Arbeiten für Rückhaltebecken in Hienheim laufen

Von Wolfgang Abeltshauser · 27. Oktober 2025 um 11:00

Bei starken Regenfällen schauen Bewohnerinnen und Bewohner des Neustädter Ortsteils Hienheim immer mit besonders bangen Blicken gen Himmel. Ein weiteres Regenrückhaltebecken soll vor Überflutungen schützen. Hier gibt es gute Zwischennachrichten.

Es handelt sich um eine wichtige Maßnahme. Im Bereich Westertal im Ortsteil Hienheim sind schon öfter Regenwasser-Massen die Hänge hinab in den Ort geflossen. So war es vor neun Jahren, als sich die Straße gleichen Namens in einen reißenden Fluss verwandelt hatte. Etliche Keller liefen voll. Dort waren zwar schon damals Rückhaltebecken errichtet, die aber eben nicht mehr ausreichen.

Also gab es 2017 den Beschluss, ein weiteres Becken zu bauen. Allerdings dauert es oft lange, bis solch wichtigen Maßnahmen endlich umgesetzt werden könnten. Jüngst erst gab es den offiziellen Startschuss für Arbeiten im Siegenburger Ortsteil Niederumelsdorf, die nach einem starken Hochwasser 2018 angestoßen wurden. In Hienheim dauerte es bis 2022, bis ein Planungsauftrag erteilt werden konnte. Endlich, heuer im Juli, gab es den Spatenstich.

11.000 Kubikmeter Fassungsvermögen

Entstehen soll ein 11.000 Kubikmeter fassendes Rückhaltebecken, das wie berichtet 6400 Quadratmeter groß sein wird. Der Schutzgrad ist demnach so ausgelegt, dass das Becken einem 20-jährlichen Regenereignis standhalten soll. Längst dauert es nicht immer 20 Jahre, bis Regenfälle solcher Intensität vorkommen. Das Einzugsgebiet des Beckens ist neun Quadratkilometer groß. Wie berichtet, ist das Ziel, Wasser aus dem neuen Becken über die bereits bestehenden kleineren mittels Rohrleitungen kontrolliert abzuleiten, um das Regenwasser letztendlich über das vorhanden Kanalsystem vom Ort fernzuhalten.

Außerdem wird wie berichtet ein Weg angehoben, um so zusätzlich Rückhaltefläche zu gewinnen. Memmel betonte bereits in der Bürgerversammlung im März, dass darüber hinaus Gräben im Ortsbereich geräumt und verbreitert wurden, um besseres Ablaufen von Wasser zu ermöglichen.

Ein Start mit Hindernissen

Der Start der Arbeiten fürs Rückhaltebecken war laut Bürgermeister Thomas Memmel nicht glücklich. Da es im Nachbarort Irnsing Arbeiten im Straßenuntergrund gab und deshalb dort die Ortsdurchfahrt zeitweise gesperrt war, konnte die Maßnahme im Sommer nicht wie gewünscht starten. Im Gespräch mit der Mittelbayerischen betont er jetzt aber, dass die Arbeiten voll angelaufen sind. Der Bagger arbeitet sich ins Erdreich vor und gräbt das Rückhaltebecken in den Boden. Lastwagen für Lastwagen wird das Aushubmaterial abtransportiert.

Allerdings kann der ursprünglich ins Auge gefasste Zeitplan laut Memmel nicht gehalten werden. Wurde beim Spatenstich im Juli noch von Ende Oktober gesprochen, nennt der Bürgermeister jetzt das Jahresende als Ziel. Allerdings sei jetzt im Herbst nicht mit Starkregen zu rechnen. Das sei im kommenden Frühjahr sicherlich wieder anders. Bis dahin seien die Arbeiten aber sicherlich beendet.

Die Kosten für das Bauvorhaben betragen 590.000 Euro. 100.000 Euro bekommt die Stadt Neustadt a. d. Donau als Zuschuss vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern. So war es beim Spatenstich zu hören.

Auch Arbeiten bei der Donau in Hienheim

Hienheim steht derzeit grundsätzlich im Fokus, was Schutzmaßnahmen zum Thema Hochwasser betrifft. Viele erinnern sich sicherlich noch an die bangen Tage im Juni 2024, als bei Hienheim der Donaudeich zu brechen drohte. Damals gab es Schwierigkeiten mit Wasser, dass durch das Schutzbauwerk drückte. Derzeit laufen laut Bürgermeister vom Wasserwirtschaftsamt organisierte Arbeiten, die zum Ziel haben, solches Wasser in Zukunft geregelt ableiten zu können.

Insgesamt ist Memmel zufrieden mit den Arbeiten im Zusammenhang mit Starkregen und Hochwasser. Sind die Maßnahmen in Hienheim erst einmal beendet, sei man für die Zukunft wieder gut aufgestellt. Größere Maßnahmen seien in den kommenden Jahren nicht zu bewerkstelligen. Wie berichtet, gab es nach den starken Regenfällen vor neun Jahren auch Arbeiten im Ortsteil Mühlhausen. Auch dort entstand ein Rückhaltebecken.