„Das ist ein total schönes Miteinander hier“: Das sind die zwei Neuen an der Schule in Siegenburg

An der Herzog-Albrecht-Grund- und Mittelschule Siegenburg freuen sich Marion Häusler-Lindl und Martin Moskau auf ihre neue Aufgaben und so manche Herausforderung.
Seit September führen Marion Häusler-Lindl als Rektorin und Martin Moskau als Konrektor die Grund- und Mittelschule in Siegenburg. Wir sprachen mit ihnen über die ersten Wochen in ihrer neuen Stelle.
Frau Häusler-Lindl, Herr Moskau, wie waren die ersten Wochen für Sie?
Marion Häusler-Lindl: Spannend, interessant. Die ersten Wochen im Schuljahr sind grundsätzlich sehr chaotisch. In diesem Jahr besonders mit der Übergabe und dem Wechsel. Wir mussten beide ja die Übergabe in unseren alten Schulen machen und gleichzeitig uns hier einfinden.
Martin Moskau: Bei mir war es ähnlich. Ich musste die Übergabe in Ingolstadt an meiner alten Schule machen. Wir waren beide irgendwie zwei Schulen gleichzeitig verhaftet. Das war schon turbulent. Aber so langsam kommen wir in ruhigeres Fahrwasser.
Auch das könnte Sie interessieren: In Siegenburg entstehen Bauparzellen - auch für Tinyhäuser
Häusler-Lindl: Ja, jetzt hat man einen Überblick über bestimmte Personengruppen. Wie bei allen Starts war es herausfordernd, aber auf die positive Art.
Moskau: Und immerhin haben wir den Vorteil, dass das Handwerkszeug ja schon da war, wir ja zuvor schon als Rektorin und als Konrektor gearbeitet haben.
Sind denn Ihre alten Wirkungsstätten mit Siegenburg vergleichbar? Und was ist hier anders?
Häusler-Lindl: In Siegenburg kommt ja noch eine Außenstelle, die Grundschule Pürkwang, dazu. Das hatte ich in Saal nicht. Die Schülerzahlen sind zwar mit 420 in Saal und hier insgesamt etwa 470 einschließlich Pürkwang vergleichbar. Aber mit der Außenstelle muss alles, beispielsweise Elternabende, doppelt geplant werden. Das ist natürlich ein gewisser Mehraufwand.
Moskau: Für mich ist es wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich komme ja aus einer rein städtischen Mittelschule in Ingolstadt. Grundschule ist für mich komplettes Neuland. Aber das war auch einer der Gründe, dass ich mich um die Stelle beworben hatte. Für mich ist es hier sehr schnuckelig, klein und familiär im Vergleich zu meiner alten Schule mit etwa 800 Schülern. Es ist auch ein Riesenvorteil, die Namen, die Gesichter zu kennen.
Welche Themen sind denn in nächster Zeit besonders wichtig?
Häusler-Lindl: Tatsächlich hatten wir beide noch gar nicht so viel Zeit gehabt, um uns gemeinsam Gedanken darüber zu machen, wie wir künftig die Schule gestalten wollen. Wir wollen uns da auch Zeit lassen. Einen fixen Termin gibt es aber schon, und zwar die Einweihung des tollen Neubaus am 12. Juni. Das wollen wir mit einem Schulfest verbinden. Dazu findet vieles statt, was die Kollegen auch in den vergangenen Jahren schon immer geplant hatten und an dem wir auch festhalten wollen, wie beispielsweise die Nikolaus-Aktion vom Elternbeirat oder der Kai-Flohmarkt.
Moskau: Ansonsten wird uns in der Mittelschule vor allem die 1 :1-Ausstattung mit digitalen Endgeräten beschäftigen. Da starten wir mit den 7. und 8. Klassen. Auch zum Thema Nachhaltigkeit und wie wir das für Grund- und Mittelschulen implementieren können, ist was geplant. Das ist ja mein Steckenpferd. Die Kernkompetenz der Mittelschulen ist aber die Berufsfindung. Da profitieren wir vom M-Zug, den Ansprechpartnern vor Ort, all den Kontakten, die in den vergangenen Jahren geknüpft worden sind.
Häusler-Lindl: Im Grundschulbereich will ich bei den Kindergärten Präsenz zeigen, damit der Übergang in die Schule gut funktioniert. Mit der Kindergarten-AG wurde das ja in den vergangenen Jahren ja schon immer sehr gut gelöst.
Was ist denn eigentlich der Vorteil davon, dass Grund- und Mittelschule, wie hier in Siegenburg, unter einem Dach sind?
Häusler-Lindl: Man kennt die Schüler, die in die Mittelschule kommen, dann vielleicht schon, kann individueller auf sie eingehen. Ich finde auch, das ist ein total schönes Miteinander hier. Der Schülerschaft tut es auf jeden Fall gut. Man kann das vielleicht in Zukunft noch intensivieren, vielleicht in Form von Partnerschaften.
Moskau: Ich denke, dass es bestimmte Ressentiments gegenüber der Mittelschule abbaut, wenn beide unter einem Dach sind, vor allem, weil es hier durchwegs positive Erfahrungen sind. Die Mittelschüler hier fallen nicht etwa negativ auf.
Häusler -Lindl: Ja, wir haben hier ein ziemlich bunt gemischtes Klientel, auch durch die Deutschklassen und den M-Zug. Und kunterbunt meine ich jetzt durchaus positiv.
Was wünschen Sie sich für die kommende Zeit?
Häusler-Lindl: Ein gutes harmonisches Miteinander zwischen Eltern und Schüler sowie der Schulfamilie. Und dass tatsächlich Eltern auch ihren Erfahrungsschatz mitbringen.
Moskau: Ich finde auch, die Zusammenarbeit zwischen Eltern und dem Kollegium, die muss passen.
Hier lernen Kinder zehn Jahre miteinander
Schule: Die Herzog-Albrecht-Schule in Siegenburg beinhaltet sowohl Grund- als auch Mittelschule. Rektorin Margit Häusler-Lindl ist zudem auch für die kleinste Grundschule im Landkreis, die Grundschule in Pürkwang, zuständig. An der Herzog-Albrecht-Schule gibt es auch die Möglichkeit, mit dem M-Zug die Mittlere Reife zu erwerben. Die Mittelschule bietet den M-Zug im Mittelschulverbund mit Neustadt/Donau und Abensberg an, das heißt, nicht alle M-Klassen-Jahrgangsstufen sind an der gleichen Schule. Auch eine Deutschklasse für Schüler, die noch Deutsch lernen, gibt es hier. Insgesamt besuchen 406 Schüler die Schule, dazu kommen 65 Erst-bis Viertklässler in Pürkwang. Kollegium: Im neuen Schuljahr sind, einschließlich der Schule in Pürkwang, etwa zehn neue Lehrkräfte dazu gekommen. Auch im Sekretariat, bei der Ganztagsbetreuung und der Schulsozialarbeit gab es personelle Wechsel.