Oberpfälzer Cold Case: So wollen Fallanalytiker die Ermittler unterstützen

Von Isolde Stöcker-Gietl · 6. November 2025 um 16:57

Seit wenigen Wochen wird in einem ungeklärten Verbrechen aus dem Jahr 2014 wieder ermittelt. Es gibt neue Hinweise und Taucher haben im Landkreis Schwandorf offenkundig interessante Funde gemacht. Nun sollen sogenannte Profiler die Polizei auf die richtige Fährte führen.

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Im ungeklärten Mord an dem Unternehmer Dieter Loew aus Wernberg-Köblitz (Lkr. Schwandorf) ziehen die Ermittler alle Register. Jetzt soll die Operative Fallanalyse, angesiedelt am Landeskriminalamt München, die damaligen Abläufe im Wohnhaus des Getöteten analysieren und so die Amberger Kripo bei der Aufklärung der Tat aus dem Jahr 2014 unterstützen.

Ende November, so heißt es aus dem Polizeipräsidium Oberpfalz, werden sich Ermittler und Fallanalytiker, die landläufig unter dem Namen Profiler bekannt sind, zur Beratung treffen. „Die Fallanalytiker wollen sich über die bisherigen Erkenntnisse ins Bild setzen lassen und dann wird gemeinsam über das weitere Vorgehen entschieden“, erläutert Polizeisprecher Jonas Krauß die nächsten Schritte.

Die Täter entschlüsseln

Fallanalytiker werden bei ungeklärten Verbrechen eingesetzt, um neue Ermittlungsansätze zu generieren. Dabei werden etwa Täterprofile erstellt und Handlungsabläufe konstruiert. Der bekannte Münchner Fallanalytiker Alexander Horn hat in zurückliegenden Gesprächen mit der Mediengruppe Bayern die Arbeit so beschrieben: „Die Aufgabe eines Fallanalytikers ist die Bewertung des gezeigten Täterverhaltens, um daraus Rückschlüsse auf die Täterpersönlichkeit zu ziehen.“ Fallanalytiker agieren dabei nicht wie Ermittler. Sie arbeiten mit dem Wissen und Material, das ihnen zur Verfügung gestellt wird. Man wolle ein vertieftes Fallverständnis herstellen. Damit soll eine Grundlage geschaffen werden, auf deren Basis die Ermittler dann die richtigen Schlüsse ziehen und so den oder die Täter überführen können.

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Im Oktober hatte die Kripo Amberg öffentlich gemacht, dass sie die Ermittlungen in dem Mordfall an dem bekannten Unternehmer noch einmal neu aufrollt. Ein neues Team – „mit frischem Blick“ – wie es hieß, soll alle bisher gesammelten Erkenntnisse noch einmal bewerten. Dabei kämen neue verfügbare technischen Verfahren zur Spurenauswertung und Kriminalanalyse zum Einsatz. Auch Spuren und Erkenntnisse, die bislang nicht als relevant erachtet wurden, sollen noch einmal neu untersucht werden.

Begleitet wird die Arbeit an dem Cold Case von einer öffentlichen Kampagne. Der Aufruf an potenzielle Zeugen in Medien, durch eine Haustüraktion sowie durch großflächige Plakate, scheint bereits auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Die Ermittler sprechen von „mehreren neuen Hinweisen“, die nun sorgfältig geprüft und bearbeitet würden. Zudem haben Taucher bei Wernberg Gegenstände in einem Gewässer gesichert, die nun weiter untersucht werden.

Dieter Loew war in der Nacht von 21. auf 22. Dezember 2014 in seinem Wohnhaus in Wernberg-Köblitz überfallen und schwer verletzt worden. Eine Pflegekraft fand den 76-Jährigen am Morgen. Loew wurde von dem oder den unbekannten Tätern niedergeschlagen und dabei so massiv am Kopf getroffen, dass er vier Wochen später in einer Regensburger Klinik seinen Verletzungen erlag.

Gibt es bereits Verdächtige?

Nach der Tat waren die getrennt lebende Ehefrau und deren junger Lebensgefährte, ein damals 25-jähriger Polizist, ins Visier geraten. Einen hinreichenden Tatverdacht konnten die Ermittler allerdings nicht begründen. Auf welche Erkenntnisse sie sich damals stützte, will die Polizei für sich behalten. Die Ermittlungen wurden 2019 eingestellt. Auf den Plakaten, die in der mittleren und nördlichen Oberpfalz mit einem Foto des Opfers hängen, ist die Rede von einem „brutalen Raubmord“. Ob gegen die beiden ehemaligen Tatverdächtigen wieder ermittelt wird, sagt die Polizei nicht.

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Die Bevölkerung werde weiterhin gebeten, Hinweise unter 09621/890-2121 zu melden, insbesondere wenn sie noch nicht mit der Polizei in Kontakt standen, heißt es in der jüngsten Pressemeldung. Das Landeskriminalamt hat 5000 Euro Belohnung ausgesetzt.