Beeindruckt von Investitionen: Bayerns Finanzminister besuchte Lorenz-Werk in Neunburg

Nachhaltigkeit wird für Unternehmen immer wichtiger. Es ist nicht mehr nur ein Etikett, mit dem sie sich schmücken können, sondern es bringt auch wirtschaftliche Vorteile, sind sich Fachleute sicher. Ein Beispiel ist die Firma Lorenz in Neunburg. Seit Jahren treibt sie eine nachhaltige Energieversorgung voran. Darüber informierte sich jetzt ein Minister.
Die Crunchips kenne er natürlich, weniger aber den Namen Lorenz, meinte Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker bei seinem Besuch in Neunburg. Das liege vielleicht auch daran, so hieß es vonseiten der Unternehmensleitung, dass Lorenz jahrelang nur auf Markenwerbung gesetzt hatte. Aus diesem Grund seien Erdnußlocken, NicNacs oder Crunchips auch vielen geläufig – weniger aber der Hersteller Lorenz. Seit einigen Jahren werde nun auch stärker die Unternehmensmarke beworben, so der frühere Neunburger Werkleiter und jetzige Lorenz-Produktionsleiter Michael Holtschulze.
Eine Milliarde Kartoffelknollen werden jährlich verarbeitet
Und diese Werbung sei heute ganz vielfältig. Während der Snackhersteller früher viel TV-Werbung machte, handele es sich heute um einen „bunten Strauß an Maßnahmen“, von Aktivitäten in den sozialen Medien über Influencer bis zu Plakaten oder Aktionen beim Einkaufen. Und auch Bandenwerbung in Fußballstadien macht Lorenz inzwischen – so unter anderem in Nürnberg, was der bekennende Oberpfälzer Füracker mit Humor nahm.
„Wir geben unser Bestes für guten Umsatz“, erklärte Holtschulze. Wie das Beste aussieht, davon konnte sich der Minister in den Produktionshallen selbst ein Bild machen. So hatte Lorenz erst im Sommer eine neue Stapelchips-Linie in Betrieb genommen, in die rund zehn Millionen Euro investiert wurde. Das beeindruckte auch Füracker. „Es wird hier investiert, das ist entscheidend“, lobte er die Unternehmensführung. Viele Firmen würden nicht mehr investieren, meinte Bayerns oberster Finanzchef, und damit am Ende den Anschluss an den Weltmarkt verlieren.

Das Neunburger Werk gehört zur Lorenz Bahlsen Snack-World GmbH, die im Jahr mehr als 500 Millionen Euro Umsatz macht und damit zu den großen Snackherstellern hierzulande zählt. Einen wichtigen Anteil daran hat das Neunburger Werk, in dem jedes Jahr circa eine Milliarde Kartoffelknollen verarbeitet werden.
Füracker schaute sich beim Betriebsrundgang auch die Kartoffelhalle an. In Aktion konnte er die riesige Sortiermaschine aber nicht erleben, da sie in diesem Moment gerade stillstand. „Wir haben gerade eine Störung“, erklärte der Neunburger Produktionsleiter Michael Deml. Das komme immer wieder mal vor und sei in der Regel schnell behoben. Der Rundgang führt den Minister vorbei an Palettenstapeln – 1500 Paletten werden jeden Tag im Werk benötigt –, riesigen Dosen-Mengen und zahllosen Kartonagen. Im Eiltempo ist Füracker von Halle zu Halle unterwegs. „So schnell war ich noch nie bei einer Führung“, meinte Produktionsleiter Deml am Ende der Tour durch das Werk.
Wir sind überzeugt: Nur mit mutigen Investitionen in nachhaltige Technologien können wir als Unternehmen langfristig erfolgreich sein.Florian Dowy, Leiter des Lorenz-Werkes in Neunburg
Damit alles reibungslos in der überwiegend automatisierten Produktion abläuft, dafür braucht es auch jede Menge Energie. Lorenz setzt bereits seit Jahren auf eine nachhaltige Versorgung. Auch beim Besuch des Finanzministers standen das Engagement für den Ausbau erneuerbarer Energien und die langfristige Ausrichtung des Unternehmens auf mehr Klimaschutz und CO2-Reduktion im Mittelpunkt.

Bereits 2008 wurde am Standort Neunburg eine werkseigene Biogasanlage in Betrieb genommen, die jährlich rund 2,23 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt – das entspricht etwa 18,5 Prozent des Strombedarfs des Werks. Parallel dazu wird der Ausbau der Photovoltaikanlagen kontinuierlich vorangetrieben: Allein für 2025 ist eine zusätzliche Kapazität von 1132 Kilowattpeak geplant, weitere Erhöhungen sollen 2026 folgen.
Mit diesen Investitionen will Lorenz seine Unabhängigkeit von externen Energiequellen stärken und die eigene Stromautarkie konsequent vorantreiben. Bis 2026 soll nach Unternehmensangaben an den deutschen und polnischen Produktionsstandorten rund ein Viertel des Stromverbrauchs aus Eigenproduktion stammen. „Wir sind überzeugt: Nur mit mutigen Investitionen in nachhaltige Technologien können wir als Unternehmen langfristig erfolgreich sein“, erklärte der Neunburger Werksleiter Florian Dowy.
Lorenz will sein Logistikzentrum erweitern
Davon zeigte sich auch Füracker überzeugt: „Die umweltbewussten Investitionen des Lorenz-Werks zeigen, dass Innovation und Verantwortungsbewusstsein Hand in Hand gehen können, um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts zu stärken und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Solche Initiativen sind unverzichtbar, um Arbeitsplätze zu sichern und Bayern als Vorreiter bei ressourcenschonender Entwicklung zu positionieren.“
Auch künftig soll es Investitionen geben, wie Holtschulze ankündigte. So sei eine Erweiterung der Logistik geplant – in Neunburg ist eines von drei Lorenz-Logistikzentren. Im Moment scheitere eine Umsetzung noch am Platz. Die Unternehmensführung zeigte sich aber zuversichtlich, dass dieses Thema geklärt werden könne.
