Landratsamt Cham erklärt, warum man an der Grüngutsammelstelle Sengenbühl festhält

Von Alexander Frimberger · 29. Oktober 2025 um 11:00

Die Kritik am neuen Standort der Grüngut-Sammelstelle bei der ehemaligen Hausmülldeponie Sengenbühl ist innerhalb der Bevölkerung nicht zu überhören (wir berichteten). Zu weit weg, die Containers schwer zugänglich – so lautet das ernüchternde Fazit. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt das Landratsamt die Vorgehensweise.

Wegen gestiegener Nachfrage, eingeschränkter Platzverhältnisse und weil der Pachtvertrag ausgelaufen ist, wurde die Sammelstelle am Eichertweg aufgegeben. Seit September 2025 müssen die Further auf der Staatsstraße 2161 von der Abzweigung in Furth im Wald rund fünf Kilometer zur ehemaligen Hausmülldeponie fahren, um ihr Grüngut los zu werden. Wie auch Michael Engl in der Bauausschusssitzung am 23. Oktober sagte, ist der Weg für Ortsteilanwohner zum Teil noch wesentlich weiter.

Vier Standorte angeboten

Wie berichtet, wurden den Kreiswerken seitens der Stadt Furth im Wald vier Standorte angeboten, die man für geeignet hielt. Einer beim Innovations- und Gründerzentrum (IGZ), einer im Bereich des Cave Gladium-Geländes, einer bei der Klärwasser-Pumpstation in Ränkam und einer in der Nordgaustraße. Der Landkreis lehnte in allen Fällen ab. Michael Gruber, Sprecher des Landratsamts, erklärt warum: „Für den Betrieb einer Grüngutsammelstelle werden bestimmte Anforderungen an Fläche, Zufahrt, Erschließung und Sicherheit gestellt. Die in der Stadt angebotenen Grundstücke erfüllen diese Voraussetzungen nicht in ausreichendem Maß oder führen teilweise zu massiven Kosten bei Planung und Bau.“ Diese Kosten, so Gruber weiter, könnten sich letztendlich auf die Abfallgebühren der Further auswirken. Aus Sicht der Behörde folgerichtig: „Der aktuelle Standort wurde ausgewählt, weil er die betrieblichen Abläufe und die verkehrliche Anbindung am besten gewährleistet. Ebenso sind die Baukosten im Vergleich zu den anderen angebotenen Grundstücken deutlich niedriger.“

Trotzdem sieht nicht nur Bürgermeister Sandro Bauer das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen. Bauamtsleiter Alois Stoiber sagt auf Nachfrage: „Wir werden als Stadtverwaltung nochmals unsere Bedenken zur gegenwärtigen Standortwahl mitteilen.“ Er betont aber auch, dass der Stadt die Hände gebunden sind: „Die abschließende Entscheidung obliegt letztlich den Kreiswerken als Vorhabenträger.“

Von dort klingt es nicht so, als wolle man den Standort noch einmal wechseln. Gruber bestätigt zwar einen geplanten Termin mit der Stadt, aber aus einem anderen Grund. Kritik gibt es nämlich auch an der Handhabung der Container. Im Landratsamt hat man das wahrgenommen. Gruber: „Die Hinweise zur Nutzung der Container wurden aufgenommen und es wird geprüft, ob die Handhabung – insbesondere für kleinere oder ältere Personen – erleichtert werden kann. Parallel dazu wird am Bau einer dauerhaften Lösung mit Schütte gearbeitet. Dazu wird auch demnächst mit der Stadt Furth im Wald ein Termin stattfinden.“ Eine gute Nachricht hat der Landratsamtssprecher zum Schluss auch noch. Es war die Frage aufgetaucht, ob Further ihre Gartenabfälle auch an anderen Sammelstellen außerhalb der Stadtgrenzen, also beispielsweise in Arnschwang, abgeben dürfen.

Der aktuelle Standort wurde ausgewählt, weil er die betrieblichen Abläufe und die verkehrliche Anbindung am besten gewährleistet.M;ichael Gruber, Sprecher Landratsamt

Die gute Nachricht

Das bejaht Gruber. „Die Nutzung anderer Grüngutsammelstellen außerhalb des Stadtgebiets, die aber näher liegen, ist grundsätzlich möglich.“

Das Grüngut kann jetzt bei der ehemaligen Hausmülldeponie Sengenbühl abgelegt werden.