Vogelpest in Bayern: Sorge und Schutzmaßnahmen bei Geflügelhaltern im Landkreis Regensburg

Die Geflügelpest grassiert in Deutschland: Auch in Bayern wurden schon Fälle der Vogelgrippe nachgewiesen – und das zum Teil nicht weit weg. Betroffen war beispielsweise ein Betrieb im Landkreis Dingolfing-Landau. Wie wappnen sich Behörden und Geflügelhalter im Landkreis Regensburg?
Landratsamtssprecher Hans Fichtl hat vorneweg zwei gute Nachrichten. „Nein, es gibt im Landkreis Regensburg bisher keine Nachweise von Vogelgrippe bei Wildvögeln.“ Es gebe derzeit auch keinen Verdacht auf einen Ausbruch der Geflügelpest bei Hausgeflügel.
Dennoch hat sich die Behörde gewappnet, betont Sprecher Fichtl: „Im Landkreis Regensburg sind derzeit zwei Allgemeinverfügungen zum Schutz vor der Vogelgrippe erlassen.“ So müssen bestimmte Sicherheitsregeln für Tiere eingehalten werden, damit Krankheiten verhindert werden. Ausstellungen und Märkte dürfen nur unter bestimmten Bedingungen stattfinden. Im Reisehandel dürfen Geflügel und andere Vögel, die in Käfigen gehalten werden, nur eingeschränkt verkauft werden.
Geflügelpest im Landkreis Regensburg: 2023 musste 60.000 Hühner gekeult werden
Die Vogelgrippe, betont Fichtl, sei ein dynamisches Geschehen. Er warnt: „Durch den Vogelzug und die kalte Jahreszeit ist ein Auftreten der Vogelgrippe auch im Landkreis Regensburg nicht auszuschließen.“
Der letzte Geflügelpest-Ausbruch im Landkreis ist dabei noch nicht so lange her: Im Sommer 2023 mussten 60.000 Hühner auf einem Betrieb in Regenstauf gekeult werden. Damals wurde eine große Schutzzone rund um das betroffene Unternehmen gezogen.
Vogelgrippe rund um Regensburg: Sorge bei Geflügelhalter
Diese Bilder dürften insbesondere Geflügelhaltern im Landkreis noch gut vor Augen sein. Wie blicken die Betroffenen auf die Geflügelpest-Welle, die Deutschland erfasst?
Nicole Haslbeck führt gemeinsam mit ihrem Mann Markus MarOle’s Hofladen im Barbinger Ortsteil Unterheising. Mit 4000 Hühnern in vier Mobilställen sei ihr Betrieb „ein kleines Licht“. Natürlich mache ihr die Vogelgrippe-Situation Sorgen, sagt Haslbeck. „Es ist schon dramatisch.“ Aber: „Wir haben immer strenge Schutzmaßnahmen.“ Jeder der mobilen Ställe habe beispielsweise einen Vorraum, in dem die Schuhe gewechselt werden, um zu verhindern, dass Krankheitserreger eingeschleppt werden. „Das machen wir 365 Tage im Jahr. Völlig unabhängig von der Vogelgrippe.“ Darüber hinaus sei der Kreis an Menschen, die überhaupt zu den Tieren dürfen, sehr eingeschränkt. So dürfen Schulklassen beispielsweise derzeit nicht auf den Hof. Darüber hinaus werden die verschiedenen Tierarten streng getrennt, um zu verhindern, dass Erreger überspringen.
„Mitgefühl mit betroffenen Betrieben“: Geflügel-Pest rollt durch Deutschland
Haslbeck ist im Vorstand des Bundesverbands Mobile Geflügelhaltung und steht im Austausch mit Kollegen aus der ganzen Republik. Gerade die Halter an den Routen von Zugvögeln seien besonders in Habachtstellung. „Man hat natürlich Mitgefühl für betroffene Betriebe. Man hofft einfach, dass es vorbeigeht.“
Rene Bilinski betreibt die private Zucht Hühneroase in Zeitlarn. Er verkaufe seine Tiere nicht, betont er. Dennoch könnte die Geflügelpest auch ihn vor Herausforderungen stellen. Zum Beispiel wenn eine Stallpflicht komme, sagt Bilinski. Dann könnten die Tiere nicht mehr nach draußen. „Das ist nicht gut für sie.“ Darüber hinaus seien auch die Geflügelausstellungen womöglich betroffen, sagt Bilinski. Zum Beispiel die Regentalschau in Nittenau (Landkreis Schwandorf) in wenigen Wochen. „Das ist schon wichtig für uns“, sagt Bilinski. Dort werden die Tiere verschiedener Züchter verglichen und bewertet. Ob das in Zeiten der Geflügelpest stattfindet? „Man weiß es noch nicht“, sagt Bilinski.
Geflügelhalter im Landkreis Regensburg: Fokus auf Sicherheit
Auf dem Biohof Riepl im Hemauer Ortsteil Langenkreith sei die Geflügelpest noch nicht spürbar, sagt Betreiber Simon Riepl. Aber: „Man kann nicht viel tun.“ Gerade sein Biogeflügel, das draußen herumrennt, sei gefährdet. Das liege in der Natur der Sache – einsperren dürfe er die Tiere nicht, er sei ja ein Biobetrieb. Abgesehen davon will er das auch nicht, sagt Riepl. Freilich bestehe eine gewisse Gefahr, dass die Geflügelpest sich auch auf seinem Hof breitmacht. „Wir haben allerdings hohe Sicherheitsvorkehrungen.“ So müsse man die Kleidung beim Wechsel zwischen den verschiedenen Gehegen wechseln. „Das ist schon ein Aufwand. Aber besser so, als wenn man etwas kontaminiert.“
Sorge um Geflügelpest im Landkreis Regensburg: Vogelstation in Regenstauf reagiert
• Entscheidung: Die Vogelstation Regenstauf nimmt aufgrund der Geflügelpest derzeit bis auf Weiteres keine Wasser- und Schreitvögel mehr an. Das teilte der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) für die Oberpfalz auf seiner Instagram-Seite mit. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, betonte der LBV.
• Betroffen: Dabei geht es konkret um Schwäne, Gänse, Enten, Reiher und Kraniche.
• Warnung: Der LBV warnt dringend davor, geschwächte oder apathisch wirkende Vögel selbst einzufangen.
• Anzeichen: Vögel, die an der Geflügelpest erkrankt sind, können laut LBV taumeln, die Scheu vor Menschen verlieren, ihr Gefieder aufplustern, die Flügel hängen lassen oder in Atemnot geraten. Zudem kann es sein, dass ihnen Schleim aus dem Schnabel oder der Nase fließt.
• Fakten: Laut Landesbund für Vögel- und Naturschutz besteht für den Menschen keine Ansteckungsgefahr, sofern infizierte Vögel nicht berührt werden. Es sind vor allem Wasser- und Hühnervögel betroffen. Für die Vogelfütterung im Garten gelten keine Einschränkungen, dennoch sollte man dem LBV zufolge auf die Hygiene achten und die Futterstelle zur Sicherheit regelmäßig mit heißem Wasser reinigen.