Kritik an Umbauplänen für Bahnübergang in großer Straße in Neumarkt

Von Wolfgang Endlein · 5. November 2025 um 05:00

Der Bahnübergang in der Ingolstädter Straße entspricht nicht mehr den Sicherheitsvorgaben. Vor rund drei Jahren hatte die Bahn erstmals Pläne für einen Umbau im Stadtrat vorgestellt. Die damaligen Vorschläge gefielen insbesondere Radfahrern nicht. Drei Jahre später hat das Eisenbahn-Bundesamt die jüngsten Pläne veröffentlicht.

Notwendig wurde dies im Zuge des Planfeststellungsverfahrens. Auf der Homepage beteiligung.bund.de sind die Unterlagen einsehbar. Einwendungen und Stellungnahmen können bis einschließlich 8. Dezember erhoben werden.

In den Unterlagen erklärt die Bahn, warum der Übergang modernisiert werden muss. Die Sicherheitstechnik stammt aus den 1960er-Jahren. Das Zusammentreffen mehrerer Straßen auf beengtem Raum macht es nicht einfacher, für die nötige Sicherheit zu sorgen.

So sehen die Pläne der Bahn für den Umbau des Übergangs in der Ingolstädter Straße in Neumarkt aus. Gut zu erkennen: der verschwenkte Geh- und Radweg stadtauswärts - Foto: DB InfraGO

Allen voran muss der Bereich vor und hinter dem Übergang so groß sein, dass Fahrzeuge nicht durch Rückstau, Ampeln oder andere Hindernisse auf dem Übergang zum Halten gezwungen sind. Weil das in der Ingolstädter Straße nicht gewährleistet ist, wird der Übergang umgebaut. Dazu gehören Schranken und sich bei einem nähernden Zug aktivierende Ampeln. Zudem werden die Wege für Radler und Fußgänger teilweise neu geordnet.

Der größte Unterschied zur bisherigen Situation: Radfahrer und Fußgänger, die stadtauswärts von der Brücke herab kommen, werden umgeleitet. Bisher führt ein Geh- und Radweg parallel zur Straße über die Gleise. Künftig schwenkt er Richtung Hans-Dehn-Straße, wohin Radler und Fußgänger über einen eigenen mit Schranken versehenen Übergang geführt werden.

Radfahrer und Fußgänger erhalten eigenen Bahnübergang in Ingolstädter Straße

Wer von dort in die Ingolstädter Straße stadtauswärts weiter will, muss über die Hans-Dehn-Straße auf einen neuen gemeinsamen Geh- und Radweg übersetzen und im Anschluss gleich nochmals die Siemensstraße überqueren. Erst dann erreicht er den gemeinsamen Geh- und Radweg in der Ingolstädter Straße.

„Die Belange von Fußgängern und Radfahrern werden nicht berücksichtigt“, hatte Olaf Böttcher (Grüne), Verkehrsreferent des Stadtrats, bei der ersten Präsentation der Pläne 2022 kritisiert. Geändert hat das bis heute nichts. Trotz Drängens in diversen Gremien, wie Böttcher sagt.

Ludwig Kleine, ebenfalls ein Streiter für das Radfahren in Neumarkt, fasst auf seiner Homepage (radfahren-in-neumarkt.de) die angepeilte Lösung so zusammen: Aus einer Vorfahrt werde für Radfahrer und Fußgänger ein Umweg, auf dem sie zudem zweifach durch Straßenquerungen ausgebremst werden.

Die Lösung haben die Bahnplaner ersonnen, weil aus der Ingolstädter Straße rechts in die Hans-Dehn-Straße abbiegende Fahrzeuge Radlern und Fußgängern Vorfahrt gewähren müssen. Das passt nicht zum Vorhaben, den Bahnübergang frei zu halten.

Rund 14 Züge fahren täglich auf der Bahnstrecke im Süden Neumarkts

Verständlich findet das Böttcher. Aber wie Kleine hätte er es vorgezogen, dieses Problem mit einer eigenen Ampel und Schranke für Radfahrer und Fußgänger zu lösen, die etwas früher schließt als für Autos und Lkw. „Lieber eine Ampel, an der ich ein paar Mal am Tag stehen muss, statt dauerhaft benachteiligt zu werden“, sagt Böttcher. Laut den Unterlagen des Stadtrats aus 2022 wird die Strecke täglich von rund 14 Zügen befahren.

Und noch eine Neuerung sehen die Umbaupläne vor: Weil die Siemensstraße im Kontext der Kreuzung zu schmal ist und abbiegende große Fahrzeuge dazu führen könnten, dass es sich auf dem Bahnübergang staut, wird sie zur Einbahnstraße. Von der Hans-Dehn-Straße darf sie nicht mehr befahren werden.

Für die Bauzeit setzt die Bahn rund drei Monate an. Nach derzeitigem Stand soll der Umbau im Juli 2027 starten. Während nahezu der gesamten Bauzeit wird die Ingolstädter Straße laut Bahn komplett gesperrt sein. Für den Verkehr ausund in die Hans-Dehn- sowie Siemensstraße seien zeitweise Sperrungen erforderlich.