Die Neutraublinger Erfolgs-Rallye geht weier: Krones legt Spitzen-Zahlen vor

Aktionäre und Mitarbeiter sind es ja fast gewohnt, doch ganz Deutschland blickt mitunter staunend auf den Abfüllanlagen-Hersteller aus Neutraubling: Das Unternehmen hat nun wieder nicht nur gute, sondern erstaunliche Zahlen vorgelegt. Sowohl der Umsatz, als auch das Ergebnis vor Steuern zeigen wieder steil nach oben.
Der Maschinenbauer Krones mit Sitz in Neutraubling bleibt weiter auf Erfolgskurs. Im dritten Quartal 2025 konnte das Unternehmen trotz weltweiter Unsicherheiten bei Aufträgen, Umsatz und Gewinn zulegen – und bestätigt seine Jahresziele. Krones profitiert dabei von einer vergleichsweise krisenfesten Branche: Die Investitionsbereitschaft seiner Kunden aus der Getränke- und Lebensmittelindustrie bleibt hoch.
Bestellungen steigen – Produktion bis 2026 ausgelastet
Zwischen Juli und September verzeichnete Krones einen Auftragseingang von rund 1,37 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In den ersten neun Monaten 2025 summierten sich die Bestellungen auf über 4,1 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand zum 30. September lag bei 4,29 Milliarden Euro – ein Niveau, das die Auslastung der Produktionskapazitäten bis ins dritte Quartal 2026 sichert.
Umsatz wächst – Wechselkurs bremst leicht
Der Konzernumsatz lag im dritten Quartal bei knapp 1,38 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den ersten neun Monaten erzielte Krones rund 4,1 Milliarden Euro Umsatz und liegt damit im Plan. Etwas gebremst wurde das Wachstum durch den im Vergleich zum Euro schwächeren US-Dollar, was sich negativ auf die Umrechnung der internationalen Erlöse auswirkt.
Ertragskraft verbessert sich – trotz hoher Messekosten
Trotz erheblicher Kosten für die Branchenmesse „drinktec“ im hohen einstelligen Millionenbereich konnte Krones das Betriebsergebnis weiter steigern. Das sogenannte Ebita – also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – lag im dritten Quartal bei 142,2 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (134,9 Millionen Euro). Die EbitaA-Marge, also der prozentuale Anteil des Gewinns am Umsatz, stieg leicht auf 10,3 Prozent. Ohne die drinktec-Kosten hätte sie sich im oberen Bereich des Zielkorridors von 10,2 bis 10,8 Prozent bewegt.
In den ersten neun Monaten des Jahres verbesserte sich die Ebita-Marge auf 10,5 Prozent (Vorjahr: 10,1 Prozent). Der kürzlich erfolgte Zukauf des Schweizer Maschinenbauers Netstal wirkte sich dabei leicht negativ auf die Marge aus – ein typischer Effekt bei Übernahmen.
Branchen-Primus Krones beglückt Aktionäre und baut weiter Stellen auf
Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg um 9,7 Prozent auf 302,3 Millionen Euro. Die EBT-Marge – also der Gewinn vor Steuern im Verhältnis zum Umsatz – erhöhte sich von 7,1 auf 7,4 Prozent. Der Nettogewinn kletterte im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent auf 213,7 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich auf 6,75 Euro.
Solide Finanzen – mehr Spielraum durch freien Mittelzufluss
Der sogenannte Free Cashflow – also der Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft nach Investitionen, aber vor Übernahmen – betrug in den ersten neun Monaten 80,2 Millionen Euro. Damit konnte Krones im dritten Quartal rund 33,5 Millionen Euro mehr erwirtschaften als noch zur Jahresmitte. Zwar lag der Vorjahreswert mit 145 Millionen Euro außergewöhnlich hoch, doch bleibt die finanzielle Lage stabil: Die Nettoliquidität – also das Geldvermögen nach Abzug von Bankschulden – belief sich zum Quartalsende auf 361,2 Millionen Euro (Vorjahr: 301,9 Millionen Euro).
Auch der sogenannte ROCE, also die Rendite auf das eingesetzte Kapital, entwickelte sich positiv: Er stieg von 18,3 auf 19,5 Prozent.
Jahresziele bestätigt – Unsicherheiten bleiben
Trotz geopolitischer Spannungen, globaler Handelskonflikte und anhaltender Lieferkettenprobleme hält Krones an seinen Finanzzielen für 2025 fest. Der Vorstand rechnet weiterhin mit einem Umsatzwachstum von sieben bis neun Prozent. Die Ebita-Marge soll im Konzern zwischen 10,2 und 10,8 Prozent liegen. Für den Roce erwartet Krones eine Spanne zwischen 18 und 20 Prozent.
Zugleich bleibt das Umfeld herausfordernd: Zollmaßnahmen, wirtschaftspolitische Spannungen und regionale Krisen sorgen weltweit für Unsicherheit bei Investitionsentscheidungen. Dennoch zeigt sich das Unternehmen realistisch optimistisch – gestützt auf die stabile Nachfrage und konsequente Maßnahmen zur Effizienzsteigerung.