„Hochgefährliche Situation“ an Neumarkter Bahnübergang – Stadt plant Umbau

Von Julian Alexander Fischer · 14. August 2023 um 05:00

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ist „geschockt“ über die Ausschilderung des Radweges am Bahnübergang in der Ingolstädter Straße stadteinwärts. „Eine hochgefährliche Situation wird hier heraufbeschworen“, sagt Jürgen Hübner, Vorstandsmitglied des Neumarkter ADFC.

Denn vor dem Bahnübergang weist ein Schild die Radfahrer nach links Richtung Hans-Dehn-Straße zum Bahnhof und Ludwig-Donau-Main-Kanal. Das Problem: Zwischen Straße und Radweg verläuft ein Grünstreifen, ein direktes Abbiegen ist nicht möglich. Stattdessen kreuzen kurz nach dem Schild bereits die Schienen. Nach Ansicht des ADFC werden Radfahrer so direkt auf die Gleise geleitet: „Ortsunkundige Radfahrer folgen den Wegweisern und werden vorsätzlich von der Stadt in diese Falle gelockt“, kritisiert Hübner. Die Ausschilderung sei „gedankenlos und gefährlich“.

Stadt Neumarkt reagiert auf ADFC-Kritik: Bahnübergang wird angepasst

Bei der Stadt Neumarkt war man sich dieser Situation offenbar nicht bewusst. So sei die Beschilderung in der Ingolstädter Straße in der Vergangenheit nach Umbaumaßnahmen angepasst und auch mit dem ADFC besprochen worden, erklärt Franz Janka, Pressesprecher der Stadt. Hübner betont hingegen, der Fahrrad-Club habe die Stadt bereits in der Vergangenheit auf die Gefahrenstelle hingewiesen. Die Anmerkung sei aber auf wenig Interesse gestoßen.

Nun passiert aber etwas: Die Beschwerde des ADFC nehme man „nochmals zum Anlass, die kritisierte Beschilderung an dieser Stelle anzupassen“, betont Janka. Doch nicht nur die Beschilderung solle optimiert werden, generell plane die Stadt eine bauliche Anpassung der Kreuzung.

Das erfordere allerdings die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn, der Eigentümerin des Bahnübergang. Janka zeigt sich zuversichtlich: „Eine umfassende Neuerung wird sich ergeben, da aufgrund erkannter Defizite am Bahnübergang dringend eine Maßnahme durchzuführen ist.“ Die Bahn habe bereits einen Lösungsvorschlag erarbeitet und im Bau-, Planungs- und Umweltsenat vorgestellt.