstandsvorsitzende des Neutraublinger Konzerns extrem zurückhaltend, was politische Botschaften anbelangt. Aber angesichts der derzeitigen Debatte um Reformen im Land erlaubt sich Klenk ausnahmsweise, Klartext zu sprechen. „Alle wissen doch, was zu tun ist – das muss jetzt eben auch umgesetzt werden“, sagt der Krones-Chef.

Gleichzeitig stellte der CEO zusammen mit Finanzvorständin Uta Anders auch für das abgelaufene dritte Quartal beeindruckende Zahlen vor. Im dritten Quartal 2025 konnte das Unternehmen trotz weltweiter Unsicherheiten bei Aufträgen, Umsatz und Gewinn zulegen – und bestätigt seine Jahresziele. Krones profitiert dabei von einer vergleichsweise krisenfesten Branche: Die Investitionsbereitschaft seiner Kunden aus der Getränke- und Lebensmittelindustrie bleibt hoch.

Kaum ein Wölkchen über dem Neutraublinger Firmensitz der Firma Krones: Auch das dritte Quartal schloss der Konzern erfolgreich ab. Vor allem ein Aufschwung in der Branche weltweit ermöglicht diese Traumergebnisse. Sebastian Bosckisch, Krones/Eckl

„Wir reden immer über die USA, wenn wir über Zölle sprechen, aber es gibt natürlich auch andere Länder mit Einschränkungen.“ Klenk bezog sich dabei auf China, das Konkurrenten des Maschinenbauers massiv subventioniert. Und dennoch ist Krones in China Marktführer. „Das liegt daran, dass wir gute Produkte haben – und gute Mitarbeiter“, sagte Klenk. Das Unternehmen sei in China ein robustes deutsches, aber auch ein robustes chinesisches Unternehmen.

„In 160 Ländern aktiv“

Überhaupt sei das auch das Erfolgsmodell von Krones: „Wir sind in 160 Ländern aktiv.“ Die Verwerfungen, die es derzeit auf der Welt gibt, würden sich in den unterschiedlichen Regionen der Welt auch unterschiedlich niederschlagen. Wachstumsmärkte seien für Krones beispielsweise Indien, wo derzeit zwei neue Werke entstehen, aber auch der Mittlere Osten. Und auch in Afrika haben die Investitionen in Anlagen massiv angezogen. „Das ungewöhnliche von Krones ist ja, dass wir in all diese Länder die gleichen Produkte liefern.“ Eine Abfüllanlage in Afrika sei genauso gebaut wie eine, die in den USA verbaut wird.

Finanzchefin Uta Anders machte deutlich, dass die Investitionsquote von vier Prozent ausgewogen ist. „Sie sehen, wir investieren sehr stark hier in Deutschland, aber auch in Indien und beispielsweise auch in den USA.“ Klenk fügte an, dass in drei Jahren etwa 500 Millionen Euro investiert werden. „Davon gehen 60 bis 70 Prozent in die deutschen Standorte“, so der Vorstandsvorsitzende.

Gezielt in die Logistik beispielsweise werde an den Standorten in Neutraubling und Nittenau im Landkreis Schwandorf investiert. Allein 50 Millionen würden nach Neutraubling fließen. Klenk sagte auch: „Wir setzen auf Arbeitsplätze in Deutschland, müssen aber international auf unsere Lohnkosten blicken.

Die Auftragslage gibt auch Spielraum für Investitionen. Zwischen Juli und September verzeichnete Krones einen Auftragseingang von rund 1,37 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In den ersten neun Monaten 2025 summierten sich die Bestellungen auf über 4,1 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand zum 30. September lag bei 4,29 Milliarden Euro – ein Niveau, das die Auslastung der Produktionskapazitäten bis ins dritte Quartal 2026 sichert.

Die Branchenmesse drinktec kostete Krones einen hohen einstelligen Millionenbereich, wie der Konzern mitteilte. Aber Klenk machte deutlich, wie sehr der Konzern von den Gesprächen mit Kunden profitierte. „Ich glaube, wir haben 80 Prozent unserer Kunden auf der drinktec direkt sprechen können.“ Vor drei Jahren bei der letzten drinktec habe man Kundenwünsche aufgenommen, umgesetzt – „und geliefert“, sagte Anders. „Diese Geschwindigkeit, die wir da abgeliefert haben, hat die ganze Branche beeindruckt“, sagte Klenk weiter. Für den Vorstandschef war diese Messe „vielleicht sogar eine der wichtigsten, die wir in der Firmengeschichte überhaupt hatten“.

Bei 60.000 Besuchern habe man eine der zentralsten Innovationen von Krones vorgestellt, bei der ein Modell des Anbieters durch Digitalisierung das Neulinien- und das Lifecycle-Geschäft – also die Lebensdauer der Maschinen – miteinander verknüpft.

Ausblick bleibt positiv

Dementsprechend gut schnitt der Konzern auch bei den Zahlen ab. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag im dritten Quartal bei 142,2 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres verbesserte sich die Marge auf 10,5 Prozent. Der kürzliche Zukauf des Schweizer Maschinenbauers Netstal wirkte sich dabei leicht negativ auf die Marge aus, wie das Unternehmen mitteilte. Das Ergebnis vor Steuern stieg auf 302 Millionen Euro. Der Nettogewinn kletterte im Vergleich zum Vorjahr auf 213,7 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich auf 6,75 Euro.

Trotz geopolitischer Spannungen, globaler Handelskonflikte und anhaltender Lieferkettenprobleme hält Krones an seinen Finanzzielen für 2025 fest. Der Vorstand rechnet weiterhin mit einem Umsatzwachstum von sieben bis neun Prozent, wie das Unternehmen mitteilte.