50 Jahre nach den ersten Planungen bekommt Irnsing jetzt einen eigenen Kindergarten

Von Jochen Dannenberg · 1. November 2025 um 19:00

Es war ein Wahlversprechen der CSU, jetzt wird es eingelöst: Im Neustädter Ortsteil Irnsing fand nunmehr mit dem ersten Spatenstich der offizielle Baubeginn für den lange geplanten Kindergarten statt. Ende gut, alles gut?

Wenn es nach Bürgermeister Thomas Memmel geht, ist der Baubeginn tatsächlich das glückliche Ende einer langen Planung. Die Freude über den offiziellen Baubeginn war ihm deutlich anzumerken, als am Donnerstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein und äußerst milden Temperaturen der erste Spatenstich für den neuen Kindergarten erfolgte. „Das ist ein schöner Tag für einen schönen Kindergarten“, stellte Memmel fest. Bekannte aber auch, dass es sich um ein Projekt handele, „das mal ein bisschen mehr und mal ein bisschen weniger Fahrt“ aufgenommen habe.

Tatsächlich ist das Vorhaben, im Neustädter Ortsteil einen Kindergarten zu bauen, ein sehr altes. Bereits 1975, so der örtliche Stadtrat Alfred Bogner, wurde in Irnsing darüber nachgedacht, dass der Ort einen eigenen Kindergarten brauchte. Darüber sei sogar in der Tageszeitung berichtet worden.

Bis es dann soweit war, vergingen 50 Jahre. Ein Grundstück hatte sich die Kommune zwischenzeitlich gesichert und es, wie Bürgermeister Memmel beim Spatenstich sagte, „immer freigehalten“. Der Plan wurde auch nie aufgegeben, aber zuletzt steckte ein wenig der Wurm im Projekt.

Ein statt zwei Geschosse

Die Idee nämlich, den Kindergarten um eine Tagespflege zu erweitere und somit ein Zentrum für die ganz jungen Irnsinger und die schon ergrauten Bürgerinnen und Bürger zu schaffen, überforderte die Möglichkeiten. Konkret: Zuschüsse, mit denen insbesondere der potenzielle Betreiber der geplanten Tagespflege gerechnet hatte, waren nicht verfügbar. Die Tagespflege war damit „gestorben“.

Was wiederum Auswirkungen auf die Bauplanung hatte. Die zunächst vorgesehene zweigeschossige Bauweise musste um ein Geschoss reduziert werden. Zuwegungen änderten sich, nicht aber die Begeisterung des Bürgermeisters für das Projekt. Immer wieder bekräftigte Memmel, das Projekt komme. Jetzt ist zumindest der offizielle Baubeginn erfolgt.

Irnsing wächst, aktuell um ein neues Baugebiet. - Foto: Jochen Dannenberg

663 Quadratmeter wird der Neubau groß sein, die Grundfläche beträgt 40 mal 21 Meter. Die Einrichtung wird neben diversen Gruppenräumen auch eine kleine Turnhalle, einen Schlafraum sowie einen Therapie- und einen Speiseraum bekommen. Auch eine Photovoltaikanlage ist geplant und auch die Nachbarn dürfen sich freuen, selbst wenn sie keine Kinder mehr haben, die im Vorschulalter sind: Eine Freileitung für die Stromversorgung soll verschwinden. Das wertet das angrenzende Wohngebiet auf.

Bauarbeiter beginnen

Nach dem ersten Spatenstich soll es noch bis kurz vor Weihnachten zügig mit den Baumeisterarbeiten ans Werk gehen. Voraussichtlich zum 18./19. Dezember startet die Weihnachtspause. Noch im Frühjahr soll der Rohbau fertiggestellt sein, anschließend folgt der Innenausbau.

Die Fertigstellung des gesamten Anwesens könnte zum Jahreswechsel 2026/27 erreicht sein. Ob das jedoch geschafft wird, wagt niemand zu sagen. Zu vieles kann die Planungen durchkreuzen – zum Beispiel das Wetter, wobei der letzte Winter bekanntlich ein sehr milder war. Der bis vor kurzem auf dem Grundstück des neuen Kindergartens vorhandene Kinderspielplatz soll wieder aufgebaut werden.

Untergebracht werden in der neuen KiTa zwei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe. Die Kosten für den Bau liegen bei rund 3,73 Millionen Euro.

Am Ende war es dem Bürgermeister beim offiziellen Baubeginn deutlich anzumerken. Auch er ist froh, dass es nun endlich mit dem Projekt losgeht. Was die Dauer der Planungen angeht, meinte er gut gelaunt: „Wäre ich ein Irnsinger, hätte man wahrscheinlich auch mir schon als Kind versprochen, dass ich in diesen Kindergarten gehe.“