Umbau der Stadtwerke auf Kurs: Geschäftsbericht 2024 im Amberger Stadtrat vorgestellt

Von Gerhard Spies · 31. Oktober 2025 um 05:00

Frank Backowies, seit 2023 Geschäftsführer der Amberger Stadtwerke, ist Hamburger. Ein Schiff auf Kurs zu halten, traut man ihm deshalb zu. Mit dem städtischen Tochterunternehmen Stadtwerke ist ihm das trotz rauer See inmitten der Energiewende bislang sehr gut gelungen, wie der Geschäftsbericht 2024 belegt.

Es war erst der zweite Geschäftsbericht, den Frank Backowies dem Amberger Stadtrat präsentierte. Am 1. Januar 2023 hatte er die Geschäftsführung von Stefan Prechtl übernommen, der nach Passau wechselte. Backowies muss das Unternehmen völlig umbauen, weg von fossilen Energieträgern, hin zu regenerativen Energien. Am kommunalen Wärmeplan für Amberg arbeiten er und seine Mitarbeiter schon intensiv. „Ende des Jahres wird er fertig sein“, kündigte Backowies an.

Auch wenn der Geschäftsführer der Amberger Stadtwerke im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung keine Zahlen preisgab, das städtische Tochterunternehmen fuhr auch 2024 kräftige Gewinne ein.

Mit dem Abschluss des Genehmigungsverfahrens für den Photovoltaik-Park in Theuern setzten die Stadtwerke 2024 einen weiteren Meilenstein bei der Erzeugung regenerativer Energien. Aktuell arbeitet ein Subunternehmen schon fleißig am Bau der Anlage, die bis Ende dieses Jahres fertiggestellt sein soll. „Wir investieren hier sechs Millionen Euro, die sich in 20 Jahren amortisieren werden“, erklärt Backowies.

KuFü und Hocko: Beliebte Zuschussbetriebe

2024 unterzeichneten die Stadtwerke auch den Kooperationsvertrag „Windpark Kümmersbruck“, ein Projekt, das gemeinsam mit den Kommunen die regionale Windkraft als Beitrag zur Energiewende ausbauen soll. Mit Wolfgang Dotzler haben die Stadtwerke seit 2024 auch einen Ansprechpartner in Sachen Photovoltaik mit dem Aufgabenbereich Projektentwicklung angestellt.

Wir investieren hier sechs Millionen Euro, die sich in 20 Jahren amortisieren werden.Frank Backowies, der Geschäftsführer der Amberger Stadtwerke zum Photovoltaik-Park in Theuern

Zum Geschäftsfeld der Stadtwerke zählen auch die beiden Amberger Bäder. Für die Stadtwerke sind sie zwar Zuschussbetriebe, für Ambergs Bürger aber sehr beliebte Freizeiteinrichtungen. „Wir müssen jährlich investieren, um die beiden Bäder attraktiv zu erhalten“, betont Backowies.

Für rund 800.000 Euro wurde das Kurfürstenbad (Kufü) im vergangenen Jahr modernisiert. Dabei erhielt es auch ein neues Kassensystem und die Tiefgarage am ACC ein neues kamerabasiertes, schrankenloses Parksystem. Dass seitdem die Badegäste nicht mehr kostenlos parken können, sorgte für Kritik. „Wir haben aber dadurch ein um 200.000 Euro besseres Ergebnis“, rechtfertigt Backowies diese Maßnahme.

Im Hockermühlbad (Hocko), dem Amberger Freibad, wurde im Sommer 2024 erstmals eine mobile Sauna getestet, für Badbesucher kostenlos. „Die Resonanz war sehr gut, die mobile Sauna ist inzwischen zur festen Einrichtung geworden“, informiert Backowies.

Stadtwerke Amberg fördern Kultur und Sport

Nach dem Energiekompetenzzentrum (EKZ) in Amberg gleich neben dem Rathaus eröffneten die Stadtwerke auch in Sulzbach-Rosenberg ein neues Kundenbüro. In individueller Beratung mit mehr Personal und erweiterten Öffnungszeiten würden dort Fragen rund um Energie, Wärmewende und Energiesparen beantwortet.

Seit vielen Jahren unterstützen die Stadtwerke Kultur und Sport in Amberg, so auch 2024. Mit insgesamt 18.100 Euro förderten sie elf Projekte im Rahmen ihrer Kultur- und Sportstiftung. Und seit neun Jahren fördern sie Sportvereine in Kooperation mit dem Stadtverband, mit jährlich 50.000 Euro. Insgesamt 450.000 Euro kamen dadurch bisher den Sportvereinen zugute.