Neuer Schwung für das Eine Welt Forum in Abensberg

Von Lucia Pirkl · 28. Oktober 2025 um 15:00

Kämpfen für eine gerechtere Welt: Seit mehr als drei Jahrzehnten gibt es das Eine Welt Forum in Abensberg. Nun will man einen Verein gründen. Dazu sind Mitstreiter gesucht, gerne auch Menschen, die sich bisher wenig mit dem Thema beschäftigt hatten.

Wenn irgendwo in Afrika Kinder auf Plantagen schuften, statt in die Schule zu gehen, mag man denken, das geht uns nichts an. Aber spätestens dann, wenn sie als Flüchtlinge auf der Suche nach einem besseren Leben zu uns kommen, sind wir damit konfrontiert. In einer globalen Welt hängt alles zusammen. Der Wohlstand in den Industrieländern hat auch viel mit der Ausbeutung im globalen Süden zu tun. Diese Zusammenhänge aufzuzeigen, aufzuklären und vor allem zu zeigen, wo man selbst Einfluss nehmen kann: Nichts weniger als das hat sich das Eine Welt Forum in Abensberg auf die Fahnen geschrieben. Jetzt will man einen Verein gründen. Und dafür werden gerne Mitstreiter gesucht.

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Seit mehr als drei Jahrzehnten gibt es das Eine Welt Forum. „Wir waren ein loser Haufen aus Mitgliedern von anderen Vereinen“, so Klara Wirthensohn zu den Anfängen. Warum will man jetzt einen Verein gründen? „Weil es rein rechtlich nicht anders geht“, sagt sie.

Junge Mitstreiter sind gesucht

Mit der Gründung hofft das Eine Welt Forum auch, neue Mitstreiter gewinnen zu können. „Es wäre schön, wenn auch Leute kämen, die davor noch nie etwas mit dem Eine Welt Forum zu tun hatten, einfach aus Interesse“, sagt Katrin Koller-Ferch. Wenn sich jemand gleich zum Vorsitzenden wählen lässt – umso besser! Unterstützung gebe es von den „Alten Hasen“ zu genüge, verspricht Wirthensohn. Und wenn sich noch dazu künftig mehr junge Menschen für die gute Sache engagierten, wäre das umso schöner. Denn wie so oft fehlen auch hier junge Menschen, die frischen Wind, andere Ideen mit reinbringen. Und die bräuchte es dringend, um fleißig für die gute Sache, für eine gerechtere Welt zu kämpfen.

Zu den festen Veranstaltungen des Eine Welt Forums gehören beispielsweise die Faire Woche. Mit Aktionen wie dem „Fairen Frühstück“, dem großen Eine-Welt-Fest im Jahr 2000 oder dem „Fairen Brunch“ machte das Eine Welt Forum von sich reden. Der Verkauf fairer Produkte, gemäß dem Motto „Wir wollen keine Almosen sondern eine faire Bezahlung“ ist nach wie vor eine der Hauptaktionen. Auch Veranstaltungen im Kindergarten oder in der Schule gehören dazu. Aber um das Ganze auszuweiten, bräuchte es noch mehr „Man-“ und „Woman-Power“.

Katrin Koller-Ferch und Klara Wirthensohn würden sich über Mitstreiter freuen. - Foto: Pirkl

Die Themen indes, die sind so aktuell wie nie. „Man macht die Erfahrung, man redet mit jemanden und merkt, der hat keine Ahnung von den Zusammenhängen. Wieder andere aber sind sehr informiert“, stellt Wirthensohn fest. „Vor allem die jüngere Generation hat ein anderes Bewusstsein“, meint Koller-Ferch. Im Vergleich zu früher würden immer mehr Menschen Zusammenhänge, die Kreisläufe von Produktion und Handel zwischen Industrie- und Entwicklungsländer verstehen. „Wenn wir hier wie Krösus leben, geht das auf die Kosten anderer“, verdeutlicht Koller-Ferch.

Begriffe wie „Seltene Erden“ seien viel präsenter als früher, nicht zuletzt auch durch Social Media, durch die virtuelle Vernetzung. Und trotzdem: Der persönliche Kontakt vor Ort, das „Anstupsen“ des Themas funktioniere in der persönlichen Ansprache einfach besser, ist Koller-Ferch überzeugt. „Es geht darum, das alles im Bewusstsein zu halten.“

Jeder kann etwas tun für die „Eine Welt“

Denn machtlos ist auch der Einzelne nicht, „man kann ja mit seinem Einkaufskorb einen wichtigen Beitrag leisten“, sagt Wirthensohn. Und weil Fairness auch mehr mit der Wegwerfgesellschaft zu tun hat, als einem vielleicht täglich bewusst ist, könne auch hier jeder Einzelne sein Konsumverhalten überdenken. „Die Krux der ständigen Verfügbarkeit“, bringt es Koller-Ferch auf den Punkt. „Kaffee und Schokolade sind Genussmittel. In unserer Kindheit war das nicht unbegrenzt vorhanden“, gibt Wirthensohn zu bedenken.

Unbegrenzt sind sie auch heute nicht. Wenn der Kaffee- oder Kakaopreis nach oben schnellt, hat das auch etwas mit verändertem Klima zu tun, mit Ernteausfällen aufgrund von Dürre oder Hitze. Damit dann trotzdem etwas für die Bauern vor Ort übrig bleibt, damit deren Kinder die Schule besuchen können, dafür soll der Fair-Trade-Handel sorgen.

Gründungsversammlung: Jeder ist herzlich willkommen

Gründungsversammlung: Die Gründungsversammlung ist am Donnerstag, 13. November um 19 Uhr im Katholischen Pfarrheim im Kolpingzimmer. Alle Interessierten sind hierzu willkommen.

Eine-Welt-Waren: Während der Öffnungszeiten im Pfarrbüro von Montag bis Mittwoch, 8 bis 11 sowie Donnerstag von 15 bis 18 Uhr kann man hier fair gehandelte Waren, wie Kaffee, Tee, Schokolade, O-Saft oder Kakao, kaufen.

Gepa: Die meisten Waren, die in Abensberg verkauf werden, haben ein GEPA-Siegel. Die GEPA ist „Sieger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises für Unternehmen 2026“ in der Branche „Kaffee, Tee und Gewürze“. Eine unabhängige Jury mit Experten aus Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft kürte die GEPA zum „renommierten Fair-Trade-Pionier“. Mehr Infos zum Thema gibt es auf www.gepa.de.