Diese Rosswurst ist nicht von Pappe: Horst Nelson krempelt Traditionswurst in Cham um

Horst Nelson hat den Rosswurststand-Stellplatz vom früheren Rosswurst-Verkäufer Albert Hirtreiter übernommen, der seinen Stand urplötzlich aus Krankheitsgründen im Juni aufgeben musste. Und der Neue bringt auch gleich einiges Neues mit nach Cham.
„...und da sitze ich so beim Burger King und sehe die ganzen Menüs und denke mir, wieso können wir das nicht auch so machen?“ Man sieht Horst Nelson förmlich durchs Telefon den Kopfschütteln, als er von seiner Eingebung vor etwas über einem Jahr erzählt. Seiner Schnapsidee, wie er selber sagt. „Das war erst einmal gar nicht so ernst gemeint.“ Doch inzwischen bietet Nelson in seinem Rosswurst-Stand auch Menüs an, wie sie bei diversen FastFood-Ketten zu finden sind. Die Traditionswurst ganz neu und modern – und so kommt sie im November auch nach Cham.
Denn Nelson hat den Rosswurststand-Stellplatz vom früheren Rosswurst-Verkäufer Albert Hirtreiter übernommen, der seinen Stand urplötzlich aus Krankheitsgründen im Juni aufgeben musste. Nach mehr als 26 Jahren in Cham (wir berichteten).

Ab 6. November gibt es wieder Rosswurst neben dem Dönerstand
Nelson, der auch in Neunburg vorm Wald und in Schwandorf bereits einen Rosswurst-Stand unter dem Logo Bayerisch Guad betrieben hat, bezieht seine Ware vom selben Metzger wie Hirtreiter – und sagte sofort zu, als es um die Nachfolge in Janahof ging. Für den Chamer Standort gab Bayerisch Guad sogar den Schwandorfer Platz auf.
Drei Tage in der Woche – von Mittwoch bis Freitag – wird Nelson ab 6. November anstelle von Hilde und Albert Hirtreiter die Chamer mit Rosswürsten versorgen. Direkt neben dem Döner-Stand in der Rodinger Straße, auf dem Parkplatz beim C& A, neben dem Döner-Stand, wird er mit seiner Lebensgefährtin kleine und größere Rosswurst-Menüs anbieten, die zumeist aus Wurst, Semmel oder Breze und Getränk bestehen. Speziell auch das Ross-Boot, auf dem er sechs Würste mit Beilage und Getränk serviert. „Das kommt besonders bei den jungen Kunden alles super an“, freut sich der 51-Jährige, der, wie er sagt, selber mit Rosswurst groß geworden ist.
Seit vier Jahren steht der Leitende Angestellte bei Bayerisch Guad selbst in den Verkaufswägen und bekommt seitdem aus einer anderen Perspektive mit, wie traditionell und althergebracht das Rosswurst-Essen ist. „Irgendwann habe ich mir dann gedacht, wieso die Rosswurst eigentlich immer auf dem Pappdeckel serviert wird, der manchmal so wackelt, dass die Würste fast herunterfallen. Das ist mir auf den Senkel gegangen.“
Rosswurst und Zuckerrohr: Wie passt das zusammen?
Und so kommt Nelson nach Cham nicht nur mit neuartigen Menüs, sondern auch mit neuen Schalen: „Bei uns gibt’s die Rosswürste in Zuckerrohr-Schalen, da kommen die Würstl rein und in ein extra Fach kommt der Senf“, erklärt er. „50 Jahre lang wurden die Rosswürste immer auf die gleiche Art verkauft. Da wurde es Zeit für etwas Neues“, findet er, und sagt. „Das ist eine Revolution in der Rosswurst-Geschichte.“
Die Tradition kommt aber dennoch nicht zu kurz, vor allem die Wichtigste: „Wir verkaufen dieselben Rosswürste wie unser Vorgänger.“ Bayerisch Guad arbeitet wie Albert Hirtreiter mit der Pferdemetzgerei Max Schreder in Lindberg zusammen. Nelson: „Das sind die Würste, die die Chamer seit Jahrzehnten kennen.“
Bei drei Verkaufstagen in Cham soll es übrigens nicht bleiben. Für das neue Jahr plant Nelson spätestens auch mit einem Samstagsverkauf. „Wir suchen derzeit noch nach Personal“, nennt er als Gründe für den Aufschub. „Aber es schaut ganz gut aus.“