Jetzt beginnt die Umstellung: Bargeld verschwindet aus allen Bussen in Regensburg

Von Benedikt Baumgartner · 28. Oktober 2025 um 14:33

Einige Wochen lang waren zwölf Test-Busse in Regensburg unterwegs, in denen keine Tickets mehr gegen Bargeld beim Busfahrer gelöst werden konnten. Nun beginnt das Stadtwerk mit der Ausweitung der ausschließlich digitalen Zahlung auf die gesamte Bus-Flotte.

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Ab dieser Woche wird die städtische Busflotte vom Stadtwerk nach und nach vollständig auf bargeldlosen Ticketkauf umgestellt. Der Kauf von Fahrkarten mit Bargeld ist dann nicht mehr im Bus, aber weiterhin in den RVV-Vorverkaufsstellen, an Ticketautomaten und im RVV-Kundenzentrum möglich, teilt das Stadtwerk in einer Pressemeldung mit. Die gesamte städtische Busflotte mit neuen Terminals für den Ticketkauf mit Giro- oder Kreditkarte sowie Smartphone aus. Die Umstellung soll bis Ende November abgeschlossen sein.

Zur Auswahl stehen an den Terminals Einzel-Tickets für Erwachsene oder Kinder, Kurzstrecke und Tages-Tickets. Der Kaufvorgang ist recht simpel: Ticketart und -anzahl eingeben, Karte oder Smartphone auflegen – fertig. Die Fahrkarte wird digital hinterlegt, ein Ausdruck auf Papier entfällt, was laut Stadtwerk-Sprecher Martin Gottschalk einer der Vorteile – Stichwort Nachhaltigkeit – des neuen Systems ist.

Flüssige Fahrt, günstigere Tickets

Flüssigere Fahrt soll eine weitere positive Folge sein, wenn der Ticketverkauf durch das Fahrpersonal entfällt. Dadurch können sich die Busfahrer künftig ganz auf das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste sowie auf den Fahrbetrieb konzentrieren, heißt es in der Stadtwerk-Meldung. „Das sorgt für einen reibungsloseren Ablauf an den Haltestellen und trägt zur Pünktlichkeit bei.“ Außerdem sinkt der Ticketpreis. Ein Einzel-Ticket der Preisstufe 1 kostete beim Fahrpersonal bisher 3,60 Euro. Am Automaten und in den Vorverkaufsstellen liegt der Preis bei 3,20 Euro und beim digitalen Kauf im Bus oder über die RVV-App sogar nur 2,88 Euro. Das entspricht einer Ersparnis von rund 20 Prozent, wird in der Pressemitteilung vorgerechnet.

Kritik wurde laut

Schon während der Testphase in zwölf Bussen hatte Stadtwerk-Sprecher Martin Gottschalk auf MZ-Anfrage vermeldet: „Probleme oder Schwierigkeiten während der Testphase gibt es bislang eigentlich nicht. Insofern gehen wir von einem hohen Maß an Akzeptanz aus.“ Allerdings wurde mit Blick auf Senioren und Kinder, die ausschließlich in Bar bezahlen, die Sorge laut, dass diese Gruppen nicht mehr spontan mit dem Bus fahren könnten. „Gerade was die ältere Generation betrifft, ist das ein Unding“, sagte Seniorenbeiratsvorsitzender Klaus Steiner während des Testlaufs und forderte eine Übergangsperiode, in der weiter Bar gezahlt werden kann im Bus.

Prepaid-Karte als Alternative

Die kommt nun nicht, doch das Stadtwerk weist darauf hin, dass an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie an den Ticketautomaten an zentralen Haltestellen und im RVV-Kundenzentrum in der Hemauerstraße weiterhin mit Bargeld eine Fahrkarte gekauft werden könne.

Zudem bietet der RVV eine Prepaidkarte an, etwa für Busnutzer, „die nicht mit Bankkarte bezahlen wollen oder können, zum Beispiel Kinder, die kein 365-Euro-Ticket von der Schule erhalten haben“. Die Karte ist laut Stadtwerk gegen eine Gebühr von fünf Euro im RVV-Kundenzentrum erhältlich und ab Dezember auch in allen RVV-Vorverkaufsstellen. Mit aufgeladener Prepaidkarte kann an den neuen Terminals im Bus dann ebenfalls bargeldlos ein Ticket gelöst werden.